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Keystone-SDA | Dienstag, 02. Juni 2026

Simon Ehammer schlägt alle ausser Franjo von Allmen

Simon Ehammer liefert die Saison seines Lebens. Doch bei der Wahl zum Schweizer Sportler des Jahres 2026 wird ihm einer vor der Sonne stehen, wie er selber prognostiziert: Franjo von Allmen.

Simon Ehammer ist um kecke Sprüche nie verlegen. So witzelte er unlängst an der Medienkonferenz von Swiss Athletics, bei der er gemeinsam mit Rollstuhlsportler Marcel Hug auftrat: "Es scheint, als würden sich Marcel Hug und Catherine Debrunner bei der Wahl zum Parasportler des Jahres jeweils bewusst abwechseln. Es wäre schön, wenn Odi und ich das auch so machen würden!"

Der Skistar Odermatt und Ehammer kennen sich gut, sie haben den gleichen Sportmanager und teilen gemeinsame Sponsoren. Aber Odermatt wurde zuletzt fünfmal Schweizer Sportler des Jahres.

Ehammer hat in diesem Jahr bislang alles gewonnen, was ein Schweizer Leichtathlet gewinnen kann: Hallen-WM-Gold, Weltrekord im Siebenkampf, Weltklasse-Marken von 8,51 m im Weitsprung und 8778 Zähler im Zehnkampf samt dem historischen Sieg beim Mehrkampf-Meeting am vergangenen Wochenende in Götzis. Und die Europameisterschaften in Birmingham mit möglicher Goldmedaille folgen noch.

Und doch liefert der 26-jährige Appenzeller die Begründung gleich selber, weshalb er bei den Schweizer Sports Awards am Ende nur die Nummer 2 sein wird. "Gegen Odi würde es reichen. Aber nicht gegen einen, der drei olympische Goldmedaillen gewonnen hat." An Franjo von Allmen sieht der Leichtathlet trotz seiner Popularität kein Vorbeikommen. Selbst weitere Grosstaten werden seiner Ansicht nach die Kräfteverhältnisse nicht mehr verändern. Gegen diese Strahlkraft hat er keine Chance. Sandgrube oder Bahn sind 2026 gegen Schneepisten machtlos.

Lieber Götzis als Gold

Der Triumph im Vorarlberger Mehrkampf-Mekka besitzt für Ehammer einen besonderen Stellenwert. Er lässt sich mit dem Sieg in der Abfahrt von Kitzbühel oder einem Tennis-Coup in Wimbledon vergleichen. Schon vor dem Wettkampf hatte er erklärt, ein Sieg in Götzis bedeute ihm sogar mehr als ein EM-Titel. Für Zehnkämpfer besitzt die Veranstaltung seit Jahrzehnten Kultstatus. Wer sich dort in die Siegerliste einträgt, reiht sich in eine Galerie der grössten Namen des Mehrkampfsports ein.

Ehammer zeigte über zwei Tage einen Wettkampf auf höchstem Niveau und bestätigte, dass er mittlerweile zu den komplettesten Mehrkämpfern der Welt gehört. In seinen Paradedisziplinen punktet er wie kein anderer, in den schwächeren Events wie Kugel, Diskus, Speer oder 1500 m kann er den Schaden in Grenzen halten.

Wie weiter?

Eine Frage haben Ehammer und seine Entourage noch nicht geklärt. Er führt die Jahres-Weltbestenliste im Zehnkampf und im Weitsprung an, doch für die EM in Birmingham muss er sich entscheiden. "Götzis hat es mir nicht einfacher gemacht", sagt der Leichtathlet. Er will erst nach einem Trainingslager in Los Angeles, das nun ansteht, entscheiden.

Während Ehammer seine EM-Planung weiter offenlässt, hat Annik Kälin den Entscheid bereits getroffen. Die 26-jährige Bündnerin untermauerte in Götzis eindrucksvoll, dass ihr Fokus im Sommer auf dem Siebenkampf liegen wird. Mit 6726 Punkten gewann die Frau aus Landquart als erste Schweizerin überhaupt das traditionsreiche Meeting und schnappte somit Ehammer die Premiere weg, der eine Stunde später als erster Schweizer bei der 51. Auflage triumphierte.

Nach Platz 4 an den Olympischen Spielen in Paris gehört Annik Kälin inzwischen zur Weltspitze im Mehrkampf. Mit ihrer Rekordleistung im Vorarlberg bestätigte sie, dass sie im Kampf um internationale Medaillen mitreden kann. Auch sie hätte die Option Weitsprung. Doch mit einer Leistung wie in Götzis hätte die Siebenkämpferin in Birmingham eine EM-Medaille auf sicher, während im Weitsprung das Feld der Medaillenanwärterinnen breiter aufgestellt ist.

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