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Keystone-SDA | Montag, 10. August 2026

Simon Ehammer zwischen Topform und Rückschlag

Simon Ehammer setzt 2026 neue Massstäbe. Zwar wirft ihn eine Verletzung leicht zurück, dennoch strebt er in Birmingham die nächste EM-Medaille im Weitsprung an. Die Qualifikation steht montags an.

An den Weltmeisterschaften vor einem Jahr in Tokio verpasste Simon Ehammer im Weitsprung als Vierter eine Medaille um drei Zentimeter. Im Zehnkampf scheiterte er im Hochsprung, der vierten Disziplin, auf der Einstiegshöhe von 1,93 m und beendete danach den Wettkampf. Der zum Trainerteam gehörende Karl Wyler sagte danach zu ihm: "Vielleicht bin ich nicht mehr der richtige Coach für dich." Ehammer: Er habe in diesem Moment rein aus den Emotionen gesprochen, "und das gab mir nochmals die Bestätigung, dass er der richtige Trainer für mich ist, weil er gleich mitleidet wie ich. Das ist schon etwas Schönes."

Auf jeden Fall hat sich die Fortführung der Zusammenarbeit ausbezahlt. Ehammer ist in diesem Jahr so stark wie noch nie. An den Hallen-Weltmeisterschaften im März in Torun gewann er im Siebenkampf nicht nur Gold, der 26-jährige Appenzeller stellte auch einen Weltrekord auf. Ende Mai am prestigeträchtigen Mehrkampf-Meeting in Götzis siegte er im Zehnkampf und steigerte dabei den eigenen Schweizer Rekord um 203 auf die Weltjahresbestleistung von 8778 Punkten. Zugleich verbesserte er seine nationale Bestmarke im Weitsprung um sechs Zentimeter auf 8,51 m.

Viel Umfang 2025

Was sind für ihn die Hauptgründe für die absoluten Top-Leistungen? Einerseits die Kontinuität, andererseits habe das Jahr 2025 schon noch einmal viel gebracht. "Wir trainierten mit sehr viel Umfang. Bis auf die Highlight-Wettkämpfe haben wir nicht gross Wettkampfvorbereitungen gemacht. Ich habe mich bei wenigen Wettkämpfen wirklich knackig und fit gefühlt", sagt Ehammer. Von dieser Basis profitiert er nun.

Weil in Birmingham der Zehnkampf einen Tag nach dem Final im Weitsprung beginnt, musste sich Ehammer auf eine Disziplin festlegen. Als er Ende Juni den Entscheid zu Gunsten des Weitsprungs bekannt gab, führte er auch in dieser Disziplin die Jahresweltbestenliste an. Mittlerweile hat der zweifache griechische Olympiasieger Miltiadis Tentoglou zwei bessere Weiten (8,61 und 8,66 m) erreicht als Ehammer.

"Götzis war für mich mein grosses Highlight als Zehnkämpfer. Es hat für mich mehr Wert als ein EM-Titel im Zehnkampf". Von daher habe er ja eigentlich seine EM-Goldmedaille im Zehnkampf schon gewonnen und im Weitsprung noch nicht, begründete Ehammer gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA seinen Entscheid. Er betont: "Ich glaube, falsch hätte ich mich nicht entscheiden können, denn es sind beide Disziplinen im Moment europäisch extrem stark besetzt."

Rückschlag im Juli

Allerdings erlitt Ehammer am 10. Juli beim Diamond-League-Meeting in Monaco einen Rückschlag. Beim dritten Sprung spürte er bei der Landung den rechten hinteren Oberschenkel und beendete daraufhin den Wettkampf. In der Folge stellte sich heraus, dass es nicht nur eine Muskelverhärtung war, sondern eine leichte Zerrung mit einem kleinen Muskelfasereinriss. Deshalb verzichtete er vorsichtshalber auf das Meeting Spitzenleichtathletik Luzern sowie die Schweizer Meisterschaften in Zürich.

Nach Monaco pausierte er drei Tage, worauf er für drei Tage nach Salzburg ins Red Bull Athlete Performance Center reiste, wo er unter besten Bedingungen die ersten akuten Tage der Reha absolvierte und einen Plan bis zur EM aufstellte, um "die Zeit gut zu nutzen, ohne ungeduldig und übermütig zu werden. Ich hätte es natürlich lieber anders gehabt, auf der anderen Seite muss ich aber sagen, es hätte fast keinen besseren Zeitpunkt dafür geben können, wenn es sein musste." Denn bis zur Qualifikation am Montag im Weitsprung hatte er genau einen Monat Zeit, um die Geschwindigkeit kontinuierlich zu erhöhen und die Sprungformen zu optimieren. Deshalb ist er überzeugt, dass der Rückschlag keine grossen Folgen hat.

Ehammer ist keiner, der sich Grenzen setzt. Er träumt davon, eines Tages im Weitsprung die Neun-Meter-Marke zu knacken. Mit der Form von vor der Verletzung ist für ihn ein Satz um die 8,60 m realistisch. Bei seinem Schweizer Rekord von 8,51 m hatte er zehn Zentimeter auf dem Brett verschenkt, und auch die Flugphase war nicht perfekt. "Aber bei diesen Weiten entscheiden Details, ob es wieder einen Sprung in diese Sphären gibt." Wie auch immer: "Ich will Gold gewinnen, bin aber schon sehr zufrieden, wenn ich mit einer Medaille heimkehre." Es wäre der dritte EM-Podestplatz nach Silber 2022 im Zehnkampf und Bronze 2024 im Weitsprung.

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