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Keystone-SDA | Montag, 15. Juni 2026

Spaniens Trümpfe und Irans brisanter Kurztrip

Mit dem fitten Lamine Yamal und dem zurückgekehrten Gavi setzt Luis de la Fuente auf frische Impulse. Spaniens Nationaltrainer sieht sein Team vor dem Auftakt gegen Kap Verde bereit für den WM-Titel.

Man mag es kaum glauben, aber seit dem Titel 2010 ist Spanien an einer WM nie über die Achtelfinals hinausgekommen. In Brasilien mussten die Iberer 2014 als Titelverteidiger in einer Gruppe mit den Niederlanden, Chile und Australien bereits nach der Vorrunde die Heimreise antreten.

Nun scheint Spanien aber gewappnet. Als Nations-League-Sieger 2023 und Europameister 2024 gehört das Team von Luis de la Fuente zu den Topfavoriten auf den WM-Titel. Das Spiel am Montag gegen Aussenseiter Kap Verde in Atlanta sollte Formsache sein. Zumal der Coach der "Furia Roja" personell aus dem Vollen schöpfen kann.

Yamal und Williams einsatzbereit

Die lange verletzten Offensivstars Lamine Yamal und Nico Williams sind rechtzeitig für den Turnierauftakt fit geworden. "Alle werden für das Spiel gegen Kap Verde zur Verfügung stehen. Das heisst aber nicht zwangsläufig, dass sie spielen", sagte De la Fuente. Beim erst 18-jährigen Yamal kommt selbst der Coach nicht aus dem Schwärmen: "Fussballerisch ist er unglaublich reif. In Kombination mit seinem Talent ist das der Grund, warum so viel über ihn gesprochen wird."

Darüber hinaus trainiere Yamal "drei Stunden pro Tag, geht in den Kraftraum, zum Physio, zum Psychologen und Ernährungsberater". Für den klaren Kopf hat er den Trainer: "Wir müssen dafür sorgen, dass er auf dem Boden bleibt. Das tut er bereits, aber wir müssen ihm nahe bleiben. Diese WM ist eine grosse Chance, sein ganzes Talent zu zeigen."

Mit Gavi, ohne "Königliche"

Eine weitere Schlüsselrolle soll Gavi einnehmen. Der 21-jährige Mittelfeldspieler ist nach zwei schweren Knieverletzungen seit März wieder zurück und steigerte sich zum Ende der Saison immer mehr. Für De la Fuente wird die Mannschaft durch Gavis blosse Anwesenheit besser. "Er ist enorm wichtig, weil er unglaubliche Energie mitbringt, von seinen Mitspielern viel verlangt." Gavi trainiere mit Intensität, Lebensfreude und Enthusiasmus. "Das steckt die Gruppe an. Er verkörpert die Identität des Teams."

Eine Identität, die nicht von Spielern von Real Madrid geprägt wird. Erstmals tritt Spanien an einer WM ohne einen Spieler des Rekordmeisters an. De la Fuente sieht das pragmatisch: "Wir haben die Bedürfnisse der Mannschaft abgedeckt. Mir ist es egal, für welchen Klub jemand spielt."

Irans US-Visite

In der Nacht auf Montag beginnt die WM auch für den Iran. Der Fussball gerät dabei vorübergehend in den Hintergrund. Seit Ende Februar befindet sich das Land in einem militärischen Konflikt mit Gastgeber USA. Der Iran hat sein WM-Quartier deshalb nach Mexiko verlegt und soll nur am Spieltag ein- und wieder ausreisen. Brisant: Wenn der Iran Platz 2 in seiner Gruppe G belegt, ist im Sechzehntelfinal ein sportliches Duell mit den USA möglich.

Nach monatelangen Diskussionen bis hinein in die höchste Politik soll für den Iran alles ganz schnell gehen. Der erste Auftritt in den USA wird ein sehr kurzer werden. Mit dem Bus geht es am Montag vom mexikanischen Tijuana ins zwei Stunden entfernte Inglewood nahe Los Angeles. Dort absolvieren die Iraner das erste Gruppenspiel gegen Neuseeland (Dienstag, 3.00 Uhr Schweizer Zeit), im Anschluss reist das Team zurück über die Grenze ins Teamquartier.

Das übliche FIFA-Protokoll mit Anreise am Vortag und Abreise am Tag nach der Partie? Gilt für den Iran nicht. Es ist der Minimalkompromiss, auf den sich der Fussball-Weltverband, die US-Regierung und die Machthaber im Iran einigen konnten. Dass ein WM-Gastgeber Krieg gegen einen der Teilnehmer führt - so etwas hat es in der 96 Jahre langen Geschichte des wichtigsten Fussball-Turniers der Welt bisher nicht gegeben. Zeitweise standen ein Ausschluss, ein Boykott oder die Verlegung der Vorrundenpartien zum Beispiel nach Mexiko zur Debatte. Doch nichts davon trat ein.

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