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Keystone-SDA | Donnerstag, 05. Dezember 2024

Stefan Schärer tritt als Eishockeyverbandspräsident zurück

Stefan Schärer gibt sein Amt als Verwaltungsratspräsident der Swiss Ice Hockey Federation (SIHF) per sofort ab. Dies gab der Eishockeyverband am Donnerstag bekannt.

Schärer folgte im September 2023 auf den Berner Michael Rindlisbacher, der nach acht Jahren an der Spitze des Schweizer Eishockeyverbandes zurücktrat. Der frühere Spitzen-Handballer Schärer, der sich nach seiner Profikarriere als erfolgreicher Unternehmer ein grosses Netzwerk geschaffen hat, wurde damals als eine Art Heilsbringer angekündigt. Er sollte im Schweizer Eishockey den Frieden wieder herstellen, nachdem sich die Parteien mit der Abspaltung der National League von Swiss Ice Hockey im Jahr 2021 zerstritten hatten.

Das ist ihm offensichtlich nicht gelungen - im Gegenteil. Statt die Wogen zwischen der Liga und dem Verband zu glätten, ist der 59-Jährige intern immer mehr unter Druck geraten. Wie die "NZZ" schreibt, sei zuletzt selbst ein möglicher Streik in der Geschäftsstelle ein Thema gewesen. Schärer soll mit seinem harten Führungsstil viele Mitarbeiter gegen sich aufgebracht haben.

Schärer beklagt fehlende Kompromissbereitschaft

Mit seiner Demission zog Schärer nun die Konsequenzen. Die Aufgabe habe ihn anfänglich gereizt, liess er sich am Donnerstag in einem Communiqué des Verbandes zitieren. "Leider wurde mir bald bewusst, dass unsere Strukturen äusserst komplex sind und es alles andere als einfach ist, mehrheitsfähige Beschlüsse voranzutreiben, da teilweise auch die Kompromissbereitschaft der verschiedenen Stakeholder fehlt."

Vor diesem Hintergrund sei er zum Entschluss gekommen, dass er seine Zeit und Energie ab 2025 für Mandate und Projekte einsetzen möchte, bei denen Fortschritte schneller erzielt werden können, so Schärer, der die SIHF weiter im Vorstand von "OPWS20238" vertreten wird. Der Verein setzt sich für eine Schweizer Kandidatur für die Olympischen Winterspiele 2038 ein.

Nachfolger wird gesucht, Probleme bleiben

Mit Schärers Abgang lösen sich die Probleme im Schweizer Eishockey aber nicht einfach in Luft auf. Die National League reitet zwar auf einer Erfolgswelle, der Unterbau ist jedoch eine grosse Baustelle. Die Swiss League kämpft seit der Abspaltung vor drei Jahren weiter ums Überleben und auch die Zahl der bedeutenden NHL-Drafts hat in den letzten Jahren stark abgenommen.

Der neue Präsidenten steht vor grossen Herausforderungen. Bis ein Nachfolger gefunden ist, übernimmt Vizepräsident Marc-Anthony Anner die Führung des Verwaltungsrats.

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