Die digitale Ausgabe des Sarganserländers.
Süssli sieht keinen Ruck in der Schweiz trotz russischer Aggression
Trotz des russischen Angriffs auf die Ukraine vor knapp vier Jahren sieht Armeechef Thomas Süssli die Schweizer Politik davon unbeeindruckt. "Ich habe nicht das Gefühl, dass seither ein Ruck durchs Land gegangen wäre", sagt er im Gespräch mit der "NZZ" vom Samstag.
Süssli sieht dafür drei Gründe. Erstens liege der letzte Krieg auf Schweizer Boden fast 180 Jahre zurück - der Sonderbundskrieg von 1847. "Wir haben deswegen zum Glück keine kollektive Erinnerung an Kriege, anders als etwa Estland oder Polen", sagt er. Zweitens wirke der Ukraine-Krieg für viele weit weg. "Tatsächlich liegen zwischen uns und der Ukraine aber nur zwei Länder: Ungarn und Österreich", warnt Süssli.
Und drittens gebe es die Vorstellung, dass Neutralität automatisch schütze. Es gebe aber mehrere neutrale Länder, die unbewaffnet waren und in einen Krieg hineingezogen wurden. Wenn die Schweiz erst ab 2032 oder 2035 ein Prozent des Bruttoinlandproduktes investieren wolle, dauere es bis etwa 2050, um das Land verteidigungsbereit zu machen. Das sei angesichts der Bedrohung zu lang.
















Kommentare (0)
Schreibe einen Kommentar