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Keystone-SDA | Montag, 06. Juli 2026

Three Lions schütteln 40 Jahre altes Trauma im Aztekenstadion ab

Fünf Tore, zwei Penaltys, ein Pfostenschuss, ein Platzverweis und die erste WM-Niederlage für Mexiko im Aztekenstadion: England besteht in einem wilden Achtelfinal den ersten richtigen Härtetest.

Die Three Lions schlugen den Co-Gastgeber in der Nacht auf Montag im Aztekenstadion von Mexiko City in einer spektakulären Partie 3:2 und überwanden damit auch ein 40-jähriges Trauma. Jude Bellingham mit einem Doppelschlag (36./38. Minute) und Harry Kane (60.) per Foulpenalty trafen für die Engländer. Mexiko konnte durch Julian Quiñones (42.) und Raul Jimenez (69./ebenfalls vom Penaltypunkt) nur verkürzen.

Für einmal brauchte es nicht nur einen Harry Kane in Bestform, auch Jude Bellinghams Tore und Jordan Pickfords Paraden waren für den Erfolg nötig. Zum elften Mal trat Mexiko in einem WM-Spiel im Aztekenstadion an, zum ersten Mal mussten sich die Zentralamerikaner mit dem Heimvorteil des Heimpublikums und der dünnen Höhenluft 2200 Meter über dem Meeresspiegel geschlagen geben.

Dabei stemmten sich die Mexikaner mit aller Macht gegen das WM-Aus. Viermal musste Pickford bereits in der ersten Halbzeit glänzen, dreimal alleine in den letzten drei Minuten vor der Pause. Weitere Paraden waren gefragt, nachdem Jarell Quansah in der 54. Minute für ein zu hartes Einsteigen die Rote Karte sah - die letzte zeigte Pickford tief in der Nachspielzeit.

Kane: "Alles sprach gegen uns"

"Es war ein verrücktes Spiel. Wir mussten kämpfen. Alles sprach gegen uns, aber wir haben einen Weg gefunden, uns durchzusetzen", befand Captain Kane, der nach einer Stunde vom Penaltypunkt seinen sechsten Treffer im Turnier erzielte und dank dem Sieg weiter mit Lionel Messi und Kylian Mbappé (je sieben Tore) um den Goldenen Schuh für den besten WM-Torschützen spielt.

Auch Englands Presse war sich der kniffligen Aufgabe bewusst, die das Team von Trainer Thomas Tuchel zu bestehen hatte. "Wir waren gekommen, um zu sehen, wie England versucht, den grössten Sieg seiner WM-Geschichte ausserhalb der britischen Inseln einzufahren. Am Ende gab es etwas noch Grösseres - ein episches Ereignis, über das wir in der Geschichte der englischen Nationalmannschaft noch jahrelang sprechen werden. Zunächst einmal: Mexikos Serie von 26 ungeschlagenen Spielen im Aztekenstadion seit 2013 ist vorbei. Sie endete damit, dass der arme Kerl an der Lautsprecheranlage des Stadions den Play-Knopf drücken musste und knapp 78'000 Mexikaner 'Thirty Years of Hurt' hören mussten", schrieb der "Telegraph".

"The Guardian": "Schönster Sieg in der K.o.-Phase einer WM seit 1966"

Für den "Guardian" war es "Englands schönster Sieg in der K.o.-Phase einer Weltmeisterschaft seit 1966". Es sei "der Kontext dieses Spiels, der es von den anderen abhob. England betrat das chaotische Estadio Azteca - ein Stadion, das für die Engländer mit ganz besonderen Erinnerungen behaftet ist -, um sich der ganzen Kraft der mexikanischen Nation zu stellen. Und dazu eine Mannschaft, die hier so gut wie nie verliert."

Zu den besagten "ganz besonderen Erinnerungen" gehört die "Hand Gottes" vor 40 Jahren - respektive die "Hand eines Schurken", wie Bobby Robson es ausdrückte. Diego Armando Maradona beförderte die Engländer im WM-Viertelfinal 1986 mit seinem nicht geahndeten Handstor aus dem Turnier. "Ich hoffe, wir können endlich Frieden mit dem Stadion schliessen", sagte Thomas Tuchel deshalb vor dem Spiel und beschwor das Karma. Diese werde "zu uns zurückkehren. Wir werden das Ganze umdrehen."

Nächste Station der Engländer auf dem Weg in den zweiten WM-Final der Verbandshistorie ist am nächsten Samstag Norwegen, das sich gegen Brasilien dank Doppeltorschütze Haaland 2:1 durchsetzte.

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