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Keystone-SDA | Samstag, 28. Februar 2026

Thun auf den Spuren von GC und Kaiserslautern

Thun führt die Super League zwölf Spieltage vor Schluss mit 14 Punkten Vorsprung an und ist auf bestem Weg, als Aufsteiger den Titel zu holen - so wie einst die Grasshoppers oder Kaiserslautern.

Wer vor der Saison auf Thun als Schweizer Meister gewettet hätte, der wäre für verrückt erklärt worden. In der Favoritenrolle waren andere. Titelverteidiger Basel mit dem in der letzten Saison so überragenden Xherdan Shaqiri. Die Young Boys, die mit einem neuen Teamgefüge zu alter Stärke zurückfinden wollten. Das effiziente Lugano. Vielleicht auch das kämpferische St. Gallen.

Aber Thun? Den Aufsteiger hatte niemand auf der Rechnung. Klar, die Berner Oberländer hatten in der Challenge League überzeugt, setzten sich unter anderem gegen Aarau durch. Aber eine Liga höher würde es schwer werden für den Aufsteiger, da waren sich die Experten sicher.

Der Traum rückt näher

Nun, die Thuner machten in der Super League einfach da weiter, wo sie in der Challenge League aufgehört hatten. Rund sieben Monate sind seit dem ersten Spieltag vergangen. Wer meinte, der 2:1-Sieg zum Auftakt in Lugano sei ein Ausrutscher der Tessiner und ein glücklicher Thuner Sieg im Sog der Aufstiegseuphorie gewesen, wurde in der Folge eines Besseren belehrt. Aus dem Aufsteiger ist der Titelkandidat Nummer 1 geworden.

Am Mittwoch feierten die Thuner mit dem souveränen 3:0-Sieg in Winterthur ihren neunten Sieg in Serie. Satte 14 Punkte beträgt der Vorsprung auf St. Gallen. Der erste Meistertitel in der Vereinsgeschichte, er rückt näher und näher.

"Träumen ist das letzte, was man einem Menschen nehmen kann", sagte Präsident Andres Gerber im November im Gespräch mit Keystone-SDA, als die Thuner nach 13 Runden neun Punkte Vorsprung auf den ersten Verfolger hatten. "Ich würde lügen, wenn ich nicht davon träume. Es ist schon ein Ziel, eine Vision", so Gerber. Sie würden jeden Tag zur Arbeit und jedes Wochenende auf den Platz gehen, "weil wir gewinnen wollen. Die Quintessenz daraus ist, wenn du immer gewinnst, dass du am Ende ganz oben stehst." Trainer Mauro Lustrinelli schlug in die gleiche Kerbe und formulierte es damals noch etwas offensiver. "Den 2. Platz unterschreiben? Wieso sollten wir?"

Bodenständig, nicht abgehoben, aber mit gesundem Selbstvertrauen und Urvertrauen in die eigenen Fähigkeiten: In Thun entsteht dank harter Arbeit und Kontinuität Grosses. Wohin der Weg führt, ist offen. "Äuä wären wir schon zufrieden mit Platz 2, aber du weisst ja jetzt nicht, wie es laufen wird", sagte Gerber im November.

Das Zauberwort Resilienz

Dass ein Aufsteiger zum Titel durchmarschiert, hat es in der Schweiz erst einmal gegeben. Den Grasshoppers gelang das Kunststück in der Saison 1951/52. Mit einem 3:2 gegen La Chaux-de-Fonds sicherten sich die Zürcher den Titel einen Punkt vor dem Stadtrivalen FCZ. Ahnend, dass sich die Geschichte so schnell nicht wiederholen würde, schrieb der "Sport" im Juni 1952: "Das Double im Jahre des Wiederaufstiegs errungen zu haben, ist schon eine Sonderleistung, die so schnell kaum jemand nachmachen wird."

Das Double ist für Thun nicht mehr möglich nach dem überraschenden Ausscheiden in der ersten Cup-Runde gegen den FC Breitenrain aus der Promotion League. Dass es nicht immer aufwärts gehen kann, Rückschläge verarbeitet werden müssen, dessen sind sie sich im Berner Oberland bewusst. "Ein wichtiges Wort für mich ist Resilienz", so Mauro Lustrinelli. "Wenn Situationen kommen, in denen nicht alles rund läuft, müssen wir ruhig bleiben und als Team da herausfinden. Das ist ein Prozess." Ein Prozess, an dessen Ende der ganz grosse Coup warten könnte.

Wie es sich anfühlt, den Grossen ein Schnippchen zu schlagen, wissen auch ehemalige Schweizer Internationale. Gökhan Inler figurierte im Team von Leicester City, das 2016 sensationell Meister in der Premier League wurde - im zweiten Jahr nach dem Aufstieg in die Beletage des englischen Fussballs, in der sonst die grossen Klubs aus Manchester oder London den Ton angaben.

Die lobenden Worte von Sforza

Ein anderer Schweizer schaffte mit Kaiserslautern das, was Thun nun anstrebt: Den Durchmarsch von der Zweitklassigkeit zum Meistertitel. Ciriaco Sforza gelang mit dem 1. FC Kaiserslautern das "Wunder vom Betzenberg". Als Captain führte er die "Roten Teufel" unter der Regie von Otto Rehhagel in der Saison 1997/98 zum Titel, zwei Punkte vor den Bayern.

"Dass Präsident Gerber vom Meistertitel spricht, finde ich super. Das zeigt, dass man vor niemandem Angst hat. Das ist eine Waffe", sagte Sforza Ende Oktober gegenüber "Blick". Klar, Basel, YB und Co. hätten mehr Mittel und mehr individuelle Klasse zu bieten. "Aber", so Sforza, "ein gutes Kollektiv kann am Ende immer triumphieren". Das sei schon damals so gewesen, in Kaiserslautern: "Alle dachten, wir sacken irgendwann zusammen, aber das hat uns erst recht einen zusätzlichen Schub gegeben."

Am Samstag gastiert mit dem FC Luzern das nach Thun formstärkste Team der Liga in der Stockhorn Arena. Ein möglicher Stolperstein, denken die einen. "Eine 'geile' Challenge", sagt Lustrinelli am Mittwoch nach den drei Punkten in Winterthur gegenüber SRF. "Je länger es dauert, umso schöner ist es. Es wird immer wie schwieriger, aber die Herausforderung damit umso fantastischer." Vielleicht liegt genau darin das Geheimnis der Thuner: In jeder Aufgabe nicht das Problem, sondern eine Herausforderung zu sehen.

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