/fileadmin/images/sarganserlaenderlogo.png
Alle Neuigkeiten auf einen Blick.
E-Paper

E-Paper

Die digitale Ausgabe des Sarganserländers.

Zeitungsarchiv

Zeitungsarchiv

Alle Ausgaben seit dem Jahr 2003.

Abo

Abo

Sarganserländer von Montag bis Freitag online oder in Print lesen.

Siga-Podcast

Siga-Podcast

Ä Ohr voll Heimat – der Siga-Podcast vom «Sarganserländer»

Grossauflage

Grossauflage

Lesen Sie hier die aktuelle Grossauflage kostenlos

Inserieren

Inserieren

Ihre Werbung am richtigen Ort.

Buchshop

Buchshop

Hier finden Sie die von der SL Druck + Media AG herausgegebenen Bücher.

Immobilien

Immobilien

Die Immobilienbörse der Region

Unternehmen

Unternehmen

Die SL Druck + Medien AG

Traueranzeigen

Traueranzeigen

Todesanzeigen / Danksagungen aufgeben

Eventbus

Eventbus

Mit Brunner Ferienreisen AG und Sarganserländer ans Konzert

Rubriken

Sport
Keystone-SDA | Montag, 06. Juli 2026

Trump bestätigt, um Überprüfung gebeten zu haben

Die Einflussnahme von Donald Trump bei der durch die FIFA aufgehobenen Sperre für den amerikanischen Topstürmer Folarin Balogun ruft viel Kritik hervor.

Dieser in der jüngeren WM-Geschichte beispiellose Vorgang ist jetzt schon ein Politikum - und hat das Zeug, für Konsequenzen weit über den Fall Balogun hinaus zu sorgen. Präsident Donald Trump bestätigte am Montag am Rande eines Anlasses im Weissen Haus, dass er bei FIFA-Chef Gianni Infantino angerufen hat, um sich für eine Aussetzung der Rot-Sperre von Balogun für den WM-Achtelfinal gegen Belgien in Seattle (Dienstag, 2.00 Uhr MESZ) einzusetzen.

"Ich habe um eine Überprüfung gebeten, weil ich nicht dachte, dass es ein Foul war", sagte Trump. Des weiteren betitelte der amerikanische Präsident die Rote Karte als "ungerecht" und den Schiedsrichter der Partie USA gegen Bosnien-Herzegowina als "zweifelhaft".

Garcia: "Ist das ein April-Scherz?"

Am Sonntag hatte der Weltverband mitgeteilt, dass Balogun trotz seiner Roten Karte im Achtelfinal gegen Belgien spielen darf. "Ich habe nicht gewusst, dass der 5. Juli bei der FIFA mit dem 1. April gleichgesetzt wird", äusserte sich Belgiens Nationaltrainer Rudi Garcia ironisch.

Der belgische Verband forderte von der FIFA schriftlich eine Erklärung. Dies habe der Weltverband als formalen Einspruch gewertet und diesen als unzulässig abgewiesen, teilten die Belgier wenige Stunden vor Anpfiff des Spiels mit.

International hagelte es Kritik. "Der schamlose Donald Trump und seine unterwürfige Marionette Gianni Infantino haben diese Weltmeisterschaft in eine Jauchegrube gezogen", schrieb "Daily Mail" in Grossbritannien besonders plakativ.

UEFA: "Rote Linie überschritten"

Laut der Europäischen Fussball-Union UEFA wurde mit dem Entscheid "eine rote Linie überschritten". Nach Ansicht der UEFA stehen Integrität und Glaubwürdigkeit auf dem Spiel, "wenn die Rechtssicherheit der Regeln nicht mehr von ihren Hütern gewährleistet wird", hiess es in der Stellungnahme.

Sportrechtsexperten beurteilen die Entscheidung sehr kritisch. "Der Beschluss der FIFA, die Rote Karte für das nächste Spiel aufzuheben und zur Bewährung auszusetzen, ist rechtswidrig", sagte Thomas Summerer, Fachanwalt für Sportrecht in München, der Deutschen Presse-Agentur.

Drohen im Fall des US-Stürmers juristische Folgen? "Die Sperre für das nächste Spiel tritt automatisch in Kraft und eröffnet keinen Ermessensspielraum", so Summerer. "Falls der Spieler im nächsten Spiel eingesetzt wird, ist dieses Spiel durch einen Verstoss gegen die Statuten infiziert und würde dazu führen, dass Belgien im Fall einer Niederlage das Ergebnis anfechten kann. Damit wäre der gesamte weitere Turnierverlauf gefährdet."

Solbakken: "Nicht gut für den Sport"

Der Vorgang an sich erinnert an die WM 1962, als der Brasilianer Garrincha im Halbfinal Rot sah - und im Final wenige Tage später trotzdem spielen durfte. Im aktuellen Fall ist der Entscheid der FIFA besonders bemerkenswert: Zwar wurde die Rote Karte gegen Balogun kontrovers diskutiert, da sein Tritt gegen Tarik Muharemovic in einem Zweikampf zwar hart, aber offensichtlich unabsichtlich war. Doch während der Partie in Santa Clara wurde sie für richtig befunden, schliesslich wurde die Strafe erst nach Überprüfung durch den Video Assistant Referee (VAR) ausgesprochen.

Diese Aussetzung der Rot-Sperre sei "ein grosse Irrtum der FIFA", sagte der norwegische Nationaltrainer Stale Solbakken nach dem 2:1-Sieg im Achtelfinal gegen Brasilien. "Das ist ein sehr, sehr, sehr, sehr, sehr schlechter Entscheid, der für den Sport nicht gut ist", legte Solbakken nach.

Tuchel: "Einfach seltsam für mich"

Auch Englands Nationaltrainer Thomas Tuchel reagierte mit grossem Erstaunen. "Ich denke, um ganz klar zu sein, dass es keine Rote Karte war. Aber der VAR war involviert. Drei Leute vom VAR und der Schiedsrichter haben es gecheckt und hatten die Meinung, dass es eine Rote Karte war. Es wurde also ein Entscheid getroffen", sagte Tuchel.

"Wer kippt diesen Entscheid dann - und wann? Und auf welcher Grundlage? Wie weit geht das jetzt? Es ist einfach seltsam für mich. Wir wollen Konsistenz in den Entscheiden haben", mahnte der Deutsche. Tuchel sagte nach dem 3:2 der Three Lions im WM-Achtelfinal gegen Mexiko zudem: "Legen wir jetzt Berufung ein, wenn eine Gelbe Karte keine Gelbe Karte ist?" Man könnte jetzt endlos debattieren, so Tuchel. "Wo fängt es an und wo hört es auf?"

Blatter: "Quo vadis, FIFA?"

Auch der frühere FIFA-Boss Sepp Blatter rügt den Verband. "Rote Karten werden nicht durch politische Telefonanrufe aufgehoben. Sie werden auf der Grundlage von Regeln, Beweisen und durch unabhängige Gremien revidiert. Wenn ein US-Präsident beim FIFA-Präsidenten interveniert - und ein Spieler plötzlich vor einem K.-o.-Spiel der Weltmeisterschaft freigesprochen wird -, stellt sich unweigerlich die Frage: Quo vadis, FIFA?", schrieb der 90-jährige Walliser bei X. "Der Fussball darf niemals zum Spielball politischer Machtinteressen werden", forderte der langjährige FIFA-Präsident weiter.

Zurück

Kommentare (0)

    Schreibe einen Kommentar
    ×

    Name ist erforderlich!

    Geben Sie einen gültigen Namen ein

    Gültige E-Mail ist erforderlich!

    Gib eine gültige E-Mail Adresse ein

    Kommentar ist erforderlich!

    * Diese Felder sind erforderlich.