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Uralter Hund aus Schaffhausen wirft neues Licht auf Hundeherkunft
Hunde waren schon vor über 14'000 Jahren treue Begleiter von Menschen in Europa. Bereits zur Zeit der Jäger und Sammler waren sie weit verbreitet, wie neue genetische Analysen zeigen. Der älteste in der Studie analysierte Hund wurde in der Schweiz entdeckt.
Für die am Mittwoch in der Fachzeitschrift "Nature" veröffentlichte Studie untersuchte ein Forschungsteam um Anders Bergström vom Francis-Crick-Institut in London (GB) DNA-Proben von 200 Hunden und Wölfen aus Europa.
Die Ergebnisse zeigen, dass Hunde bereits am Ende der letzten Kaltzeit vor etwa 11'700 Jahren fest in menschliche Gemeinschaften integriert waren.
14'200 Jahre alter Schaffhauser Hund
Das älteste untersuchte Tier war ein Hund aus dem Kesslerloch, einer Höhle bei Thayngen im Kanton Schaffhausen. Die Überreste des Hundes wurden mit Hilfe der Radiokarbonmethode auf ein Alter von 14'200 Jahren bestimmt. Bei der Radiokarbonmethode wird anhand des Zerfalls des radioaktiven Kohlenstoffisotops C14 berechnet, wie lange ein Tier bereits tot ist. Denn nach dem Tod wird kein neues C14 mehr aufgenommen, und der vorhandene Anteil zerfällt mit der Zeit in einem bekannten Tempo.
"Zwar erlaubt dieses Ergebnis keine genaue Bestimmung des Zeitpunkts der Domestikation, doch es ist plausibel, dass diese mehrere Jahrtausende vor 14'200 Jahren stattfand", schreibt das Team.
Die Analyse des Genoms zeigt, dass der Kesslerloch-Hund Vorfahren mit Hunden aus anderen Regionen teilte. Dies spricht laut den Forschenden dagegen, dass diese frühen Hunde Europas von lokalen europäischen Wölfen abstammen. Vielmehr gehörten sie zu einer weiter verbreiteten Abstammungslinie mit starken Wurzeln im Osten, etwa in Sibirien. Dies spricht dafür, dass der Hund vermutlich nicht in Europa domestiziert wurde.















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