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Vier Schweizer auf unterschiedlichen Tour-Missionen
Von den 184 Radprofis, die am Samstag in Barcelona zur 113. Tour de France starten, sind vier Schweizer. Drei hoffen auf ihre Chance in Fluchtgruppen, einer soll diese möglichst lange kontrollieren.
Für das Schweizer Team Tudor ist es nach der Premiere im Vorjahr die zweite Teilnahme an der Tour de France. Ambitionen auf den Gesamtsieg hat die Equipe von Mitbesitzer Fabian Cancellara nicht. Das erklärte Ziel ist ein Etappensieg - es wäre der erste an einer Grand Tour in der noch jungen Teamgeschichte.
Angeführt wird die achtköpfige Equipe von Julian Alaphilippe, dem Weltmeister von 2020 und 2021. Der 34-jährige Franzose soll seine Chance als Ausreisser-Spezialist auf Etappen mit klassikerähnlichem Profil erhalten.
Hirschis Suche "nach dem richtigen Moment"
Das gilt auch für Marc Hirschi, der seine fünfte Frankreich-Rundfahrt bestreitet. Der Berner gewann 2020 als bislang letzter Schweizer eine Tour-Etappe und feierte damit seinen internationalen Durchbruch. Seither war seine Karriere jedoch immer wieder von Rückschlägen geprägt, zuletzt von einem im April erlittenen Schlüsselbeinbruch.
"Insgesamt ist meine Form gut, ich bin frisch, und die Entwicklung zeigt in die richtige Richtung", sagt Hirschi drei Tage vor dem Tour-Start. Er hoffe, dass er sich Tag für Tag weiter steigern könne.
Für ein erneutes Erfolgserlebnis brauche es vor allem eines. "Man muss sich jeden Tag in die richtige Position bringen, nie aufgeben und alles versuchen, um vorne dabei zu sein. Irgendwann kommt dieser Moment vielleicht wieder, in dem alles zusammenpasst", so Hirschi.
Sein Teamkollege Yannis Voisard gibt sein Debüt an der Tour de France. Der Jurassier soll zusammen mit dem Australier Michael Storer sein Glück in den Bergen versuchen. Angesprochen auf die Dominanz von Pogacar und Vingegaard meint Voisard: "Natürlich fahren sie auf einem anderen Niveau. Aber es wird in den drei Wochen sicher Chancen geben. Dann muss man sie nutzen."
Schmid möchte Verpasstes nachholen
Eine solche Gelegenheit hätte Mauro Schmid bei seinem Tour-Debüt im Vorjahr beinahe beim Schopf gepackt, als er sich in der 11. Etappe im Sprint nur knapp seinem norwegischen Fluchtgefährten Jonas Abrahamsen geschlagen geben musste. Gemessen an den bisherigen Saisonresultaten reist der Zürcher heuer als aussichtsreichster Schweizer an die Tour. Damit es diesmal mit seinem zweiten Sieg bei einer Grand Tour - 2021 gewann er eine Etappe am Giro - klappt, will Schmid "möglichst viele Fluchtgruppen erwischen". Denn "auf den Etappen, die mir liegen, dürfte ich freie Fahrt erhalten", blickt der vielseitige und endschnelle Allrounder voraus.
Eine ganz andere Aufgabe hat Silvan Dillier. Der Aargauer bestreitet seine siebente Tour de France und zählt zu den wichtigsten Helfern im Team Alpecin-Premier Tech. Seine Rolle besteht darin, Fluchtgruppen möglichst lange unter Kontrolle zu halten, damit seine Captains Mathieu van der Poel und Jasper Philipsen ihre Chancen im Finale nutzen können.
Ohne Küng, Bissegger und Christen
Nicht am Start steht Stefan Küng. Für den Thurgauer kommt die Tour de France nach seinem im April zugezogenen Oberschenkelbruch noch zu früh. Nach seinem Comeback an den Schweizer Meisterschaften in der vergangenen Woche arbeitet der Klassiker- und Zeitfahr-Spezialist weiter am Formaufbau. Nach einem dreiwöchigen Höhentrainingslager in den französischen Alpen bestreitet Küng im August die Polen-Rundfahrt und, sofern alles optimal verläuft, anschliessend die Vuelta. Das grosse Ziel bleibt die WM im September in Montreal.
Ebenfalls nicht dabei ist Stefan Bissegger. Der Thurgauer, der bislang viermal an der Tour teilgenommen hat, wurde vom Team Decathlon überraschend nicht berücksichtigt. Bissegger galt lange als gesetzt, letztlich gab jedoch die Nomination des niederländischen Sprinters Olav Kooij den Ausschlag.
Weniger überraschend ist das Fehlen von Jan Christen, der es bei UAE Emirates mit Topfavorit Tadej Pogacar wie erwartet nicht ins Aufgebot geschafft hat. Der 22-jährige Aargauer hatte seine gute Form zuletzt mit den Schweizer Meistertiteln im Zeitfahren und im Strassenrennen unterstrichen.

















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