Die digitale Ausgabe des Sarganserländers.
Von Fixstartern, Neuzugängen und Wackelkandidaten
In der Bundesliga mischen in der am Freitag beginnenden Saison 13 Schweizer mit. Abgesehen von Gregor Kobel und Fabian Rieder dürften viele von ihnen um einen Stammplatz kämpfen müssen.
Der Beste
Gregor Kobel geht bereits in seine sechste Saison als Goalie von Borussia Dortmund. Trotz herausragender Leistungen in den letzten Jahren und an der WM stand ein Wechsel in diesem Sommer nicht zur Debatte. Somit bleibt der 28-jährige Zürcher, der beim BVB noch einen bis Sommer 2028 gültigen Vertrag besitzt, der Rückhalt im Team von Niko Kovac. 15 Mal hielt Kobel in der vergangenen Saison seinen Kasten sauber, dazu erhielt der BVB nur 34 Gegentreffer - beides Spitzenwerte in der Liga. Vom Fachmagazin Kicker wurde Kobel zum zweiten Mal nach 2024 als bester Goalie der Bundesliga ausgezeichnet.
Die Neuen
Nach vier Jahren in Italien zog es Michel Aebischer in die Bundesliga. Der flexibel einsetzbare Mittelfeldspieler folgte Landsmann Mauro Lustrinelli zu Union Berlin. Der 29-Jährige dürfte wie in der Schweizer Nationalmannschaft auf seine Einsatzzeiten kommen. Beim 4:2-Sieg im Cup gegen Zweitligist Braunschweig wurde der Freiburger in der Schlussviertelstunde eingewechselt.
Ebenfalls zu seinem Pflichtspieldebüt für seinen neuen Klub kam Cedric Itten. Der Stürmer, der Fortuna Düsseldorfs Gang in die 3. Liga trotz 15 Toren nicht verhindern konnte, stand bei Bremens 3:0-Erfolg über den Lüneburger SK Hansa 30 Minuten auf dem Rasen. Der 29-Jährige ist nach der Verpflichtung von Niclas Füllkrug maximal die Nummer 2 im Sturmzentrum der Hanseaten.
Einen schwierigen Start bei Hoffenheim verzeichnete Alessandro Vogt. Den Neuzugang aus St. Gallen bremste eine Bänderverletzung im rechten Sprunggelenk aus. Mittlerweile ist der 21-jährige Stürmer zwar wieder fit. Im Cup gehörte er jedoch noch nicht zum Kader. Ohnehin ist die Konkurrenz beim Europa-League-Teilnehmer aus dem Kraichgau in der Offensive gross. Der umworbene Fisnik Asllani scheint nun doch noch eine Saison zu bleiben, was die Chancen von Vogt weiter schmälert.
Die Hoffnungsträger
Nach seinem Abgang von den Young Boys vor drei Jahren suchte Fabian Rieder sein Glück lange vergeblich. Bei Stade Rennes konnte sich der Mittelfeldspieler nicht durchsetzen, bei der Leihstation Stuttgart landete er nach verheissungsvollem Start schnell auf dem Abstellgleis. Erst der Wechsel nach Augsburg liess den Linksfuss wieder aufblühen. Sechs Tore und vier Vorlagen steuerte Rieder zuletzt zum souveränen Klassenerhalt bei. Auch in der neuen Saison ist der Berner als Fixpunkt im Team von Manuel Baum eingeplant.
Wenn auf einen der Begriff Pechvogel zutrifft, dann auf Luca Jaquez. Immer wieder bremsten den Verteidiger Verletzungen aus. Nachdem er sich in Stuttgart im vergangenen Jahr zum Saisonauftakt in der Innenverteidigung einen Stammplatz erkämpft hatte, brach er sich die Nase. Wenig später setzte ihn eine Oberschenkelverletzung lange ausser Gefecht. Ein Spiegelbild zeigte sich in der Nationalmannschaft: Nach starker Leistung an der WM gegen Kanada mit zwei Torbeteiligungen fiel der 23-Jährige mit Muskelbeschwerden für den Rest des Turniers aus. Durch die Verletzung verpasste er auch den Saisonstart der Schwaben. Bleibt Jaquez verletzungsfrei, ist ihm ein Stammplatz im Team von Sebastian Hoeness durchaus zuzutrauen.
Die Wackelkandidaten
Miro Muheim und (in der Rückrunde) Bruno Ogbus gehörten in der vergangenen Saison zu den Stammkräften in Hamburg und Freiburg. Muheim schlägt sich mit muskulären Beschwerden herum und droht auf der linken Aussenbahn vom erst 16-jährigen Eigengewächs Louis Lemke abgelöst zu werden. Bei Freiburg ist die Konkurrenz in der Innenverteidigung mit dem gesetzten Matthias Ginter und den von Verletzungen genesenen Philipp Lienhart und Max Rosenfelder gross. Ogbus könnte (wieder) auf der Bank landen.
Trotz Captainamt ist Silvan Widmer in Mainz keine unumstrittene Stammkraft mehr. Er dürfte aber wie Joël Schmied in Köln und der derzeit noch verletzte Adrian Gantenbein bei Aufsteiger Schalke auf seine Einsatzminuten kommen. Um solche kämpfen müssen Leonidas Stergiou bei Stuttgart und der junge Rouven Tarnutzer in Freiburg.
Die Trainer
Urs Fischer übernahm Mainz im Dezember auf dem letzten Tabellenplatz und führte die 05er auf Platz 10. Das Ziel Klassenerhalt hat der Zürcher damit klar übertroffen. In der "Urs-Fischer-Tabelle" belegte Mainz gar den 7. Rang, nur zwei Punkte hinter den Europacup-Teilnehmern Leverkusen und Leipzig und noch vor Freiburg. Logisch, träumen sie in der Karnevalshochburg von einer erfolgreichen Saison, zumal mit Nadiem Amiri der absolute Führungsspieler trotz zahlreicher Angebote gehalten werden konnte.
Mauro Lustrinelli folgte nach dem sensationellen Meistertitel mit Thun dem Lockruf von Union Berlin. Die Eisernen beendeten eine turbulente Saison im 11. Rang. Eine Platzierung, die für Lustrinelli und sein Team zweifelsohne ein Erfolg wäre. Im Cup bekundete Union Mühe mit Zweitligist Braunschweig und siegte nach zweimaligen Rückstand 4:2. Der Start in die Bundesliga gestaltet sich mit den Duellen gegen Frankfurt, Leverkusen, Schalke, Bayern, Elversberg und Dortmund alles andere als leicht. Schonfrist wurde dem Tessiner aber schon von höchster Stelle gewährt: "Wir sind darauf vorbereitet, dass es vielleicht auch ein bisschen ruckelt am Anfang", kündigte Präsident Dirk Zingler an.
Die Aussteiger
Mit Nico Elvedi und Johan Manzambi verliessen zwei Spieler die Bundesliga, die ihren Klub geprägt haben. Elvedi wechselte nach elf (!) Jahren am Niederrhein von Borussia Mönchengladbach in die Premier League zu Leeds United, Shootingstar Manzambi brauchte für den Sprung in die beste Liga der Welt gerade mal eine herausragende Saison in Freiburg. Ebenfalls den viel zitierten "nächsten Schritt" auf der Karriereleiter ging Aurèle Amenda, den es von Frankfurt zu Premier-League-Aufsteiger Coventry City zog. Einen Schritt zurück machten Jonas Omlin (Gladbach) und Cédric Zesiger (Augsburg), die zu ihren Stammvereinen Basel respektive YB zurückkehrten. Ebenfalls nach Bern wechselte Isaac Schmidt, der in der letzten Saison von Leeds United an Bremen ausgeliehen war.

















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