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Keystone-SDA | Freitag, 28. August 2026

Wer wird "best of the Rest" in der Bundesliga?

Am Freitag beginnt die 64. Saison in der Bundesliga. Für Bayern München scheint der 36. Meistertitel der Klubgeschichte reserviert. Doch was passiert dahinter?

Die Dominanz der Bayern in der Bundesliga ist erdrückend. 13 der letzten 14 Meistertitel sicherten sich die Münchner. Einzig Bayer Leverkusen ist es in der Saison 2023/24 gelungen, dem Rekordmeister die Schale zu entreissen. "Mitschuld" an der Einöde im deutschen Fussball trägt Borussia Dortmund. Nicht etwa, weil die Nordrhein-Westfalen ein Jahr vor dem Triumphzug Leverkusens den sicher geglaubten Titel am letzten Spieltag gegen Mainz doch noch an die Bayern verschenkten. Vielmehr gründet der Ursprung der Münchner Dominanz in den letzten beiden Meistertiteln des BVB, den die Schwarz-Gelben unter dem heutigen Bundestrainer Jürgen Klopp 2011 und 2012 geholt haben.

Als in den Medien damals von einer vollzogenen Wachablösung die Rede war, konterte Uli Hoeness: "Dortmund ist eine relativ regionale Sache, Bayern ist ein Global Player." Der damalige Präsident und heutige Ehrenpräsident des FC Bayern mag mit den Aussagen übertrieben haben. Doch seinen Worten liess Hoeness Taten folgen. Nach und nach warb er in Mario Götze, Robert Lewandowski und Mats Hummels die besten Spieler aus Dortmund ab. Während der BVB in der Folge nur noch einmal an der Schale schnuppern konnte, marschierten die Bayern von Titel zu Titel. "Für uns war es gut, dass so ein Verein gekommen ist. Er hat uns auf ein anderes Level geführt", sagte Hoeness später.

Verstärkte Bayern, junge Dortmunder

Ein Verein, der die Bayern in der am Freitag beginnenden neuen Saison in Bedrängnis bringen könnte, ist nicht in Sicht. Der Rekordmeister konnte nicht nur alle wichtigen Leistungsträger halten, sondern seine ohnehin schon auf allen Positionen mit Weltklassespielern besetzte Mannschaft mit dem Marokkaner Ismael Saibari und dem deutschen Nationalspieler Nathaniel Brown gar noch verstärken. Einzig die Sorgen um den Gesundheitszustand von Jamal Musiala trüben die Vorfreude auf die neue Saison. Der 23-jährige Ausnahmekönner brach in der Vorbereitung innerhalb weniger Tage gleich zweimal auf dem Platz zusammen und machte in der Folge eine neurologische Dysfunktion dafür verantwortlich.

Der Rest der Liga ist bei weitem nicht auf dem Level der Bayern. In Dortmund will der neue Sportdirektor Ole Book an das Erfolgsmuster aus alten Zeiten anknüpfen und mit jungen, entwicklungsfähigen Spielern den Bayern dereinst wieder die Stirn bieten. Während die nicht immer frei von Kritik gestandenen Karim Adeyemi (zum FC Barcelona) und Julian Brandt (zu Ajax Amsterdam) den Klub verlassen haben, kamen in Konstantinos Karetsas und Joane Gadou hoffnungsvolle Talente. Vier von sechs Neuzugängen sind jünger als 20 Jahre. Ob das reicht, um die erfahrenen Bayern schon in dieser Spielzeit zu kitzeln, darf zumindest bezweifelt werden.

Gewichtige Abgänge bei Leipzig und Leverkusen

Umwälzungen gab es auch bei den weiteren Verfolgern. Leipzig musste in Yan Diomande den überragenden Spieler der vergangenen Saison Richtung Madrid ziehen lassen, Leverkusen verlor den magistralen Aussenverteidiger Alejandro Grimaldo an Atlético. Stuttgart hingegen konnte seine Mannschaft grossmehrheitlich zusammenhalten und punktuell gar noch verstärken. Unter anderen kam Dzenan Pejcinovic von Absteiger Wolfsburg. Der 25-Millionen-Neuzugang machte im Cup mit einem Hattrick gleich mal auf sich aufmerksam.

Apropos Wolfsburg: Die vom Automobilkonzern VW alimentierten Niedersachsen mit dem Schweizer Sportchef Pirmin Schwegler mussten nach 29 Jahren im Oberhaus gemeinsam mit Heidenheim und St. Pauli den Gang in die 2. Bundesliga antreten. Schalke, Elversberg und Paderborn nehmen deren Plätze ein, wobei vor allem der Aufstieg des Traditionsvereins aus Gelsenkirchen die Liga aufwertet.

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