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Vonns Olympia-Traum in Gefahr, aber noch nicht vorbei
Lindsey Vonn muss nach ihrem Sturz in der Abfahrt in Crans-Montana ins Spital. Die US-Amerikanerin verspürt Schmerzen im linken Knie und bangt um ihre Olympia-Teilnahme. Noch ist Traum nicht vorbei.
Lindsey Vonn rutschte nach ihrem Sturz auf der Piste Mont Lachaux auf ihren Ski ganz langsam ins Ziel. Immer wieder hielt sie sich schmerzverzerrt das linke Knie. Ausgerechnet bei der letzten Abfahrt vor den Winterspielen stürzte die Dominatorin der bisherigen Abfahrts-Saison heftig und verletzte sich dabei.
Der Unfall bei der kurz danach abgebrochenen Abfahrt im WM-Austragungsort von 2027 droht Vonns letztes grosses Ziel als Sportlerin zu gefährden: Die 41-Jährige wollte bei den Winterspielen eigentlich noch einmal die Welt verblüffen.
Knie verdreht
Ist der Gold-Traum der erfahrenen Athletin in Crans-Montana geplatzt? Nach wenigen Fahrsekunden und einem weiten Sprung verlor Vonn die Kontrolle und landete in den Fangnetzen. Dort blieb sie zunächst liegen, ihr linkes Knie war heftig zur Seite verdreht. Betreuer halfen der 84-fachen Weltcup-Siegerin auf die Beine. Vonn schnallte die Ski an und fuhr vorsichtig selbst hinunter ins Ziel.
Im Ziel winkte sie den Fans noch kurz, doch die verschlossene Miene und das mehrfache Schütteln des Kopfes liessen nichts Gutes erahnen. Nach dem Abbruch des Rennens flog ein Helikopter die Amerikanerin ins Spital. Der amerikanische Verband teilte in den sozialen Medien zunächst nur knapp mit, dass Vonn untersucht werde. Ihr Trainer Aksel Lund Svindal sagte dem ORF: "Sie hat ein bisschen Schmerzen. Aber ich bleibe positiv. Ich hoffe, dass nichts gerissen ist. Der linke Fuss und das linke Knie schmerzen."
Am späteren Nachmittag meldete sich dann die Athletin selbst über ihre Kanäle in den sozialen Medien. Sie habe sich tatsächlich das linke Knie verletzt und bleibe mit ihren Ärzten und ihrem Team im Gespräch, was zu tun sei, so Vonn. In den kommenden Tagen stehen für sie weitere Untersuchungen an. Das Ganze sei schwierig, aber: "Wenn ich etwas weiss, wie es geht, dann ist es ein Comeback zu geben."
Comeback-Story immer noch möglich
Vonns Absicht, eine einmalige Comeback-Story zu schreiben, bleibt also bestehen. Fast sechs Jahre nach ihrem Rücktritt im Februar 2019 war sie auf die Saison 2024/25 in den Weltcup zurückgekehrt. Schmerzfrei, nach dem Einsetzen einer Teilprothese aus Titan in ihrem rechten Knie. Die ehrgeizige Olympiasiegerin glaubte fest daran, 16 Jahre nach ihrem ersten olympischen Abfahrtsgold 2010 in Vancouver noch einmal um die wertvollste Medaille bei den Winterspielen mitfahren zu können.
Und diese Saison gab ihr recht: Von den bisherigen fünf Abfahrten im Weltcup gewann sie zwei und fuhr in den anderen drei auf das Podest. Der Sieg bei den Olympischen Spielen in Cortina, auf einer von Vonns Lieblingsstrecken, schien nur über sie zu gehen. Dann aber kam Crans-Montana - und dieser Sturz, nur neun Tage vor dem olympischen Showdown in den Dolomiten.
"Mein olympischer Traum ist noch nicht vorbei", teilt Vonn wenige Stunden nach dem Sturz mit. Mehr Informationen würden zu einem späteren Zeitpunkt folgen, schreibt sie. Ihre Nachricht endet mit dem Satz "It's not over until it's over" - es ist erst vorbei, wenn es vorbei ist.
















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