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Keystone-SDA | Freitag, 21. November 2025

Vucic weist Vorwürfe zu Verbrechen im Bosnien-Krieg zurück

Serbiens Staatspräsident Aleksandar Vucic weist erneut Vorwürfe zurück, im Bosnien-Krieg (1992-1995) in sogenannte "Menschen-Safaris" verwickelt gewesen zu sein. Dabei sollen wohlhabende Männer aus Europa jeweils tausende Dollar bezahlt haben, um von serbischen Positionen aus Zivilisten in der damals belagerten Stadt Sarajevo zu erschiessen. Die Vorwürfe wurden von bosnischen Medien und Aktivisten erhoben.

Am Freitag war der 30. Jahrestag des Endes des Bosnien-Kriegs, bei dem sich das Land aus dem damaligen Jugoslawien löste. Am 21. November 1995 wurden die Friedensverhandlungen in der US-Luftwaffenbasis Dayton abgeschlossen, die mit einem am 14. Dezember 1995 in Paris unterzeichneten Abkommen besiegelt wurden.

Der kroatische Journalist Domagoj Margetic hatte der italienischen Nachrichtenagentur Ansa zufolge bei der Staatsanwaltschaft in Mailand vor wenigen Tagen Anzeige gegen Vucic erstattet. Margetic wirft Vucic eine Beteiligung an den "Menschen-Safaris" vor, die Begründung dafür ist bisher nicht bekannt. Auch eine Bestätigung der Behörde zum Eingang einer Anzeige in diesem Zusammenhang gab es zunächst nicht.

Vucic: "Ich hatte nie ein Gewehr"

"Ich habe noch nie von Safaris gehört, ich habe noch nie ein Scharfschützengewehr getragen", sagte Vucic in einer Talk-Show des regierungstreuen Portals "informer.rs" auf eine entsprechende Frage zu den Vorwürfen. "Ich hatte nie ein Gewehr", fügte er hinzu. "Ich habe Hunderte von Zeugen, das weiss doch jeder." Die Anschuldigungen seien eine "ungeheuerliche Lüge".

Vucic hatte gegen ihn gerichtete Vorwürfe in diesem Zusammenhang bereits mehrfach zurückgewiesen. Erzählungen über den angeblichen damaligen Abschuss-Tourismus kursieren in Sarajevo seit Jahren, handfeste Belege wurden bislang nicht veröffentlicht. Im Jahr 2022 drehte der slowenische Regisseur Miran Zupanic einen Dokumentarfilm zu dem Thema, unter dem Titel "Sarajevo Safari".

Bei der Belagerung von Sarajevo durch bosnische Serben, Einheiten der damaligen jugoslawischen Armee und Paramilitärs starben mehr als 10.000 Menschen. Viele wurden damals von Heckenschützen getötet, die von hohen Gebäuden oder umliegenden Bergen aus wahllos auf Menschen schossen.

Neue Beschuldigungen in Italien

In Italien findet die Affäre rund um die sogenannten "Menschen-Safaris" im belagerten Sarajevo seit einigen Wochen ein grosses Medienecho. Nach einer Anzeige des Schriftstellers Ezio Gavazzeni hatte die Mailänder Staatsanwaltschaft Medienberichten zufolge vor gut einer Woche Ermittlungen wegen des Verdachts des mehrfachen Mordes aus niedrigen Beweggründen gegen unbekannte Täter aufgenommen.

Gavazzeni behauptet, Dutzende oder Hunderte wohlhabende Bürger aus dem Westen, vor allem aus Italien, hätten damals gegen Zahlung von viel Geld Kurztrips nach Sarajevo unternommen, um dort regelrecht Jagd auf Kinder, Frauen und Männer in den Strassen zu machen. Er behauptet zudem, einige Namen der mutmasslichen italienischen Beteiligten zu kennen.

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