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Keystone-SDA | Donnerstag, 26. Februar 2026

Wanderer und Biker reklamieren im Bündnerland selten

Die gemeinsame Nutzung der Wander- und Bikewege im Bündnerland funktioniert mehrheitlich gut. Die kantonale Reklamationsanalyse 2025, eine Nutzerumfrage und Rückmeldungen von sogenannten "Fairdinands" belegen dies.

Bereits seit 2018 wertet das Tiefbauamt Beanstandungen aus, die bei Destinationen, Bergbahnen, Verbänden und Trägerschaften eingehen. Analysiert werden auch die Reklamationen von Wandernden.

Seit 2019 läuft das Projekt Fairtrail Graubünden, das "ein respektvolles Miteinander" in der Bergwelt fördern will. Seit 2024 werden zusätzlich Beschwerden von Bikenden einbezogen.

Nur noch halb so viele Konflikte gemeldet

Die Analyse von 2025 habe gezeigt, dass sich die registrierten Reklamationen auf konstant tiefem Niveau bewegen würden, teilte der Kanton Graubünden am Donnerstag mit.

So seien im vergangenen Jahr 114 Reklamationen von Wandernden und 40 Meldungen von Bikenden erfasst worden - dies bei über 11'000 Kilometern signalisierten Wanderwegen, rund 4500 Kilometern signalisierten Mountainbike-Routen und einer sehr hohen touristischen Nutzung.

Wie es weiter heisst, beziehen sich die Beschwerden primär auf Wegnetz, Infrastruktur, Signalisation und Transporteinrichtungen. Nur 18 Meldungen, 15 von Wandernden und drei von Bikenden, thematisieren Konflikte zwischen Wandernden und Bikenden.

Damit halbierten sich diese Reklamationen im Vergleich zum Vorjahr beinahe. Auch die Reklamationen wegen Mutterkühen gingen deutlich zurück. "Die Analyse bestätigt damit einen anhaltenden Entspannungstrend im Bereich der Koexistenz: Konflikte sind punktuell und lokal begrenzt", heisst es in der Mitteilung.

Miteinander auf Wegen funktioniert

Auch bei der Fairtrail-Nutzerumfrage 2025 zeigte sich laut Staatskanzlei ein klares Bild: Rund drei Viertel der 900 Befragten gaben an, dass das Miteinander auf den Wegen gut funktioniert.

Insbesondere Bikende, E-Bikende und Trailrunner sehen mehrheitlich genügend Platz für alle Gruppen. Wanderer und Wandererinnen schätzen die Situation zurückhaltender, aber ebenfalls überwiegend positiv ein.

Eine zentrale Rolle bei der Sensibilisierung spielten die "Fairdinands", heisst es weiter. Über 30 dieser Fairtrail-Botschafterinnen und -Botschafter seien 2025 auf den Wegen präsent gewesen und hätten die "Fairtrail-Haltung" vor Ort vermittelt. Laut Mitteilung führten sie während 68 Einsatztagen rund 6000 Gespräche.

Die Rückmeldungen hätten gezeigt, dass es häufig weniger um Konflikte zwischen Wandernden und Bikenden gehe, sondern um Themen wie Weidetiere, Zaundurchgänge oder sensiblen Naturraum.

Bei einem weitläufigen, frei zugänglichen Wegnetz seien flächendeckende Verbote weder praktikabel noch zielführend, heisst es in der Medienmitteilung abschliessend. Sensibilisierung, klare Botschaften und der persönliche Kontakt seien nachhaltiger.

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