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Keystone-SDA | Freitag, 18. September 2026

Wawrinka mit Siegeshunger und als Inspiration

Nach drei Jahren Absenz kehrt Stan Wawrinka für eine Derniere ins Schweizer Davis-Cup-Team zurück. In Rio erwartet ihn ein heisser Tanz.

Mit 41 Jahren lässt es sich Stan Wawrinka nicht nehmen, auch noch einmal die Atmosphäre im wichtigsten Teamwettbewerb des Tennis aufzusaugen. "Nach all den Emotionen, die ich dank dieser Mannschaft erleben durfte, freue ich mich sehr, die Schweiz noch ein letztes Mal im Davis Cup vertreten zu dürfen", betont der dreifache Grand-Slam-Champion vor der Auswärtsbegegnung in Brasilien. In der 15'000 Plätze bietenden Farmasi-Halle in Rio de Janeiro darf eine würdige Stimmung erwartet werden.

Wawrinka wird seine 28. Partie im Davis Cup bestreiten und damit Roger Federer überholen. Einzig Jakob Hlasek weist noch einen Einsatz mehr auf. Mit 24 Siegen im Einzel ist der Waadtländer hinter Federer (40) und Hlasek (34) gleichauf mit Marc Rosset die Schweizer Nummer 3. Sternstunde war natürlich der Finaltriumph 2014 in der Fussballarena von Lille gegen Frankreich, zu dem Wawrinka mit seinem Sieg gegen Jo-Wilfried Tsonga und seinem Einsatz im Doppel an der Seite von Federer entscheidend beitrug.

Inspiration und zusätzliche Motivation

Als Nummer 134 der Weltrangliste ist der Lausanner noch immer der beste Schweizer im Ranking und darf sich zumindest im ersten Einzel am Freitag (ab 20.00 Uhr) realistische Chancen auf den Sieg ausrechnen. Wawrinka trifft erstmals auf den siebzehn Jahre jüngeren und elf Positionen besser klassierten Gustavo Heide.

"Er hat solche Begegnungen schon sehr oft gespielt, und er mag diese Atmosphäre", betont Captain Severin Lüthi. "Ich glaube, das ist auch einer der Gründe, weshalb er hier dabei sein möchte." Wawrinka kämpfe immer und wolle immer gewinnen. "Für ihn geht es hier sicher nicht darum, einfach Abschied zu nehmen." Zudem sei er "eine grosse Inspiration und zusätzliche Motivation" für die jüngeren Teamkollegen.

Jungstar in seiner Heimatstadt

Einen Star einer komplett anderen Generation zählen die Brasilianer in ihren Reihen. Der eben erst 20-jährig gewordene João Fonseca (ATP 26) zählt zu den vielversprechendsten Talenten und triumphierte im letzten Herbst an den Swiss Indoors in Basel. Nachdem er das US Open mit einer Bauchmuskelverletzung verpasste hat, dürfte er nun in seiner Heimatstadt besonders motiviert sein.

Fonseca trifft am Freitag auf den Berner Linkshänder Dominic Stricker (ATP 262), dem Lüthi den Vorzug gegenüber Rémy Bertola (ATP 187) und Jérôme Kym (ATP 294) gegeben hat. Beide Begegnungen gab es auf der ATP Tour noch nie. Nach den beiden Einzeln vom Freitag folgen am Samstag (ab 19.00 Uhr) erst ein Doppel, dann die beiden weiteren Einzel, jeweils auf zwei Gewinnsätze.

An Brasilien hat das Schweizer Tennis gute Erinnerungen. Bei der letzten Begegnung war allerdings von den jetzigen Protagonisten erst Wawrinka überhaupt geboren. 1992 gewannen Hlasek und Rosset in Genf in einem rauschenden Tennisfest den Halbfinal und zogen erstmals in den Final ein (der auswärts gegen die USA 1:3 verloren wurde). Diesmal geht es nach dem letztjährigen Abstieg der Schweiz gegen Indien darum, in die Elite zurückzukehren.

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