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Keystone-SDA | Dienstag, 30. Juni 2026

Wawrinka verabschiedet sich episch - in vier Tiebreaks

Nach Belinda Bencic am Montag zieht von den Schweizern nur noch Viktorija Golubic in die 2. Runde des Rasen-Grand-Slam-Turniers in Wimbledon ein. Stan Wawrinka scheidet nach grossem Kampf aus.

Stan Wawrinka genoss die Atmosphäre auf der grossen Bühne ein letztes Mal in vollen Zügen. Und die knapp 10'000 Fans im nahezu vollen Court 1 bekamen noch einmal "Stan the Man" wie er leibt un lebt zu sehen. Auch mit 41 Jahren aufopferungsvoll kämpfend, phasenweise brillant aufspielend, nach gut viereinviertel Stunden aber machtlos gegen die Power von Matteo Berrettini.

Der Wimbledon-Finalist von 2021 schlug in den vier Sätzen 29 Asse und rettete sich so immer wieder aus brenzligen Situationen. Nur je ein Break gelang den beiden, am Ende des dritten Satzes gleich hintereinander. So mussten vier Tiebreaks entscheiden: 9:7 für Wawrinka, ein episches 18:16, dann ein 9:7 und noch ein 7:5 für Berrettini.

Im Tiebreak des zweiten Satzes wehrte der Italiener, die Nummer 51 der Welt, nicht weniger als sechs Satzbälle ab, allesamt bei eigenem Aufschlag. Es wäre die 2:0-Satzführung für Wawrinka gewesen. Auch im dritten Durchgang erarbeitete er sich zwei Satzbälle, einen sogar bei eigenem Service. Am Ende entschieden aber Nuancen zugunsten des Favoriten.

Dennoch darf Wawrinka auf diesen Auftritt stolz sein. Er verwöhnte die Fans noch einmal mit allem, was den dreifachen Grand-Slam-Champion zu einem Publikumsliebling macht. Auch wenn er in Wimbledon nie den Titel holen konnte, man wird ihn auch in London vermissen.

Golubic mit kurzer Zitterphase

Viktorija Golubic (WTA 62) gewann gegen die Qualifikantin Irina Schymanowitsch aus Belarus nach einer Schwächephase im zweiten Satz 6:2, 2:6, 6:1. Sie erfüllte die Pflichtaufgabe gegen die Weltnummer 215 letztlich souverän. In den letzten beiden Jahren war die 33-jährige Zürcherin beim Rasen-Grand-Slam-Turnier jeweils gleich zum Auftakt gescheitert. Nun trifft sie am Donnerstag auf die Italienerin Jasmine Paolini (WTA 17).

Golubic hatte die Partie über weite Strecken im Griff und war die solidere und variablere Spielerin. Einzig im zweiten Durchgang musste sie sich vorübergehend vom Powertennis der vier Jahre jüngeren Osteuropäerin dominieren lassen. Erst einmal, vor drei Jahren am French Open, hatte Schymanowitsch das Hauptfeld eines Major-Turniers und dabei die 2. Runde erreicht.

Harter Kampf gegen Paolini erwartet

Dafür fehlte ihr diesmal viel. Der dritte Satz und damit die Partie wurde wieder eine klare Beute von Golubic. Nach gut eindreiviertel Stunden nutzte die Schweizerin ihren ersten Matchball. "Sehr zufrieden" sei sie, dass es nun bei ihrem Lieblingsturnier wieder einmal geklappt habe.

Nun steht sie in der 2. Runde und darf auf einen ähnlichen Exploit wie 2021 hoffen, als sie beim Rasen-Höhepunkt bis in die Viertelfinals vorgestossen war. Die nächste Hürde ist höher, aber nicht unüberwindbar. Jasmine Paolini stand zwar vor zwei Jahren beim French Open und in Wimbledon im Final und etablierte sich zwischenzeitlich in den Top 10. Danach konnte die nur 1,63 m kleine Toskanerin aber nicht mehr ganz an diese grossen Erfolge anknüpfen. "Es wird sicher ein harter Kampf", prophezeit die Schweizerin. "Sie wird die Initiative an sich reissen und aggressiv spielen wollen, das muss ich verhindern."

Waltert in nur 57 Minuten ausgeschieden

Simona Waltert (WTA 90) muss weiter auf ihren ersten Sieg in Wimbledon warten. In der 1. Runde unterlag die Bündnerin der 22 Positionen besser klassierten Camila Osorio klar 2:6, 1:6.

Nach langem Warten auf den Matchbeginn brauchte die Kolumbianerin dann nur 57 Minuten zum Sieg. Waltert, die vor neun Jahren bei den Juniorinnen die Halbfinals erreicht hatte, unterlag bereits bei ihrer Premiere in Wimbledon 2023 in der 1. Runde.

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