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Keystone-SDA | Mittwoch, 01. Juli 2026

England verlässt sich auf die Tore von Harry Kane

England gegen die DR Kongo und Belgien gegen Senegal sind in den Sechzehntelfinals am Mittwochabend jeweils klarer Favorit. Zudem trifft in der Nacht auf Donnerstag die USA auf Bosnien-Herzegowina.

Harry Kane und Jude Bellingham überstrahlen alles, die Chancen Englands auf den heiss ersehnten Titel dürfen nach den Leistungen in der Gruppenphase aber hinterfragt werden. Dem spektakulären 4:2 gegen Kroatien folgte ein schwaches 0:0 gegen Ghana. Und der Arbeitserfolg gegen Panama (2:0), der den Gruppensieg sicherte, war auch nicht das grosse Ruhmesblatt. Am Mittwoch wartet in Atlanta im Sechzehntelfinal die Demokratische Republik Kongo (18.00 Uhr MESZ).

Englands deutscher Nationaltrainer Thomas Tuchel hat personelle Sorgen, vor allem in der ohnehin kritisierten Defensive. Aussenverteidiger Reece James von Chelsea plagen muskuläre Probleme im Oberschenkel, Jarell Quansah zog sich gegen Panama eine Knöchelverletzung zu. Die Panamaer kreierten zudem genug Chancen, um die Schwächen der Abwehr blosszustellen. Dazu kommt die traditionelle Begleitmusik aus der Heimat, wenn die Three Lions eher mässige Leistungen abliefern.

Intensität fehlt

Zuständig dafür war diesmal unter anderen der ehemalige Manchester-United-Captain Roy Keane, der wie gewohnt kein Blatt vor den Mund nahm. "Sie haben Schwierigkeiten, es fehlt an der Intensität", konstatierte der Ire auf dem Radiosender von ITV in der Halbzeitpause des Spiels gegen Panama. "Wenn man gegen ein Team mit weniger Qualität spielt, wird man auf deren Niveau heruntergezogen. Das scheint England passiert zu sein." Keane legte nach: "Es ist, als würde man Schottland anschauen. Ein echter Mangel an Qualität. So schlecht."

Klar ist aber auch, dass die Demokratische Republik Kongo zum Auftakt der K.o.-Phase keinen Stolperstein darstellen darf. Das liegt vor allem an den "Lebensversicherungen" Kane und Bellingham. Letzterer schoss sein erstes Tor gegen Panama und gab die Vorlage zu Kanes Tor. Kanes elfter Treffer bei Weltmeisterschaften machte ihn zum besten Torschützen Englands bei WM-Turnieren.

Dennoch werden die Zentralafrikaner, die nach 1974 (damals als Zaire) erst zum zweiten Mal bei einer WM dabei sind und in der Gruppenphase eine der positiven Überraschungen waren, alles daran setzen, die englische Defensive ähnlich wie Panama zu testen. Die DR Kongo stellte die Teilnahme an der K.o.-Phase als einer der besten Gruppendritten durch einen 3:1-Sieg gegen Usbekistan nach Pausenrückstand sicher. Zum Auftakt resultierte für die Leoparden - so der Spitzname des kongolesischen Teams - ein 1:1 gegen Portugal, was zeigt: Vor grossen Namen erstarren sie nicht in Ehrfurcht. Und das sollte auch die Three Lions warnen.

Welches Gesicht zeigt Belgien?

Sowohl gegen Ägypten (1:1) als auch gegen Iran (0:0) zeigte vor allem die belgische Offensive um Superstar Kevin De Bruyne ihre Klasse nicht, zum Abschluss der Gruppenphase gegen Neuseeland (5:1) hingegen schon. Gegen Senegal (22.00 Uhr) stellt sich die Frage, welches Gesicht die Mannschaft von Trainer Rudi Garcia zeigen wird. Kommt Belgien weiter, könnte es gegen Co-Gastgeber USA gehen.

Senegal startete mit zwei Niederlagen gegen Frankreich (1:3) und Norwegen (2:3) in die WM, schaffte durch das 5:0 gegen Irak aber noch den Einzug in die K.o.-Phase. Sadio Mané konnte diesem Turnier bisher noch nicht seinen Stempel aufdrücken, drehte zuletzt aber schon etwas mehr auf. Ein anderer Offensiver schrieb Geschichte: Ismaila Sarr ist mir vier Toren nun Senegals alleiniger WM-Rekordschütze.

USA mit Selbstvertrauen

Christian Pulisic ist fit, womit die USA gegen Bosnien-Herzegowina (Donnerstag, 2.00 Uhr) mit der Wunsch-Startelf auflaufen können. Das Team von Mauricio Pochettino hat durch die bisherigen Spiele enormes Selbstvertrauen aufgebaut und geht als klarer Favorit in das Duell. Mit dem erstmaligen Einzug in die K.-o.-Phase hat Bosnien bereits alle Erwartungen übertroffen. Jetzt will die kleine Balkan-Nation, die erst seit 1996 FIFA-Mitglied und zum zweiten Mal bei einer WM dabei ist, erneut nationale Fussball-Geschichte schreiben. Die Hoffnungen ruhen dabei vor allem auf Oldie Edin Dzeko.

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