Die digitale Ausgabe des Sarganserländers.
Wegen Coronaregeln: «Thömsn’s»-Chef mag nicht mehr
Thomas Wachter, Chef des beliebten «Thömsn’s»-Pub in Bad Ragaz, hat genug von den Corona-Restriktionen. Gegenüber dem «Sarganserländer» bestätigte er, dass er einen Nachfolger sucht.
Bad Ragaz.– Seit insgesamt 14 Jahren betreibt Thomas Wachter als Pächter das weitherum bekannte «Thömsn’s»-Pub in Bad Ragaz. Mit 23 eröffnete er am heutigen Standort an der Bahnhofstrasse 1 zunächst einen Klub, seit 2010 existiert das «Thömsn’s» in seiner jetzigen Form. Doch nun hat Wachter genug von seinem Lebenswerk. Gegenüber dem «Sarganserländer» bestätigte er Gerüchte, wonach er «sein» Pub aufgeben will und aktiv auf der Suche nach einem Nachfolger ist.
«Das ist eine Diktatur»
Schuld daran ist die Coronapandemie bzw. die Massnahmen, welche das BAG für die Gastronomie verhängt hat. Er finde kein anders Wort als Diktatur für das, was der Staat sich in den letzten Wochen leiste, so Wachter, der bereits früher mit viel beachteten Facebook-Videos seinen Unmut über die Massnahmen bzw. die Handhabe des Kantons St. Gallen mit den Härtefallgesuchen und den Kurzarbeitsentschädigungen scharf kritisiert hatte.
Das Fass zum Überlaufen gebracht habe bei ihm die Ausweitung des Covid-Zertifikates Mitte September, von der auch die Gastronomie betroffen ist. «Das war der Tiefpunkt, ich will die Leute einfach nicht in zwei Lager einteilen und sie teilweise sogar abweisen müssen. Ich bin Gastgeber, bei dem alle willkommen sind», so Wachter, der nicht glaubt, dass sich die schwierige Situation bald ändern wird. «Ich bin sicher, dass alles nur noch schlimmer wird. Wie gesagt, für mich ist das eine Diktatur. Mir ist das alles grundlegend verleidet.»
Winter und kostenpflichtige Tests als weitere Hürden
Verleidet ist es Wachter, obschon er zunächst keine Einbussen wegen der Einführung des Covid-Zertifikates erlitten hat, wie er selber sagt. «Ich habe sehr treue Gäste, bei denen ich mich an dieser Stelle herzlich für ihre Unterstützung bedanken möchte. Doch nun wir die Situation noch schwieriger. Einerseits kommt die kalte Jahreszeit und niemand sitzt dann noch gerne im Freien. Und dann werden auch noch die Tests kostenpflichtig, was die Lage weiter verschärft. Ich habe schlicht keine Lust mehr, dieses Theater noch weiter mitzumachen».
Gleichwohl ist das «Thömsn’s» noch geöffnet, wegen Personalengpasses allerdings nur noch sechs Tage in der Woche, am Donnerstag bleiben die Türen geschlossen. Und das soll vorerst auch so bleiben, denn ein eigentliches Datum für eine allfällige Schliessung gibt es nicht. Aber, so Thomas Wachter: «Ich hoffe wirklich, dass ich nun so schnell wie möglich einen Nachfolger finde, welcher das Pub weiter betreibt.» Das sei für diese Person auch eine Chance, denn der Umsatz stimme und der Laden laufe, allerdings: «Man muss bereit sein, den ganzen Zirkus mit den Restriktionen und Regeln mitzumachen. Und ich bin das einfach nicht mehr», so Wachter.
















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