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Keystone-SDA | Sonntag, 22. März 2026

Weltrekord! Ehammer schreibt Schweizer Leichtathletik-Geschichte

Die Schweizer Leichtathletik erlebt auch in Torun einen historischen Moment, der noch vor wenigen Jahren kaum vorstellbar war. Simon Ehammer wird mit Weltrekord Hallen-Weltmeister im Siebenkampf.

Es sind vergessliche Momente: Ehammer dreht nach seinem Triumph in der Arena die Ehrenrunde, eingehüllt in die Schweizer Fahne. Hinter ihm setzt sich eine kleine Verfolgungsjagd in Bewegung. Eine Fotografen-Schar hastet ihm nach, alle wollen den Moment festhalten, wenn auf dem Anzeigewürfel der Weltrekord aufleuchtet. Doch es kommt anders. Der Koordinator auf dem Platz hat den falschen Würfel gewählt, auf diesem lässt sich das Resultat nicht einblenden. Also rennt die Meute quer durch die Halle, sucht eine neue Position, einen anderen Würfel, der die historische Zahl zeigt. Es ist ein fast chaotisches, aber sinnbildliches Bild für einen Abend, der in die Geschichte eingeht.

Denn was Simon Ehammer an dieser Hallen-WM zeigte, sprengt selbst hohe Erwartungen. Mit 6670 Punkten verbesserte der 26-jährige Appenzeller den Weltrekord und distanzierte die Konkurrenz deutlich. Dieser Wettkampf war die perfekte Summe seiner Stärken: Explosivität, Schnelligkeit und Sprungkraft. "Der Siebenkampf ist mein Baby. Wenig Würfe, viel Speed und Sprünge. Das kommt mir entgegen", sagt er.

"Vor den Medien habe ich im Vorfeld nicht von Weltrekord gesprochen. Zuhause, im Trainingskreis oder unter engen Freunden ist der Begriff aber schon gefallen", verrät der Ostschweizer gegenüber Keystone-SDA. "Ich bin einer der rechnet. Und da stellt man sich immer die Frage 'Was wäre möglich wenn?'. Aber man muss die sieben Disziplinen zusammenbringen. Das ist mir gelungen."

Tatsächlich klappte in Polen nahezu alles. Bereits am ersten Tag legte Ehammer im 60-m-Lauf und im Weitsprung den Grundstein, am zweiten Tag kam er dank eines fulminanten Hürdensprints und der Nervenstärke im Stabhochsprung, bei dem er dreimal (!) über den dritten Versuch musste, nicht vom Rekordkurs ab: Drei persönliche Bestleistungen, vier Saisonbestleistungen, im Weitsprung und im Hürdensprint hätte er in Torun auch bei den Spezialisten im Final gestanden.

Kein Zufallsprodukt

Der Weltrekord ist für Ehammer kein Zufallsprodukt, sondern das Resultat einer Entwicklung über Jahre hinweg. "Der Weltrekord ist ein Zusammenspiel aus Leistungssteigerung und der Tatsache, dass ich nun alles in einem Siebenkampf verpacken konnte. Ich habe auch an Konstanz und nicht nur an Leistung zugelegt."

Den abschliessenden 1000-m-Lauf nahm der Ostschweizer selbstsicher in Angriff. "Ich konnte locker angehen, weil ich für den Weltrekord nicht eine persönliche Bestleistung hätte erbringen müssen. Das hat Druck raus genommen. Und dann läuft man für einen Weltrekord. Das ist schon ein tolles Gefühl", schwärmt er.

Doch noch Nachfolger von Günthör

Mit seiner Bestmarke reiht sich Ehammer in einen exklusiven Kreis ein. Er ist erst der zweite Schweizer überhaupt mit einem Hallen-Weltrekord und tritt die Nachfolge von Werner Günthör an: "Ich wollte an den Olympischen Spielen in Paris als Erster nach Werner Günthör in der Schweizer Leichtathletik eine Medaille gewinnen. Dies habe ich als Vierter nicht geschafft, dafür löse ich ihn nun als Weltrekordhalter ab."

Für Ehammer schloss sich in Torun auch ein persönlicher Kreis. Bereits 2021 war er an gleicher Stelle an der Hallen-EM auf Medaillenkurs gewesen, ehe ein Nuller im Stabhochsprung alle Hoffnungen auf seine erste Medaille bei der Elite zerstörte. Fünf Jahre später kehrte er zurück und lieferte die perfekte Antwort.

Schon viele Highlights

Dabei ist der Weltrekord nur ein weiterer Höhepunkt in einer bereits eindrücklichen Karriere. Ehammer gewann 2022 in Eugene WM-Bronze im Weitsprung, holte 2024 in Glasgow den Hallen-Weltmeistertitel im Siebenkampf oder sicherte sich auch schon den Sieg im Diamond-League-Final im Weitsprung. Ehammers Name gehört definitiv in die Liste der ganz Grossen der Schweizer Leichtathletik: Günthör, Bucher, oder die Kambundji-Schwestern Mujinga und Ditaji.

Und Ehammer denkt bereits weiter. Der Blick richtet sich auf den Sommer und auf den Zehnkampf. Dort liegt seine persönliche Bestmarke mit 8575 Zählern noch unter seinem Anspruchsniveau. Nach diesem Auftritt scheint klar: Wenn er die Leistungen aus der Halle übertragen kann, ist im Freien ein nächster grosser Wurf möglich.

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