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Keystone-SDA | Donnerstag, 13. August 2026

Werro nach Sturz und bangen Minuten des Wartens doch im EM-Final

Audrey Werro hat an der EM in Birmingham Glück im Unglück. Die Gold-Kandidatin stürzt im Halbfinal über 800 m. Dennoch darf die Freiburgerin am Freitag im Final teilnehmen.

Rund eine halbe Stunde nach dem Drama kam die erlösende Nachricht. Die Jury hiess den Protest von Swiss Athletics gut. Der Verband reichte Videoaufnahmen ein, auf denen die Ursache des Malheurs erkennbar war. Die Französin Rénelle Lamote touchierte mit der linken Hand den rechten Fuss der Schweizerin. Der leichte Schlag führte dazu, dass Werros rechter Fuss beim Nach-vorne-Schnellen am linken Standbein einhakte und Audrey Werro sich selbst zu Fall brachte.

Die Freiburgerin lief an der Spitze, zog aber nicht weg, sodass Lamote auf der Aussenbahn praktisch neben ihr laufen konnte. Nach der harten Landung blieb die Schweizerin längere Zeit auf der Bahn liegen. Zunächst wurde sogar eine Verletzung befürchtet, was sie später im SRF-Interview dementierte. Sie lief das Rennen noch zu Ende. Dass die 22-Jährige die letzten 100 m trotz des Pechs hinter sich brachte, war wichtig. Denn damit erfüllte sie die Vorgabe, um doch noch im Final starten zu dürfen. Ohne Zieleinlauf wäre kein Rekurs möglich gewesen.

Zehn Frauen im Endlauf

Die Zuständigen von Swiss Athletics legten innerhalb der zugestandenen Frist von 30 Minuten Protest ein und erhielten Recht. Der Fall konnte rasch abgeschlossen werden, weil auch die Offiziellen die Resultate des ersten Halbfinals, in dem Werro lief, noch nicht offizialisiert hatten. Die Jury hegte selbst den Verdacht, dass etwas nicht stimmen könnte.

In der Regel wird bei einem erfolgreichen Rekurs die Athletin, die den Zwischenfall verursacht hat, zugunsten der Geschädigten aus dem Rennen genommen. Die Jury sah aber davon ab, Lamote auszuschliessen. Da wegen Werros Sturz auch Gabija Galvydyte zu Fall kam, wurde die Litauerin ebenfalls ins Feld der Finalistinnen aufgenommen. Somit stehen im 800-m-Final am Freitagabend zehn Frauen am Start.

Schweizer Final-Trio

Werro ist eine von gleich drei Schweizerinnen im Final über die zwei Bahnrunden. Veronica Vancardo, Kantonskollegin von Werro, schaffte den Vorstoss dank Rang 3 im ersten Halbfinal. Die Aargauerin Valentina Rosamilia sicherte sich ihren Platz im Finalfeld über die gelaufene Zeit. Mit 1:58,16 gelang ihr eine persönliche Bestleistung, die zu Platz 4 im zweiten Halbfinal reichte.

Schnellste in dieser zweiten Abteilung und auch aller Starterinnen war Olympiasiegerin Keely Hodgkinson aus Grossbritannien vor der Niederländerin Femke Broeders-Bol. Die beiden Frauen werden sich mit Werro einen Kampf liefern, der schon lange als Höhepunkt der Titelkämpfe in Birmingham angepriesen wird. Der Zwischenfall dürfte Werro in ihrer Taktik als Frontläuferin bestätigt haben: einfach vorne wegziehen und auf der Zielgeraden dagegenhalten. Das mindert die Sturzgefahr.

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