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Keystone-SDA | Donnerstag, 16. April 2026

Wie die Ostschweiz zu sauberen Gewässern zurückkehrte

Verschmutzte Seen und Bäche gehörten lange zum Alltag in der Schweiz. Heute gilt die Abwasserreinigung als Erfolgsgeschichte - in der die Stadt St. Gallen eine Vorreiterrolle spielte. Ein kurzer Abriss zeigt, wie tiefgreifend sich die Situation in der Ostschweiz verändert hat.

Verdreckte Dorfbäche, Schaum und Algen im See: Bis vor 50, 60 Jahren waren viele Naturgewässer in der Schweiz schmutzig, es stank. Das Bundesamt für Umwelt (Bafu) schreibt, dass hierzulande in den 1960er-Jahren das Baden in Naturgewässern an manchen Stellen verboten gewesen sei. Hauptproblem: Siedlungs-, Gewerbe- und Industrieabwässer, die ungereinigt in die Gewässer abgeleitet wurden. Die Ostschweiz machte da keine Ausnahme. Ein Spaziergang am Bodensee sei von getrübter Freude gewesen, erzählen ältere Leute.

Zwar kannte man auf dem Gebiet der Schweiz in römischer Zeit Abwasseranlagen, wie Historiker Martin Illi im Historischen Lexikon der Schweiz (HLS) schreibt. Aber bis weit in die Neuzeit blieb Abwasser ein Problem für Nase und Gesundheit. Laut Illi erhielten in der Schweiz Mittel- und Kleinstädte sowie ländliche Siedlungen erst im 20. Jahrhundert Kanalisationen - Chur zum Beispiel 1907, Winterthur 1950. Zwar hätten englische und amerikanische Ingenieure kurz nach 1900 die ersten funktionstüchtigen mechanisch-biologischen Klärwerke entwickelt, in der Schweiz sei die "Rezeption der Abwasserreinigung" aber nur zögernd verlaufen.

Stadt St. Gallen als Vorreiterin der Abwasserreinigung

Immerhin: St. Gallen baute 1917 die erste mechanisch-biologische Kläranlage in der Schweiz: die Abwasserreinigungsanlage (ARA) St. Gallen-Hofen. Deren Einzugsgebiet umfasst das Zentrum und den Osten der Stadt St. Gallen sowie die Gemeinde Wittenbach und Teile der Gemeinde Speicher. War sie damit Vorreiterin? "Ja, die Stadt St. Gallen war mit der 1917 in Betrieb genommenen Anlage Hofen eine Vorreiterin in der Abwasserreinigung in der Schweiz", bestätigt Marion Kaufmann, Sektionsleiterin Abwasser beim St. Galler Amt für Wasser und Energie (AWE). 1932 sei dann in Buchs die zweite Abwasserreinigungsanlage im Kanton in Betrieb genommen worden.

Generelle Verbesserungen zum Gewässerschutz auf Gesetzesebene liessen laut Historischem Lexikon allerdings noch lange auf sich warten. Die Bundesverfassung wurde erst 1953 durch einen Gewässerschutzartikel ergänzt; ein erstes Gewässerschutzgesetz trat 1957 in Kraft.

Erfolgsgeschichte Abwasserreinigung

Die grosse Zeit der ARA brach in der Schweiz ab den 1960er-Jahren an. Das war laut Marion Kaufmann auch im Kanton St. Gallen der Fall. Das Prinzip: Das Abwasser wird zu einer Kläranlage geführt und dort gereinigt. Das AWE beschreibt die Funktionsweise der Kläranlagen so: "Innerhalb der modernen, kommunalen Abwasserentsorgung wird verschmutztes Abwasser gesammelt und über das Kanalisationsnetz zur Abwasserreinigungsanlage geleitet. Dort wird es gereinigt und anschliessend in ein Gewässer eingeleitet. Konventionelle ARA verfügen über drei Reinigungsstufen: die mechanische, die biologische und die chemische Reinigung."

Das Schweizer Abwassersystem und die Abwasserreinigung durch die ARA werden allgemein als Erfolgsgeschichte gewertet. 1965 waren 14 Prozent der Einwohnerinnen und Einwohner der Schweiz an zentrale Kläranlagen angeschlossen, 2005 waren es 97 Prozent.

Mit ARA alleine ist es nicht getan

Wie ist die Lage heute im Kanton St. Gallen? Gemäss AWE sind die Haushalte von 98 Prozent der Einwohner und Einwohnerinnen des Kantons an 39 kommunale Kläranlagen und rund 425 private Kläranlagen angeschlossen. Dabei handelt es sich um "Einzellösungen in schwer erschliessbarem Gebiet". Abwasser wird über 3000 Kilometer Kanalisation geleitet. Die Kosten für die Abwasserentsorgung betrugen im Jahr 2021 durchschnittlich 200 Franken pro Einwohner. Ziel bis 2040: Zur Eliminierung von Mikroverunreinigungen sollen elf ARA ausgebaut werden.

Die Tage der Sonntagspaziergänge entlang des schäumenden und stinkenden Bodensees liegen also weit zurück. Wie ist die Rolle der Abwasserreinigungsanlagen bei dieser Entwicklung einzuordnen? "ARA waren zu Beginn des Gewässerschutzes ein zentrales und wirkungsvolles Instrument", schreibt Marion Kaufmann. "Heute sind sie unverzichtbar und nach wie vor zentral." Alleine reichten sie aber nicht aus. Ein wirksamer Gewässerschutz erfordere einen integralen Ansatz. Dazu gehöre unter anderem, dass "diffuse Einträge aus Landwirtschaft und Siedlungsgebieten" reduziert würden. "Gewässerrevitalisierungen stärken zudem die ökologische Funktionsfähigkeit und Selbstreinigungskraft der Gewässer."

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