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Keystone-SDA | Montag, 21. September 2026

Wie Schweizer Zoos bedrohte Tierarten züchten

Schweizer Zoos engagieren sich für den Erhalt bedrohter Arten - stossen dabei aber auch an Grenzen. Sie züchten gefährdete Tiere und wildern beispielsweise Luchse wieder aus. Doch der begrenzte Platz in den Zoos kann dazu führen, dass Tiere getötet werden müssen.

"In einer idealen Welt bräuchte es keine Zoos", wurde Severin Dressen, Direktor des Zoo Zürichs, am Montag in einer Mitteilung von Zooschweiz, dem Dachverband der wissenschaftlich geführten Zoos in der Schweiz, zitiert. An einer Medienkonferenz in Bern legten die Zoos ihren Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt dar.

Eine Kernaufgabe sei der Aufbau genetisch gesunder Reservepopulationen bedrohter Arten, erklärte Dressen. Diese dienten als eine Art Versicherung, falls Bestände in der Wildnis verloren gingen. Rund ein Drittel der über 800 in Schweizer Zoos gehaltenen Tierarten ist laut Dressen vom Aussterben bedroht oder potenziell gefährdet.

Im Notfall könnten die Tiere für Wiederansiedlungen in der Natur zur Verfügung stehen. Ein Beispiel für eine mögliche Wiederansiedlung ist der Luchs. Mehrere Tiere aus Schweizer Zoos wurden bereits in Deutschland ausgewildert. Solche Projekte seien allerdings nur sinnvoll, wenn die Tiere in der Natur selbstständig überleben könnten und ihr Lebensraum langfristig geschützt sei.

Begrenzter Platz für Nachwuchs

Bei der Haltung bedrohter Arten gibt es allerdings ein grundlegendes Problem: Der Platz in den Zoos ist begrenzt. Gleichzeitig werden die Tiere dank verbesserter Haltung, Fütterung und veterinärmedizinischer Versorgung älter.

Damit entsteht ein Dilemma: Entweder wird die Fortpflanzung eingeschränkt, weil nicht genügend Platz für Nachwuchs vorhanden ist, oder es müssen Tiere getötet werden, um Platz für weitere Zuchttiere zu schaffen, wie Marcus Clauss, Co-Direktor der Klinik für Zoo-, Heim- und Wildtiere am Tierspital Zürich, ausführte.

Eine Überalterung der Populationen gefährde die Erhaltungszucht, betonte Clauss. Bei genetisch überrepräsentierten Tieren muss es laut Zooschweiz daher manchmal zu Tötungen kommen.

Dies sei auch fürs Tierwohl wichtig. "Die Fortpflanzung ist ein Grundbedürfnis jedes Tieres, weshalb diese in Zoos generell zugelassen werden sollte", so Clauss.

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