Die digitale Ausgabe des Sarganserländers.
Xenia Schwaller: "Es ist immer cool, es den 'Hatern' zu zeigen"
Was für eine Geschichte! Die jungen Schweizer Curlerinnen vom CC Grasshoppers, denen die wenigsten viel zutrauten, holen an der WM der Frauen in Calgary mit einem 7:5 im Final über Kanada Gold.
Das Märchen begann am 28. Februar in Bern. In der Best-of-3-Serie um den Schweizer-Meister-Titel und das WM-Ticket geriet das Team von Skip Xenia Schwaller gegen die viermaligen Weltmeisterinnen und Olympia-Silbermedaillengewinnerinnen um Silvana Tirinzoni mit 0:1 in Rückstand. Die Spiele 2 und 3 gewann aber das Team Schwaller - beide Male nach Rückständen.
Entsprechend fühlte es sich "schon etwas surreal" an, gestand Xenia Schwaller im Interview mit Keystone-SDA, "als wir vor anderthalb Wochen in Calgary waren und unsere erste WM vorbereiteten." Der Start missriet gründlich. Die erste Partie gegen Japan ging mit 3:6 verloren. Die Japanerinnen hatten erst einmal und seit 2016 nie mehr an einer Frauen-WM eine Medaille gewonnen.
13 Siege in Serie
Dann aber starteten Selina Rychiger, Fabienne Rieder, Selina Gafner und Xenia Schwaller durch. Sie reihten bis zum Gewinn der Goldmedaillen 13 Siege aneinander.
Die vier Schweizerinnen mit dem Durchschnittsalter von 22,5 Jahren und dem bescheidenen Jahresbudget von gut 100'000 Franken überraschten so alle - aber nicht sich selbst. "Wir wussten, dass wir eine Medaille holen können, wenn wir so spielen, wie wir das können", so Xenia Schwaller. Und schliesslich waren Rychiger, Rieder, Gafner und Schwaller schon mal Weltmeisterinnen. Vor zwei Jahren haben sie die Titelkämpfe der Juniorinnen für sich entschieden.
Die "Hater" nicht beachtet
Dennoch: "Nicht viele haben an uns geglaubt, auch in der Schweiz nicht", so Xenia Schwaller. Und so jung, wie die Schweizerinnen sind, so in Jugend-Sprache äusserten sie sich nach dem Titelgewinn vor den Medien. "Es ist immer cool, es den 'Hatern' (den Kritikern) zeigen zu können", so Schwaller. Aber der Schweizer Skip sagte auch, dass wir "nicht viel auf das Gerede geachtet haben, denn wir wussten, dass wir in Normalform um die Medaillen mitspielen werden".
Das grösste Lob erhielten die vier Schweizerinnen von den Kanadierinnen, die sie zum zweiten Mal im Turnier besiegten (nach dem 6:5 in der Vorrunde). Kerri Einarson (38), der Skip der Kanadierinnen, sagte, dass den Schweizerinnen "praktisch jeder Stein gelungen ist. Sie gaben uns kaum Chancen." Einarson muss weiter auf WM-Gold warten, zum dritten Mal nach 2022 und 2023 (Finalniederlage jeweils gegen Tirinzoni) verlor sie den WM-Final.
Während das Team der Kanadierinnen ans Aufhören denkt, wollen die Schweizerinnen natürlich zusammen bleiben. Zu gut ergänzen sie sich. "Selina (Rychiger) ist der ruhende Pol, Fabienne ist die gute Seele im Team, die andere Selina bringt am meisten Energie hinein. Ich bin auch eher ruhig und für die Taktik zuständig." So beschreibt Xenia Schwaller ihr Gold-Team. Und künftig werden die Curlerinnen des Grasshoppers-Club auch in der Schweiz nicht mehr unterschätzt.















Kommentare (0)
Schreibe einen Kommentar