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Zidane vor der Erfüllung seines Traums
Zinédine Zidane ist der designierte neue Nationalcoach Frankreichs. Für den Weltmeister 1998 wird ein Traum wahr, auf den er seit Langem wartet. Er tut dies auf seine Art - still und im Hintergrund.
Keiner zweifelt daran, dass Zinédine Zidane, zusammen mit Michel Platini die Lichtgestalt des Fussballs in der Grande Nation, in Kürze neuer Nationalcoach wird. Es ist ein fliegender Wechsel von einem Pfeiler des Weltmeisterteams von 1998 zum anderen. Vom emsigen Arbeiter und "Wasserträger" Didier Deschamps zum begnadeten Künstler Zidane.
Der Doppel-Torschütze beim ersten WM-Titel der Bleus steht im Prinzip seit Frühjahr 2021 in den Startlöchern. Vor fünf Jahren verliess er zum zweiten Mal Real Madrid, mit dem er als Coach drei Champions-League-Titel - zwei mehr als in seiner aktiven Karriere - gewonnen hatte. Beim spanischen Rekordmeister stellte Zidane eindrücklich unter Beweis, dass er mit einem Team von Hochbegabten hervorragend umzugehen weiss.
Kein Mann der lauten Worte
Das ist eine Qualität, über die Deschamps ebenfalls verfügt und die auch als zukünftiger Chef von Kylian Mbappé, Ousmane Dembélé und Michael Olise unerlässlich sein wird. Am Sonntagabend ist Zidane beim WM-Final zwischen Spanien und Argentinien in New Jersey als Zuschauer dabei gewesen, ansonsten hat er sich zuletzt nicht in den Vordergrund gedrängt. Im Gegensatz zu Deutschlands designiertem neuem Cheftrainer Jürgen Klopp ist der eher introvertierte Franzose aus Marseille kein Mann der lauten Worte.
Obwohl Zidane mutmasslich seit fünf Jahren nichts sehnlicher wünscht als den Posten als "Sélectionneur", gab es nie negative Kommentare über seinen ehemaligen Teamkollegen und Captain - im Gegenteil. Wenn, dann äusserte er sich nur positiv über Deschamps. Andere, durchaus lukrative Angebote schlug Zidane samt und sonders aus. Unter anderem soll er nach der WM 2022 als Nationalcoach der USA im Hinblick auf die Heim-WM angefragt worden sein. Deschamps, der als Spieler so ganz anders gewesen war, wollte er nicht aus dem Amt drängen. Immerhin hatte ihm dieser als Spieler im Nationalteam und bei Juventus Turin den Rücken freigehalten, damit Zidane offensiv brillieren konnte.
Zidane in grossen Fussstapfen
Gemäss Informationen des Fachblatts "L'Équipe" wird der neue Chef seinen Posten am 1. September antreten - vor den Nations-League-Spielen gegen die Türkei, Belgien und Italien. Der Vertrag soll über vier Jahre laufen. Einfach wird die Aufgabe nicht nach den Erfolgen Deschamps' mit dem WM-Titel 2018 als Glanzpunkt. Der bisherige Coach macht zum Schluss gleich noch etwas mehr Druck oder, je nach Lesart, Beruhigung: "Es ist alles da, was es braucht für weitere Titel."
So war es Zidane vielleicht sogar ganz recht, sah er die Franzosen am Sonntagabend nicht im Final, auch wenn er das natürlich nie sagen würde. Es nimmt ein wenig Druck weg.

















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