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Keystone-SDA | Mittwoch, 19. August 2026

ZZ-Top-Drummer Frank Beard mit 77 Jahren gestorben

Der als langjähriger Schlagzeuger der US-Rockband ZZ Top bekanntgewordene Musiker Frank Beard ist tot. Bandmitglied Billy Gibbons gab am Dienstag (Ortszeit) auf Instagram bekannt, er und Weggefährte Elwood Francis hätten "einen grossartigen Freund und Mitarbeiter verloren, und die Welt hat einen der von Natur aus innovativsten Schlagzeuger und einen grossartigen und wahren Sohn von Texas verloren". Laut dem Sprecher der Band, Bob Merlis, war Beard zuletzt in einem Hospiz und starb dann auf seiner Ranch in Richmond im US-Bundesstaat Texas im Kreis seiner Familie. Über die Todesursache wurde zunächst nichts bekannt.

Die Rock-Szene reagiert erschüttert. "Frank war einzigartig. Ein verdammt guter Drummer, ein wahres Original und - für uns am wichtigsten - ein grossartiger Freund", hiess es in einem Post auf der Facebook-Seite der Rockband Lynyrd Skynyrd. Der frühere Guns N' Roses-Schlagzeuger Matt Sorum würdigte Beard als "das Rückgrat von ZZ Top für 57 Jahre, mit dem besten Shuffle, das die Menschheit kannte". Auch Drummer Brad Wilk, der zeitweise der Band Rage Against the Machine angehörte, würdigte den Verstorbenen.

Band geht weiter auf Tour

ZZ Top um den Frontmann Gibbons sind aktuell in den USA auf ihrer "The Big One!"-Tour. Anfang August sagten sie ein Konzert in Los Angeles kurzfristig ab. Nach Beards Tod strich die Band zwei geplante Auftritte, doch bereits am Wochenende wollen sie im texanischen Austin wieder auf der Bühne stehen. Die Stadt sei für Beard fast ein zweites Zuhause gewesen, teilte die Gruppe mit.

Wurzeln in Texas

Beard wurde am 11. Juni 1949 in der texanischen Stadt Frankston geboren. Er spielte in Schulbands und wurde schliesslich zu einer Grösse in der Musikszene von Dallas, wie das Branchenmagazin "Rolling Stone" zu berichten weiss.

ZZ Top wurde im Sommer 1969 in Houston gegründet. Sänger und Gitarrist Gibbons war von Anfang an dabei, Beard kam wenig später an Bord und holte Bassist Dusty Hill dazu. Nach Angaben des Band-Managements hatte das Trio im Februar 1970 im texanischen Beaumont seine erste Show.

Durchbruch mit "Tres Hombres"

Der kommerzielle Durchbruch gelang 1973 mit "Tres Hombres". Das dritte Studioalbum gilt heute als Klassiker. Sechs Alben veröffentlichte das Trio allein in den 70ern. Auch in Deutschland gaben sie damals vereinzelte Auftritte, in den USA absolvierten sie von 1976 bis 1977 die riesige "World Wide Texas Tour" mit fast 100 Konzerten.

Der grösste Wendepunkt ihrer Karriere kam aber in den 80ern, als Gibbons erstmals mit einem damals brandneuen Fairlight Synthesizer experimentierte. Nach ersten elektronischen Experimenten auf der nur mässig erfolgreichen Platte "El Loco" (1981) schafften ZZ Top zwei Jahre später einen Meilenstein - der allerdings nicht jedem gefiel. Mit Synthesizern, Drumcomputern und Sequenzern frischten sie ihren Rock-Sound auf, erfanden sich neu und veröffentlichten 1983 das kraftvolle und pulsierende Album "Eliminator". Die Verkaufszahlen gaben ihnen Recht: "Eliminator" wurde zu einem Riesenerfolg der "Little Ol' Band From Texas" (kleine alte Band aus Texas).

Lange Bärte und Gitarrenriffs

Zum 50-jährigen Bestehen der Altmeister des Bluesrock im Jahr 2019 gehörten Hills und Gibbons' lange Bärte längst zu den Markenzeichen der Musiker - genauso wie die markanten Gitarrenriffs. 2021 starb Hill dann mit 72 Jahren. Nach seinem Tod kam Elwood Francis zu der Kultband dazu.

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