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Keystone-SDA | Dienstag, 13. Januar 2026

2026 packt die Bündner Regierung ein Generationenprojekt an

Die Bündner Regierung hat sich für 2026 insgesamt 84 Jahresziele gesetzt. Ein zentraler Schwerpunkt ist die Wasserkraftstrategie, ein Generationenprojekt, für das im laufenden Jahr die Grundlagen für die Heimfälle erarbeitet werden sollen. Weiter will die Regierung den Grundstein für mehr Mitsprache im Gesundheitswesen legen.

"Die Wasserkraftstrategie wird uns bis in die 40er-Jahre beschäftigen", sagte Regierungsrätin Carmelia Maissen (Mitte) am Dienstag vor den Medien in Chur. In den kommenden Jahren laufen zahlreiche Konzessionen grosser Wasserkraftwerke aus; gesetzlich müssen die Behörden zehn Jahre vor Ablauf über deren Erneuerung entscheiden. Damit ergibt sich nun die strategische Möglichkeit des Heimfalls.

Auf Basis dieser Wasserkraftstrategie will der Kanton Graubünden gemeinsam mit den Gemeinden die Beteiligungen an den Wasserkraftwerken von heute 20 auf bis zu 80 Prozent erhöhen und den Gemeinden noch in diesem Jahr ein "Rezeptbuch" für die Abwicklung dieser Heimfälle bereitstellen.

Sieben Heimfallprojekte sind beim Kanton derzeit in Arbeit. Bei einem Axpo-Kraftwerk in Pintrun ist der Heimfall bereits abgeschlossen - hier hat die Gemeinde neu eine Beteiligung von 70 Prozent.

Zudem erarbeiten die Behörden eine digitale Wissensdatenbank zum Thema. "Damit wollen wir das Know-How in diesem Bereich zugänglich machen", kündigte Maissen an.

Regierung will im Gesundheitswesen mitreden

Auch die Gesundheitsversorgung wird Thema. Das Gesundheitsamt erarbeitet 2026 ein neues Leitbild, mit dem der Kanton seinen Einfluss im Zentrumsspital ausbauen will, wie der Gesundheitsdirektor Peter Peyer (SP) im Dezember in einem Gespräch mit Keystone-SDA ankündigte. Er hat vor, gesetzliche Anpassungen vorzuschlagen, damit der Kanton mehr Mitsprache beim Angebot und der Leistung des Zentrumsspitals - dem Kantonsspital Graubünden innehat. Dort schlägt die Regierung derzeit drei Mitglieder des Stiftungsrates vor. Im Verwaltungsrat - dem wichtigeren Gremium - kann die Kantonsregierung allerdings bisher nicht mitreden.

Das Leitbild soll im Frühsommer vorliegen, die Gesetzesanpassungen zu mehr Mitspracherecht dürften rund zwei weitere Jahre bis zur Behandlung im Grossen Rat dauern.

Parallel dazu legen die Behörden in der Spitalplanung 2026 die neuen Leistungsaufträge für Spitäler und Praxen im ganzen Kanton fest - gewisse Überlegungen dazu sollen bereits im erwähnten Leitbild gemacht werden. Bei den Leistungsaufträgen erwartet Peyer breite Diskussionen mit den Spitalträgerschaften in den Regionen und vielleicht auch den ein oder anderen politischen Vorstoss im Kantonsparlament.

Steuererleichterungen und Schutz vor häuslicher Gewalt

Als weitere Schwerpunktthemen präsentierte die Regierung am Dienstag die Umsetzung des Steuergesetzes. 2026 gibt es höhere Kinderabzüge und Kinderdrittbetruungsabzüge. Ehepaare sollen mit einem höheren Zweiverdienerabzug entlastet werden. Wie alle Ziele dient dies der Steigerung der Standortattraktivität.

Im zweiten Halbjahr wird sich der Grosse Rat mit einem Gesetz gegen häusliche Gewalt beschäftigen. Damit will die Regierung ein wirkungsvolles Instrument für die Bekämpfung dieser Art von Gewalt erarbeiten. "Das Gesetz ist ein Signal, dass häusliche Gewalt keinen Platz hat", sagte Regierungsrat Marcus Caduff (Mitte) dazu.

Nach der ungenutzt verstrichenen Referendumsfrist gegen die zweite Etappe des Green Deals erfolgt ab diesem Jahr dessen Umsetzung. 200 Millionen Franken wollen die Behörden hierzu insgesamt investieren, damit die Klimaerwärmung begrenzt und die CO2-Emissionen bis 2050 auf Netto Null gesenkt werden können. 27 Massnahmen, darunter die Förderung von Solarenergie fallen in diese zweite Etappe der Umsetzung.

Zuletzt will die Regierung nach der Inkrafttreten des Bevölkerungsschutzgesetzes per 1. Januar das Reglement des Kantonalen Führungsstabs anpassen. Im Gesetz sei alles, was man bisher aus den Krisen und Notlagen der vergangenen Jahre gelernt habe, eingeflossen, sagte Peyer. Nun gilt es, in einem neuen Reglement die Zuständigkeiten zu klären, damit der Kanton für künftige Krisen vorbereitet ist.

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