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Keystone-SDA | Sonntag, 26. April 2026

Croci-Torti trauert verpassten Punkten nach

Lugano gewinnt drei der vier Saisonduelle gegen Thun, liegt in der Tabelle aber weit hinter den Berner Oberländern zurück. Trainer Mattia Croci-Torti begibt sich auf Ursachenforschung.

Lugano schlüpfte in der Stockhorn Arena in die Rolle des Spielverderbers. Statt der grossen Meisterparty gab es für den FC Thun am Samstagabend die achte Saisonniederlage - bereits die dritte gegen die Tessiner. Für Mattia Croci-Torti war es ein hart erkämpfter, aber nicht unverdienter Erfolg. "Thun hat am Schluss alles nach vorne geworfen, was uns in die Karten gespielt hat", analysierte der Lugano-Trainer an der Pressekonferenz. "Heute haben wir gewonnen, doch Thun hat über die gesamte Saison hinweg eine unglaubliche Leistung gezeigt."

Nach dem Kompliment an den Gegner wurde Croci-Torti gefragt, ob es ihn mit Stolz erfülle, das beste Team der Saison zum dritten Mal in Folge mit 1:0 besiegt zu haben. Der 44-Jährige zuckte lediglich mit den Schultern. Dass seine Mannschaft über grosses Potenzial verfügt, ist für ihn keine neue Erkenntnis. Ein Blick in die Statistik offenbart jedoch ein Paradoxon: Thun und Lugano haben beide jeweils acht Niederlagen kassiert, dennoch liegt sein Team satte 14 Punkte zurück. Wie ist das möglich?

Die fehlende Konsequenz als Knackpunkt

"Wir waren zu oft nicht zwingend genug", resümierte Croci-Torti. Dabei kam ihm vor allem der Auftritt Ende Januar im Letzigrund in den Sinn: Lugano war zu diesem Zeitpunkt der erste Verfolger der Thuner und hätte den Rückstand mit einem Sieg gegen GC auf vier Punkte verkürzen können. Die Tessiner dominierten die Partie, gingen jedoch fahrlässig mit ihren Chancen um. Die Zürcher hingegen zeigten sich eiskalt und glichen kurz vor Schluss aus. "Und was haben die Thuner am Tag darauf gemacht?", fragte Croci-Torti rhetorisch in die Runde. Sie feierten im Basler St. Jakob-Park einen 2:1-Erfolg.

Während Thun eine Siegesserie startete, machte sich bei Lugano Ernüchterung breit. Endlich durchliefen die langjährigen Dominatoren Basel und YB gleichzeitig eine Schwächephase, doch Lugano konnte diesen Moment nicht nutzen. Stattdessen steht ihnen ausgerechnet der Aufsteiger vor der Sonne.

Europacup bleibt als Ziel

Der Meistertitel ist für Lugano rechnerisch nicht mehr möglich. Ein Ziel bleibt jedoch: Mit dem Sieg in Thun haben die Tessiner unterstrichen, dass sie in der kommenden Saison in ihrem neuen Stadion auch europäisch vertreten sein wollen. "Wir haben ein starkes Zeichen gesetzt", sagte Croci-Torti - auch wenn er sich insgeheim fragen dürfte, weshalb seine Mannschaft diese Signale nicht konstanter aussenden kann.

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