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Rychenberg Winterthur und Bern-Burgdorf zum ersten Mal Meister
Die Männer von Rychenberg Winterthur und die Frauen von Bern-Burgdorf sind zum ersten Mal Schweizer Meister im Unihockey.
Die BFC-Arena in Freiburg ist dieser Tage gut ausgelastet. Nur wenige Stunden nach dem Spiel zwischen Fribourg-Gottéron und dem HC Davos ist von Eishalle aber nicht mehr viel zu sehen. Für den Superfinal wurden Bodenplatten eingelegt, die Halle mit Unihockey-Bannern von Fans geschmückt.
In diesem Superfinal setzte sich das in dieser Saison von der Trainer-Ikone Philippe Soutter gecoachte Rychenberg vor mehr als 8800 Zuschauern als Siebter der Qualifikation gegen Titelverteidiger Zug United 5:4 nach Penaltyschiessen. Bern-Burgdorf entthronte im Duell mit Kloten-Dietlikon den Serienmeister der letzten Jahre mit einem 4:2-Sieg.
Rychenberg Winterthur dank Goalie Kunz
Im Final der Männer rettete sich Zug nach einem 0:4-Rückstand noch in die Verlängerung. Nach hart umkämpften zehn Extraminuten, in der sich die Teams nichts schenkten und Topchancen auf beiden Seiten ungenutzt blieben, musste das Penaltyschiessen über den neuen Meister entscheiden. In diesem setzte sich Rychenberg schliesslich durch - auch, weil Goalie Eric Kunz die Nerven nicht versagten und er vier der fünf Zuger Penaltys parierte.
"Es ist das schönste Gefühl meines Lebens", sagte Kunz einige Minuten später, angesprochen auf seinen grossen Beitrag am Sieg des Aussenseiters, nachdem er sich von Fans und Familie hatte feiern lassen. Er fühle sich "unglaublich gut", einen so grossen Beitrag am ersten Meistertitel des HC Rychenberg zu haben.
Bern-Burgdorf bricht Serie von Kloten-Dietlikon
Einige Stunden zuvor schlug Nadia Cattaneo, unmittelbar nachdem sie mit Bern-Burgdorf Meister geworden war, in die gleiche Kerbe: "Es gibt keine Worte, um das zu beschreiben."
Auch Cattaneos Equipe jubelte über den ersten Meistertitel der Vereinshistorie. Das Team von Trainer Mirco Torri besiegte die Kloten-Dietlikon Jets, den Serienmeister der letzten Jahre. Entschieden wurde die Partie von Dana Misteli, der Topskorerin aus dem Team der Bernerinnen.
Die 19-Jährige traf im ersten Drittel zum Ausgleich und - viel wichtiger - rund drei Minuten vor Schluss zum Sieg. Die BCF-Arena kochte über, während Misteli mit ihren Mitspielerinnen jubelte. Kloten-Dietlikon musste sich derweil erstmals seit 2019 und nach sechs Meistertiteln in Folge im Superfinal geschlagen geben.
Kyburz macht den Deckel drauf
"Es ist nicht das erste Mal in dieser Saison, dass Dana mitentscheidend ist. Sie hat auch schon ganze Spiele alleine entschieden", lobte Trainer Torri die Teenagerin. Misteli selbst sagte strahlend, aber zurückhaltend: "Es freut mich, konnte ich dem Team helfen."
Für die Bernerinnen ist der Meistertitel die Krönung einer bereits starken Saison. Zwar waren die Favoritenrollen vor dem Finalspiel der Frauen nicht klar verteilt. Mit Kloten-Dietlikon als Gegner war aber auch für die Qualifikationssiegerin von Bern-Burgdorf klar, dass es als letzte Hürde einen grossen Brocken zu schlagen galt.
Doch davon liessen sich die erstmaligen Finalistinnen nicht aus der Ruhe bringen. Mit dem Treffer von Tanja Kyburz ins verlassene Dietliker Gehäuse war spätestens 21 Sekunden vor dem Schlusspfiff klar, dass sich ein neues Team in die Liste der Meisterinnen eintragen würde.
Telegramme:
Zug - Rychenberg Winterthur 4:5 (0:1, 2:3, 2:0, 0:0) n.P.
BCF-Arena, Freiburg. - 8842 Zuschauer. - SR Schläpfer/Fässler. - Tore: 3. Larsson (Mutter) 0:1. 24. Egli 0:2. 24. Püntener (Mutter) 0:3, 34. Püntener 0:4. 39. Kailiala (Kainulainen) 1:4. 40. Kainulainen 2:4. 43. Nilsberth (Kainulainen) 3:4. 44. Kainulainen (Sjögren) 4:4. - Penaltyschiessen: Kailiala -, Weissbach -; Johansson 1:0, Oesch -; Sjögren -, Conrad 1:1; Kainulainen -, Studer 1:2; Nilsberth -. - Strafen: keine gegen Zug, 1mal 2 Minuten gegen Rychenberg Winterthur.
Zug United: Schälin; Neidhart, Nilsberth; Gustafsson, Flütsch; Stettler, Staub; Hofmann; Kürschner; Kailiala, Kainulainen, Sjögren; Johansson, Nigg, Christen; Hedlund, Arnold, Flütsch; Stocker, Christen, Bisig.
Rychenberg Winterthur: Kunz; Aeschimann, Larsson; Wöcke, Conrad; Reich, Eyer; Boman, Rutz; Püntener, Weissbach, Mutter; Egli, Oesch, Mutter; Jaaranen, Hocevar, Studer; Maurer, Graf, Matt.
Bemerkungen: 5. Timeout Rychenberg Winterthur.
Bern-Burgdorf - Kloten-Dietlikon 4:2 (1:2, 1:0, 2:0)
BCF-Arena, Freiburg. - 7962 Zuschauer. - SR Friemel/Hasselberg. - Tore: 16. Rezacova 0:1. 17. Misteli (Wyss) 1:1. 20. Piispa (Ediz) 1:2. 24. Von Arx (Morf) 2:2. 57. Misteli (Härtsch) 3:2. 60. (59:34) Kyburz (Gross) 4:2 (ins leere Tor). - Strafen: keine gegen Bern-Burgdorf, 1mal 2 Minuten gegen Kloten-Dietlikon.
Bern-Burgdorf: Greber; Cattaneo, Härtsch; Von Arx, Schütz; Siegenthaler, Müller; Burkhalter, Richner; Wyss, Morf, Misteli; Kyburz, Gross, Stoffers; Rutschi, Gerber, Maurer; Briggen, Zeller, Siegenthaler.
Kloten-Dietlikon: Werz; Sundberg, Inderbitzin; Behluli, Zwissler; Kühne, Hoffmann; Gasser, Oehri; Ediz, Wick, Piispa; Metzger, Überschlag, Suter; Selinummi, Renz, Rezacova; Nussbaumer, Helbling, Fassler.
Bemerkungen: Kloten-Dietlikon in den letzten drei Minuten ohne Goalie.


















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