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Keystone-SDA | Dienstag, 20. Januar 2026

Der EV Zug steht vor einer grossen Herausforderung

Der EV Zug steckt in einer veritablen sportlichen Krise. 2026 noch sieglos, bestreitet er am Dienstag gegen Lulea das Halbfinal-Rückspiel in der Champions Hockey League - und muss ein 2:3 aufholen.

Seit dem 23. Dezember wartet der EV Zug auf einen Sieg. Die 2:4-Niederlage vom letzten Freitag im Heimspiel gegen den abgeschlagenen Tabellenletzten Ajoie markierte den bisherigen Tiefpunkt in dieser Saison. Nur 24 Stunden später setzte es mit dem 1:4 in Genf die achte Meisterschaftsniederlage in Serie ab. Das Erreichen der Top 6 und damit die direkte Qualifikation für die Playoff rückt damit für die Zentralschweizer immer weiter in die Ferne.

Der EV Zug durchlebt gerade die grösste sportliche Krise, seitdem er im Frühjahr 2014 unter Doug Shedden letztmals die Playoffs verpasst hat. Seither reichte es den Zugern immer mindestens zu Platz 6 und mit einer Ausnahme immer für die Top 4.

Am Sonntag flog das Team von Genf nach Lulea, wo am Dienstag gegen den schwedischen Meister das Halbfinal-Rückspiel in der Champions Hockey League ansteht. Trotz der prekären Lage reist der EVZ mit einer Resthoffnung nach Nordschweden. Auf europäischer Bühne soll die sportliche Talfahrt gestoppt werden. Die Ausgangslage ist jedoch schwierig.

Über elf Wochen ohne Auswärtssieg

Lulea geht mit einem 3:2-Vorsprung ins Rückspiel, nachdem die Schweden das Hinspiel in Zug über weite Strecken dominiert hatten. Nur dank einem starken Leonardo Genoni im Zuger Tor hielt sich die Hypothek für den EVZ in Grenzen.

Auch ein Blick auf die Auswärtsbilanz spricht nicht für die Zuger. Der letzte Sieg in der Fremde datiert vom 30. Oktober. Seither setzte es neun Auswärtsniederlagen in Folge ab. Sollte dennoch der Einzug in den Final gelingen, wäre es nach Servette und den ZSC Lions der dritte Final mit Schweizer Beteiligung in Serie und angesichts der aktuellen Form des EVZ eine grosse Überraschung.

Der Zuger Absturz hat mehrere Gründe. Verletzungspech spielt dabei eine Rolle, erklärt die Misere aber nur teilweise. Das Hauptproblem liegt in der Offensive. Seit dem Jahreswechsel hat das Team nie mehr als zwei Tore pro Spiel erzielt. Es fehlt an Kreativität, an spielerischen Lösungen und an Akteuren, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und den Unterschied zu machen. Das Team hat zu viele Mitläufer. Unter diesen Umständen ist es kaum möglich, Spiele zu gewinnen.

Liniger zunehmend unter Druck

Mit jeder weiteren Niederlage wächst auch der Druck auf Michael Liniger. Der 46-jährige Emmentaler wurde auf diese Saison hin als Nachfolger von Dan Tangnes vom Assistenten zum Cheftrainer befördert und besitzt einen Vertrag bis 2027. Was als langfristiges Projekt angelegt war, droht jedoch bereits nach weniger als einem Jahr ins Wanken zu geraten.

Noch schliessen die Verantwortlichen beim EVZ einen Trainerwechsel aus. "Mit Schnellschüssen ist niemandem gedient. Den Panikknopf zu drücken, ohne zu wissen, was danach folgt, ist nicht nachhaltig", sagte Sportchef Reto Kläy am Samstag gegenüber der Luzerner Zeitung. Man werde zeitnah Massnahmen ergreifen, "aber nicht überstürzt". Worin diese konkret bestehen, liess Kläy offen.

Ein Sieg in Lulea käme für Liniger und sein Team einem Befreiungsschlag gleich und könnte den trüben Liga-Alltag zumindest vorübergehend in den Hintergrund drängen. Doch die Aufgabe ist gross. Sehr gross.

Unmöglich ist es nicht, in Lulea zu gewinnen. Ende August ist das dem EVZ mit einem 3:2 nach Verlängerung zu Beginn dieser Europacup-Kampagne gelungen. Lange ist es her.

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