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Keystone-SDA | Dienstag, 28. April 2026

Drohnen kämpfen am Bodensee gegen Nachwuchs der Kormorane

Am Bodensee sind Drohnen eingesetzt worden, um die Vermehrung von Kormoranen einzudämmen. Damit sollen die bedrohten Fischarten besser vor dem gefrässigen Vogel geschützt werden. Es ist ein Pilotprojekt der Behörden aus Baden-Württemberg. Auch die Kantone St. Gallen und Thurgau sind involviert.

300 Tonnen vertilgen die Kormorane gemäss Berufsfischern jährlich aus dem Bodensee. Auf dem Speiseplan der Vögel stehen auch Äschen und Felchen, die aufgrund ihrer besorgniserregend tiefen Bestände von den Fischern nicht mehr gefangen werden dürfen.

Rund um den Bodensee spannen die Behörden zusammen, um die Fische vor zu vielen hungrigen Kormoranen zu schützen. Eine ungewöhnliche Massnahme setzte im April das Bundesland Baden-Württemberg um.

Von einem Schiff aus liessen Mitarbeitende des Agrarministeriums vor der Halbinsel Mettnau (D) eine Drohne zu den Baumkronen am Seeufer aufsteigen, wo Kormorane ihre Nester haben. So wurden die Eier der schwarzen Vögel mit Öl benetzt. "Diese Behandlung soll die weitere Entwicklung der Eier unterbinden und so den Bruterfolg des Kormorans am Bodensee eindämmen sowie in der Folge den Frassdruck auf gefährdete Fischarten durch weniger Kormorane senken", schrieb das Ministerium für Ernährung des Bundeslandes Baden-Württemberg in einer Mitteilung.

Derzeit werden die Testflüge analysiert und die Ergebnisse ausgewertet. Später soll entschieden werden, ob weitere Drohnenflüge in grösseren Kormorankolonien durchgeführt werden.

Politik will Kormoran bejagen

Auch die Kantone Thurgau und St. Gallen sind am länderübergreifenden Projekt "Fischartenschutz und Kormoranmanagement am Bodensee" beteiligt. Es gelte vorerst, die Erkenntnisse aus dem Drohneneinsatz auszuwerten, bevor über das weitere Vorgehen entschieden werden könne, sagt Stefan Eglauf, Leiter des Thurgauer Amts für Jagd und Fischerei, auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

Im Thurgau geriet der Kormoran bereits ins Fadenkreuz der Politik. Im Januar überwies der Grosse Rat eine Motion zur Regulierung der Bestände. Derzeit seien Abschüsse von Kormoranen nur äusserst zurückhaltend erlaubt, kritisierten mehrere Parlamentarier. Deshalb soll der Kanton eine gesetzliche Grundlage schaffen, um die Kormoranbestände effizient zu regulieren.

Die Thurgauer Regierung verwies jedoch darauf, dass die bundesrechtliche Grundlage fehle, welche den Kantonen einen grösseren Handlungsspielraum zur Bejagung dieses Vogels einräumen würde. Eine Umsetzung des politischen Anliegens ist in Bearbeitung. Derzeit evaluiere man Möglichkeiten, erklärt Eglauf.

Weniger Nahrung und gefrässige Feinde

Aufgrund ihrer stark rückläufigen Bestände im Bodensee und Rhein stehen Felchen und Äschen seit Jahren im Fokus. In den Hitzesommern 2003 und 2018 dezimierten sich die Bestände der Äschen im Thurgauer Rheinabschnitt gemäss Eglauf beide Male um mehr als 90 Prozent. Seit 2018 besteht ein Fangverbot. Im heissen Sommer 2022 traf es die Restbestände nochmals empfindlich. Derzeit könne noch nicht von einer Erholung des Bestands gesprochen werden, sagt Eglauf weiter.

Ähnlich dramatisch ist die Situation der Blaufelchen im Bodensee, für die seit 2024 ein Fangverbot gilt. Zuvor gingen den Berufsfischern kaum noch Felchen ins Netz. Der niedrige Phosphatgehalt des Sees führt seit Jahrzehnten zu weniger Zooplankton als Nahrung für den beliebten Speisefisch. Gleichzeitig ziehen eingewanderte Arten wie Stichlinge oder Quaggamuscheln, die sich explosionsartig vermehrten, immer mehr Nährstoffe aus dem Wasser. In dieser Zeit stieg ausserdem die Population der gefrässigen Kormorane deutlich an.

Methode soll weiter erprobt werden

Mit dem ersten Drohnenflug zu den Kormorannestern sei ein wichtiger Schritt zur Verbesserung des Fischartenschutzes gemacht worden, heisst es in der Medieninfo aus Baden-Württemberg.

Umweltministerin Thekla Walker (Grüne) erklärte gemäss Mitteilung: "Wir werden diese innovative Methode weiter erproben. Sie beeinträchtigt Vögel offenbar kaum und zeigt, dass sich Konflikte niederschwellig lösen lassen."

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