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Keystone-SDA | Donnerstag, 30. April 2026

EZB hält Zinsen trotz Ölpreisschock und Inflation stabil

Die Leitzinsen im Euroraum bleiben trotz Ölpreisschock und steigender Inflation infolge des Iran-Kriegs vorerst unverändert. Die Europäische Zentralbank (EZB) hält den für Banken und Sparer wichtigen Einlagenzins bei 2,0 Prozent, wie sie am Donnerstag mitteilte.

Damit tastet die EZB zum siebten Mal in Folge die Zinsen im Euroraum nicht an. Ökonomen erwarten jedoch, dass die EZB im Jahresverlauf die Zinsen anheben wird, wenn ihr mehr Daten vorliegen, um die Kriegsfolgen zu beurteilen.

"Je länger der Krieg anhält und je länger die Energiepreise auf hohem Niveau bleiben, desto stärker wird sich dies voraussichtlich auf die allgemeine Inflation und die Wirtschaft auswirken", erklärten die Euro-Währungshüter.

Nahostkonflikt heizt Inflation an

Schon im März und April hat der Ölpreisschock durch den Krieg im Nahen Osten die Teuerung im Währungsraum kräftig nach oben getrieben. Ökonomen fürchten, dass die gestiegenen Energiepreise auf die gesamte Wirtschaft überspringen und viele Waren und Dienstleistungen teurer werden.

An den Finanzmärkten werden bis Jahresende drei Leitzinserhöhungen um je 0,25 Prozentpunkte erwartet. Mit höheren Leitzinsen kann die EZB gegensteuern: Dies würde Kredite verteuern, was die Nachfrage bremsen und die Inflation dämpfen kann. Sparerinnen und Sparer würden zugleich von steigenden Zinsen profitieren.

Im April lagen die Konsumentenpreise im Euroraum nach einer ersten Schätzung der Statistikbehörde Eurostat um 3,0 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Schon im März war die Inflationsrate mit 2,6 Prozent deutlich erhöht.

Die EZB strebt mittelfristig eine Teuerung von 2,0 Prozent im Euroraum an. Bei dieser Marke sieht die Notenbank ihr oberstes Ziel erreicht, für einen stabilen Euro zu sorgen und die Kaufkraft der Menschen zu sichern.

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