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Keystone-SDA | Sonntag, 15. Februar 2026

"'Fede' macht schon unglaubliche Sachen"

Federica Brignone gewinnt nach Gold im Super-G auch Gold im olympischen Riesenslalom. Das alles zehn Monate nach einem verheerenden Sturz.

Im Ziel zeigte sich selbst Camille Rast emotional. Nicht wegen ihrer eigenen Leistung, die sie für einmal nicht wirklich abrufen konnte - ausgerechnet im wichtigsten Riesenslalom der Saison reichte es der besten Schweizerin nur zu Rang 12, was gleichbedeutend mit dem zweitschlechtesten Resultat des Winters war.

Die Walliserin, die am Mittwoch im Slalom als amtierende Weltmeisterin zu den ganz grossen Favoritinnen auf eine Medaille gehören wird, adelte vielmehr die Siegerin Federica Brignone. "'Fede' macht schon unglaubliche Sachen. Sie hatte einen Horrorsommer. Ich war bei ihr und habe ihr Bein gesehen. Wow, Chapeau!"

Den Wettlauf gegen die Zeit gewonnen

Im April des vergangenen Jahres, nach dem WM-Titel im Riesenslalom und dem Gewinn des Gesamtweltcups sowie zweier kleiner Kristallkugeln, stürzte sie bei den italienischen Meisterschaften schwer. Nach einem doppelten Beinbruch und einem Kreuzbandriss im linken Knie schien die Teilnahme an den Olympischen Spielen in ihrer Heimat fern jeder Realität. Doch Brignone gewann den Wettlauf gegen die Zeit.

Den Trainingsrückstand - bis zum letzten Weltcup vor den Olympischen Spielen in Crans-Montana kam sie auf lediglich 13 Skitage zwischen den Stangen - machte sie mit Können und Biss wett. Das reichte, um sich an den Heimspielen zweimal Gold umhängen zu lassen und sich im Alter von 35 Jahren und sieben Monaten zur ältesten Olympiasiegerin im alpinen Skisport zu machen.

Auf einer Stufe mit Holdener und Schneider

Für Brignone ist es bereits die fünfte Medaille an Olympischen Spielen, womit sie in dieser Kategorie zu den Schweizerinnen Wendy Holdener und Vreni Schneider sowie der Deutschen Katja Seizinger aufschliesst. Bei den Frauen waren nur die Schwedin Anja Pärson und die Kroatin Janica Kostelic mit sechs olympischen Medaillen noch erfolgreicher.

Brignone komplettierte mit Gold ihren Medaillensatz im Riesenslalom. 2018 hatte sie Bronze gewonnen, vor vier Jahren Silber. Sie ist erst die dritte Athletin, die in der gleichen Disziplin an drei aufeinanderfolgenden Olympischen Spielen eine Medaille gewinnt. Vor ihr gelang dies nur der Österreicherin Marlies Schild (von 2006 bis 2014 im Slalom) und Sofia Goggia (von 2018 bis 2026 in der Abfahrt).

Silber glänzt skandinavisch

Brignone legte den Grundstein zu ihrem zweiten Olympia-Gold innerhalb von vier Tagen im ersten Durchgang, als sie die Konkurrenz mit Startnummer 14 distanzierte. In der Entscheidung verwaltete sie ihren Vorsprung geschickt. Sie lief nie in Gefahr, die Goldmedaille noch aus den Händen zu geben. Am Ende wies sie in einem ansonsten engen Rennen einen Vorsprung von 0,62 Sekunden auf Sara Hector und Thea Stjernesund aus. Die schwedische Olympiasiegerin von Peking und die Norwegerin brachten das Kunststück fertig, in beiden Läufen exakt gleich schnell zu fahren.

Der Italienerin Lara Della Mea, deren bestes Resultat im Weltcup ein sechster Platz war, fehlten nach grosser Aufholjagd fünf Hundertstel zu Silber. Der Tag in Cortina d'Ampezzo war aber auch so kitschig genug.

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