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Keystone-SDA | Mittwoch, 07. Mai 2025

Felix Aellen - ein 21-jähriger Hoffnungsträger

Für die Schweizer Handballer steht mit den Spielen gegen Deutschland und Österreich die entscheidende Woche der EM-Qualifikation an. Eine Schlüsselrolle nimmt der erst 21-jährige Felix Aellen ein.

Die Ausgangslage präsentiert sich folgendermassen: Gewinnen die Schweizer am Sonntag in Graz gegen Österreich, sind sie an der EM-Endrunde 2026 in Dänemark, Schweden und Norwegen dabei, egal was am Mittwoch im gut gefüllten Zürcher Hallenstadion gegen Deutschland passiert. Im besten Fall reichen zwei Niederlagen, da sich neben den ersten zwei Teams pro Gruppe auch vier der acht Drittklassierten qualifizieren. In dieser Wertung zählen bloss die Resultate gegen die Gruppensieger und -zweiten. Die Schweizer holten im Heimspiel gegen Österreich einen Punkt (29:29), in Deutschland setzte es eine deutliche Niederlage (26:35) ab. Die punktelose Türkei ist schon ausgeschieden.

Auf Deutschland treffen die Schweizer zum vierten Mal innert 16 Monaten. Im letzten Duell im Januar in Herning an der WM hielten sie sehr gut mit, fehlte beim 29:31 wenig zur Überraschung. Zu den Aktivposten gehörte Felix Aellen, der sechsmal erfolgreich war. Der Spielmacher des BSV Bern hat sich prächtig entwickelt, Nationaltrainer Andy Schmid prophezeit ihm eine grosse Zukunft, auch weil er sich viele Gedanken über den Handball macht. "Seine Einstellung wird ihn weit tragen", sagt Schmid gegenüber Keystone-SDA. "Er ist für seine erst 21 Jahre schon so weit. Das WM-Turnier gab ihm einen richtigen Schub, er merkte dort, dass er auch international Akzente setzen kann."

Verantwortung ein Genuss

Gegen Deutschland und Österreich sind die Schweizer umso mehr auf Aellen angewiesen, als neben dem Langzeitverletzten Manuel Zehnder, der eigentlichen Nummer 1 im Schweizer Team auf der Spielmacher-Position, auch Mehdi Ben Romdhane und Jonas Schelker nicht zur Verfügung stehen. "Aellen muss unser Angriffsspiel tragen, er ist aktuell der Kopf unserer Mannschaft", so Schmid. "Ich bin sehr fordernd gegenüber ihm, bin mir aber bewusst, dass er aufgrund seiner Unerfahrenheit gewisse Dinge noch nicht kann."

Aellen wurde an der WM aufgrund des Ausfalls von Manuel Zehnder sozusagen ins kalte Wasser geworfen. Am Anfang hatte ich schon etwas Zweifel, ob ich das hinbekomme", gibt er zu. Sie seien jedoch als Mannschaft zusammengewachsen, das habe geholfen. Grundsätzlich geniesst er es, "wenn ich Verantwortung übernehmen darf. Genau das suche ich". Auf seine hohe Spielintelligenz angesprochen, sagt er: "Ich schaue in der Freizeit sehr viel Handball, eigentlich alles, was im Fernsehen kommt." Das hilft ihm, sich weiterzuentwickeln, in dem er Sachen nach dem Prinzip Versuch und Irrtum ausprobiert. Dadurch füllte er seinen Rucksack immer mehr. Wo sieht er bei sich noch am meisten Potenzial? "Der nächste Schritt ist die Arbeit an Details, beispielsweise mit der Distanz zum Gegner zu arbeiten." Es gelte diese bewusst anzuwenden und dadurch im Unterbewusstsein zu automatisieren.

Eisenach als nächster Schritt

Aellen schloss die Hauptrunde der NLA als bester Torschütze ab und ist massgeblich dafür verantwortlich, dass der BSV zum ersten Mal in den Playoffs den Final erreicht hat. Der dritte und letzte Meistertitel liegt 40 Jahre zurück. Damals gab es noch keine Playoffs. Nach der Saison wird er die Berner in Richtung Bundesliga verlassen; er unterschrieb bei Eisenach einen Vertrag über drei Jahre. "Mein Ziel war schon lange, mal im Ausland zu spielen", sagt Aellen. "Ich konnte den Vertrag mit Selbstvertrauen unterschreiben."

Vorerst ist er aber gegen Deutschland gefordert. Wie stark hilft der gute Auftritt an der WM gegen den Olympia-Zweiten? "Dieses Wissen ist sicher gut. Wir dürfen nun aber nicht das Gefühl haben, auf dem gleichen Niveau wie Deutschland zu sein. Das ist nicht die Wahrheit. Wir können nur mithalten, wenn wir alles aus uns herausholen und uns an unser System halten, dieses konsequent umsetzen. Darum muss der Fokus auf uns und nicht auf Deutschland liegen."

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