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FIS-Präsident Eliasch bangt am Kongress in Belgrad um Wiederwahl
Weichenstellung bei der FIS: Beim Weltverband steht am Kongress die Präsidentschaftswahl an. Grosse Nationen wie die Schweiz, Österreich und Norwegen stellen sich klar gegen Amtsinhaber Johan Eliasch.
Im Vorfeld des 57. FIS-Kongresses, der am Mittwoch und Donnerstag in Belgrad stattfindet, kracht es heftig im Gebälk des wichtigsten olympischen Wintersportverbandes. In diesem ging es über viele Jahrzehnte - unter den Schweizer Präsidenten Marc Hodler (1951 bis 1998) und Gian Franco Kasper (1998 bis 2021) - eher gemächlich und vor allem sehr geordnet zu und her.
Dann setzte sich vor fünf Jahren der Quereinsteiger Johan Eliasch in einer Kampfwahl gegen drei Mitbewerber aus dem FIS-System überraschend bereits im ersten Wahlgang deutlich durch. Zu den Geschlagenen gehörte damals auch der langjährige Swiss-Ski-Präsident Urs Lehmann.
Kompromissloser Führungsstil
Eliaschs Anspruch 2021 war, die FIS zu digitalisieren und in die Moderne zu führen. Oder eher zu katapultieren, denn Eliasch, als gewiefter Geschäftsmann zum Milliardär geworden, ist sich aus der Privatwirtschaft kurze (Entscheidungs-)Wege gewohnt.
Verbandsprozesse, die bei der FIS oftmals sogar besonders langwierig und umständlich sind, sind Eliaschs Sache nicht. Lieber führt der schwedisch-britische Doppelbürger in seinem Sinne und kompromisslos; oft ohne Einbezug der 22 anderen FIS-Vorstandsmitglieder oder weiterer Stakeholder.
Dies löste im FIS-Universum bald einmal heftige Stürme und teils auch (kostspielige) juristische Auseinandersetzungen aus. Eliasch stützte sich dabei vorwiegend auf getreue Mitstreiter aus eher kleineren FIS-Verbänden ab. Diese erhofften sich mithilfe des Quereinsteigers eine grössere Rolle im Schneesport. Hingegen die traditionellen Nationen aus dem Alpenraum und Skandinavien fühlten sich zunehmend übergangen.
Finanzielle Schieflage
Auch eine Einigung bei der zentralen Vermarktung der internationalen Medienrechte Ende 2024 sorgte nur temporär für ruhigeres Fahrwasser. In den vergangenen Wochen und Monaten erreichte die Unzufriedenheit neue Höhen. Bemängelt werden nicht nur der Stil und die (fehlende) Strategie des Präsidenten. Immer klarer ersichtlich werde, so die Kernaussage von Eliaschs Widersachern, dass sich die FIS einer argen finanziellen Schieflage genähert habe. Als "besorgniserregend" stuft Diego Züger, Co-CEO von Swiss-Ski, die Situation der FIS ein.
Das Verbandsvermögen soll sich in Eliaschs Zeit als Präsident um mehr als 80 Millionen Franken verringert haben. Eliasch seinerseits bezeichnet das als nötige Investition in die Zukunft. Seine Erwartung ist dahingehend, dass die Einnahmen und die globale Reichweite des Sports nun steigen. In dieser Gemengelage erfolgte letzten Freitag auch der Rücktritt von Urs Lehmann. Der Aargauer war nur neun Monate als CEO der FIS tätig.
Damit er am Donnerstag zur Wiederwahl antreten kann, musste sich Eliasch auf die Schnelle eine zusätzliche Nationalität besorgen. Sowohl der schwedische wie auch der britische Verband versagten ihm die Unterstützung. Georgien jedoch gewährte Eliasch umgehend und unbürokratisch den benötigten Pass.
Liechtensteiner Ospelt als "Brückenbauer"
Herausgefordert wird der umstrittene Amtsinhaber von Alexander Ospelt. Der Liechtensteiner gehört seit 2024 dem FIS-Vorstand an. Der Rechtsanwalt wird von der Schweiz, Österreich und zahlreichen weiteren grossen und mittleren Verbänden unterstützt. Auch die Britin Victoria Gosling wollte FIS-Präsidentin werden. Doch die Geschäftsführerin ihres nationalen Schneesportverbandes zog die Kandidatur am Dienstag zurück.
Ospelt bezeichnet sich als integre Person. Er wolle Brücken bauen, so der 58-Jährige, dessen Bewerbungsdossier denn auch folgerichtig den Titel "Building Bridges" trägt. "In der FIS sollen alle gemeinsam auf Augenhöhe diskutieren. Dadurch ergeben sich gute und nachhaltige Lösungen", findet Ospelt, der auch den Athletinnen und Athleten eine stärkere Stimme geben und sie besser miteinbeziehen will.
















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