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Keystone-SDA | Mittwoch, 10. Juni 2026

WM-Debütanten fordern Ronaldos Portugal

Cristiano Ronaldo bestreitet in Nordamerika seine sechste Weltmeisterschaft und trifft mit Portugal auf Kolumbien, die DR Kongo und Usbekistan.

Cristiano Ronaldo schreibt weiter Geschichte. Wie sein ewiger Rivale Lionel Messi nimmt der 41-jährige Portugiese in Nordamerika zum sechsten Mal an einer Weltmeisterschaft teil - ein Rekord, der seine beispiellose Langlebigkeit unterstreicht. Portugal geht als Gruppenfavorit ins Turnier und verfügt über ein Kader, das auf allen Positionen Weltklasse-Format besitzt. Neben "CR7" sollen etablierte Stars wie Bruno Fernandes, Bernardo Silva und Rafael Leão für den Unterschied sorgen.

Doch alle Augen sind unweigerlich auf Ronaldo gerichtet, der seine Karriere mit dem einzigen grossen Titel krönen möchte, der ihm noch fehlt. Er selbst nimmt den Druck vor seinem wohl letzten grossen Turnier bewusst heraus: "Natürlich möchte ich Weltmeister werden", betonte die Ikone im Vorfeld, "aber ob ich es schaffe oder nicht, wird meinen Status im Fussball nicht verändern." Diese Gelassenheit könnte für die Portugiesen, die bei grossen Turnieren oft an der Erwartungshaltung scheiterten, ein Schlüssel sein.

Die unberechenbaren "Cafeteros"

Als grosser Herausforderer Portugals um den Gruppensieg gilt Kolumbien. Die "Cafeteros" reisen mit viel Selbstvertrauen und dem typisch leidenschaftlichen, südamerikanischen Temperament an. Nach einer Phase des Umbruchs wollen die Kolumbianer in Nordamerika wieder an ihre erfolgreichsten Zeiten anknüpfen, als sie etwa 2014 mit erfrischendem Offensivfussball verzückten und bis in den Viertelfinal vorstiessen.

Das aktuelle Team verbindet physische Robustheit mit technischer Eleganz. Der Fixpunkt im kolumbianischen Angriffsspiel ist Flügelstürmer Luis Diaz von Bayern München, dessen Tempo und Dribbelstärke jede Abwehrreihe vor massive Probleme stellen können. Unterstützt von einer Mischung aus hungrigen Talenten und international erfahrenen Strategen im Mittelfeld, gilt Kolumbien als stark im Umschaltspiel und unangenehm zu bespielen. Das Direktduell gegen Portugal könnte eines der spielerischen Highlights der Vorrunde zu werden.

Kongos turbulente Rückkehr nach 52 Jahren

Einen emotionalen und überaus steinigen Weg an diese WM hat die Demokratische Republik Kongo hinter sich. Zum ersten Mal seit 52 Jahren - damals 1974 in Deutschland trat man noch unter dem Namen Zaire an - nehmen die "Leoparden" wieder an einer Endrunde teil. Doch die Vorbereitung des afrikanischen Underdogs war alles andere als normal: Eine Ebola-Pandemie in Teilen Afrikas sorgte für massive Einschränkungen, logistische Hürden, isolierte Trainingslager und grosse Sorgen im Umfeld der Mannschaft.

Trotz dieser widrigen Umstände hat das Team einen enormen Zusammenhalt bewiesen. Aussenverteidiger Gédéon Kalulu brachte es in einem FIFA-Interview auf den Punkt: Die Rückkehr nach über einem halben Jahrhundert sei nicht nur ein sportlicher Erfolg, sondern ein dringend benötigtes Symbol der Hoffnung für eine ganze Nation. Man spiele für die Menschen in der Heimat, die so viel durchmachen mussten und durch den Fussball wieder lächeln könnten. Mit in Europa ausgebildeten Profis wollen die Kongolesen auf dem Platz zeigen, dass sie jede Krise überwinden können.

Cannavaros usbekisches Abenteuer

Für das grosse Unbekannte in der Gruppe sorgt Usbekistan. Die Zentralasiaten haben sich zum ersten Mal überhaupt für eine Weltmeisterschaft qualifiziert und wollen beweisen, dass sie auf der grössten Bühne mehr als nur staunende Touristen sind. An der Seitenlinie steht dabei ein Mann, der genau weiss, wie man diesen Wettbewerb gewinnt: Fabio Cannavaro. Der Weltmeister-Captain Italiens von 2006 hat in Usbekistan eine Euphorie entfacht. Er hat dem Team eine italienisch geprägte taktische Disziplin und eine defensive Stabilität eingeimpft. Cannavaro hofft, mit seiner immensen Erfahrung und dem grossen Enthusiasmus seiner usbekischen Spieler den etablierten Nationen ein Bein stellen zu können.

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