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Keystone-SDA | Sonntag, 01. Februar 2026

Florence Schelling erinnert sich an den Olympia-Coup

Mit dem Gewinn von Olympia-Bronze 2014 in Sotschi schrieben die Schweizer Eishockeyanerinnen helvetische Sportgeschichte. Das Gesicht dieses historischen Erfolgs war Torhüterin Florence Schelling.

Wenn Florence Schelling an Olympische Spiele denkt, ist Sotschi 2014 nie weit weg. "Der Moment, als der Buzzer ertönte und wir wussten: 'Wir haben es geschafft, wir haben eine Medaille'. Das ist bis heute extrem präsent", sagt sie. Es war der Augenblick, in dem sich ein Kindheitstraum erfüllte - und dem Schweizer Frauen-Nationalteam mit dem Gewinn von Bronze ein historischer Coup gelang. Mittendrin: Florence Schelling, die zur wertvollsten Spielerin und besten Torhüterin des Turniers gewählt wurde.

Dabei galt die Schweiz im Vorfeld nicht als Medaillenkandidatin. "Von uns hat niemand eine Medaille erwartet", erinnert sich Schelling. Intern sei das Ziel jedoch klar gewesen, auch wenn es nie öffentlich kommuniziert worden sei. Zwei Jahre zuvor stand das Team mit WM-Bronze erstmals an einem Grossanlass auf dem Podest, viele Spielerinnen von damals gehörten auch in Sotschi zum Kader. "Wir wussten also, dass wir es können", so Schelling. Der entscheidende Vorteil: der fehlende Druck. "Uns hatte niemand auf dem Radar. Das hat uns extrem geholfen."

Ein Schlüsselmoment folgte im Viertelfinal gegen Gastgeber Russland nach einer sieglosen Vorrunde. "Ich erinnere mich vor allem an eine Szene ganz am Anfang, als ein Schuss der Russinnen an den Pfosten ging. Da wusste ich: Heute ist alles auf unserer Seite." Die Schweiz siegte 2:0, Schelling wehrte 41 Schüsse ab. Und der Glaube an den Erfolg trug das Team weiter. "Rein spielerisch waren wir vielen Teams unterlegen, auch im Spiel um Bronze gegen Schweden", sagt Schelling. "Aber wir hatten einen unglaublichen Teamgeist. Jede akzeptierte ihre Rolle, jede ging für die andere."

Nächste Generation mit neuen Perspektiven

Heute verfolgt Schelling die Entwicklung des internationalen Frauen-Eishockeys als Beobachterin. Besonders beeindruckt zeigt sie sich von der Professionalisierung in Nordamerika mit der vor zwei Jahren gegründeten Profi-Liga PWHL sowie von den Fortschritten in Schweden. "Junge Spielerinnen können heute davon träumen, tatsächlich Profi zu werden. Das gab es früher nicht."

In der Schweiz seien zwar ebenfalls Schritte gemacht worden, "aber deutlich kleinere". Positiv hebt sie die Integration der Frauen-Teams in die Strukturen der National-League-Klubs hervor - wie etwa in Zug, wo Spielerinnen teilweise angestellt sind.

Dass sie selbst nicht in dieser Ära aktiv ist, bedauert Schelling nicht, die 2018 nach ihren vierten Olympischen Spielen ihren Rücktritt gegeben hat. "Ich wusste immer, dass ich nicht vom Eishockey leben kann." Wichtig sei ihr gewesen, den Weg für die nächste Generation zu ebnen, als Spielerin, Funktionärin oder heute als Podcasterin und Expertin.

Neuer Lebensabschnitt als Mutter

Auch nach dem Karriereende stand Schelling im Rampenlicht, insbesondere mit ihrer Ernennung zur Sportchefin des SC Bern im September 2020. Das Engagement wurde nach einer Saison wieder beendet. Inzwischen ist es ruhiger geworden um die bald 37-jährige Zürcherin.

Privat hat sich ihr Leben zuletzt stark verändert. Im vergangenen Sommer heiratete Schelling, vor fünf Monaten wurde sie Mutter einer Tochter. "Ich bin noch dabei, meine Balance zu finden", sagt sie. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sei herausfordernd, "aber bis jetzt funktioniert es ganz gut".

2022 hat sie eine eigene Beratungs- und Coaching-Firma gegründet, hält Vorträge und gibt ihre Erfahrungen weiter. Dem Eishockey bleibt sie emotional eng verbunden. Als Co-Moderatorin des Podcasts "Jocks Next Gen" stellt sie wöchentlich talentierte PWHL-Spielerinnen aus den College-Ligen vor. "Der Podcast bringt mich wieder näher ans Spiel. Ich analysiere, erzähle Geschichten und gebe den Spielerinnen ein Gesicht."

Aufnahme in die Hall of Fame

Eine besondere Ehrung steht Schelling im Mai bevor. Anlässlich der Heim-WM der Männer wird sie in die Hall of Fame des Schweizer Eishockeys aufgenommen. "Für mich ist das noch nicht wirklich greifbar", sagt sie. Der Anruf habe sie völlig überrascht, zumal er kurz nach der Geburt ihrer Tochter kam. "Da bist du sowieso über alle Wolken glücklich - und dann kam dieser Anruf. Das war sehr speziell."

Mit Blick auf das olympische Turnier in Mailand zeigt sich Schelling vorsichtig optimistisch für die Schweizer Frauen. Entscheidend werde sein, in welcher Verfassung Schlüsselspielerinnen wie Andrea Brändli, Alina Müller oder Lara Stalder antreten. "Wenn sie gesund und bereit sind, ist vieles möglich", sagt Schelling. Die Erinnerung an Sotschi zeigt: Im olympischen Eishockey ist manchmal mehr drin, als man denkt.

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