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Keystone-SDA | Sonntag, 01. Februar 2026

Von Novak Djokovic mit bestem Dank an seine Kritiker

Novak Djokovic bestreitet mit fast 39 am Sonntag den Australian-Open-Final gegen Carlos Alcaraz. So oder so wird Geschichte geschrieben.

Als Novak Djokovic am Freitag im Halbfinal Jannik Sinner niederrang, flogen ihm die Herzen im Melbourne Park zu. Er, der die meiste Zeit seiner Karriere um die Gunst der Fans ringen musste, wird im Herbst der Karriere gefeiert - wie das bei allen Altstars Usus ist.

Als Altstar will sich Djokovic aber (noch) nicht sehen: "In der Vorbereitung habe ich mir ausgemalt, in diesem Jahr gegen Jannik (Sinner) und Carlos (Alcaraz) in den entscheidenden Runden bei den Grand Slams zu spielen, es auszufechten und alles zu geben, was ich habe", so Djokovic. "Ich bin froh, dass mir das gleich beim ersten Grand Slam des Jahres gelingt."

Gegenteil beweisen

Etwa so wie das 3:6, 6:3, 4:6, 6:4, 6:4 im Halbfinal gegen Jannik Sinner dürfte sich Djokovic das Ganze vorgestellt haben. Die ganze Tennis-Welt schaute zu, vor allem auch seine Kritiker, die ihm derartige Leistungen und den Sprung in einen Grand-Slam-Final gar nicht mehr zugetraut hatten. Djokovic: "Da sind so viele Leute, die an mir zweifeln. Ich sehe so viele Experten, die auf einmal wollen, dass ich aufhöre, oder die mich schon mehrmals abgeschrieben haben in den vergangenen Jahren. Ich möchte diesen Leuten danken, weil sie mir die Kraft gegeben haben. Sie haben mir die Motivation gegeben, sie vom Gegenteil zu überzeugen."

Als der Serbe letzte Woche gefragt wurde, ob er nach der Rivalität mit Federer und Nadal nun Sinner und Alcaraz jagen würde, stellte er die Dimensionen ins Lot. Er finde es "ein wenig respektlos", dass die Zeit dazwischen einfach ignoriert werde. Djokovic: "Es gab wohl eine etwa 15-jährige Phase, in der ich die Grand Slams dominiert habe. Ehrlich gesagt habe ich nicht das Gefühl, dass ich hinterherjage."

Ältester oder Jüngster aller Zeiten

Den Halbfinalerfolg über Sinner bezeichnete Djokovic aber doch als "schönsten seit einem Jahrzehnt". Wie er wohl einen Finalsieg über Alcaraz bewerten würde? Es wäre sein 25. Grand-Slam-Titel, womit er auch einen Titel mehr hätte als die Australierin Margaret Court, die in der Nacht auf Samstag als Zuschauerin über die Geisterstunde hinaus bis um 02.00 ihren Platz in der Loge nicht verliess.

Die Frage ist, wie gut sich Djokovic von dem mehr als vier Stunden langen Kampf gegen Sinner erholen kann. Jede Minute bis zum Final dient der Regeneration. Djokovic: "Es steht Geschichte auf dem Spiel - für beide von uns."

Djokovic könnte nicht nur seinen Grand-Slam-Rekord weiter ausbauen, er würde auch den Australier Ken Rosewall als ältester Grand-Slam-Sieger im Einzel ablösen. Rosewall gewann 1972 das Australian Open mit 37, Djokovic wird in diesem Jahr 39. Roger Federer holte seinen letzten Major-Titel 2017 mit fast 36 Jahren.

Auch für Carlos Alcaraz ist der Final nach dem Fünf-Satz-Drama inklusive Krämpfen gegen Alexander Zverev ein ganz besonderes. Das Australian Open ist das einzige Grand-Slam-Turnier, das er noch nicht gewonnen hat. Mit 22 Jahren und 272 Tagen wäre er der jüngste Tennisprofi der Geschichte, der den sogenannten Karrieren-Grand-Slam perfekt macht.

Wie viel ihm das bedeuten würde, machte Alcaraz nach dem Sieg gegen Zverev deutlich. Wofür er sich entscheiden würde, wenn er zwischen dem Triumph in Melbourne und Siegen bei allen drei anderen Major-Turnieren in diesem Jahr wählen könnte, wurde der Weltranglisten-Erste gefragt. Seine Antwort liess keine Zweifel offen: "Ich würde mich für diesen Titel hier entscheiden."

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