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Graubünden bessert nach massiven Unwettern 2024 Gefahrenkarte nach
Im bündnerischen Misox hat ein verheerendes Unwetter vor rund zwei Jahren zwei Todesopfer gefordert, eine Person gilt weiter als vermisst. Das Bündner Amt für Wald und Naturgefahren veröffentlichte nun seine Analyse zu der Unwetterkatastrophe.
Das Unwetter vom 21. Juni 2024 wurde gemäss einer Analyse des Amtes für Wald und Naturgefahren (AWN) durch das Zusammenspiel mehrerer ungünstiger Faktoren ausgelöst. Das Amt nennt den nassen Frühling, eine späte und intensive Schneeschmelze, die daraus resultierende zu hohe Bodenfeuchtigkeit sowie lokal stark ausgeprägte Gewitter.
Die Folgen waren dementsprechend verheerend: zahlreiche Murgänge in den Seitenbächen der Moesa und erhebliche Schäden in den Bündner Gemeinden Lostallo, Soazza und Grono. Die Nord-Süd-Verbindung über den San Bernardino war während rund zwei Wochen unterbrochen.
Die AWN-Analyse legt offen, dass in einzelnen Fällen die Schutzbauten an ihre Kapazitätsgrenze gerieten, "wodurch ihre Wirkung lokal eingeschränkt war". Und das Amt hält weiter fest: "Die Wechselwirkungen zwischen den Seitenbächen und der Moesa sowie daraus resultierende Rückstauprozesse wurden bisher teilweise unterschätzt."
Gefahrenkarten werden nachgebessert
Überprüft hat das AWN auch die Gefahrenkarten. Diese sollen von Naturgefahren bedrohte Gebiete frühzeitig identifizieren und somit Menschen und Sachwerte schützen. "Die räumliche Ausdehnung der Gefahren wurde meist gut erfasst. Bei den Intensitäten und Geschiebemengen zeigten sich jedoch teilweise deutliche Unterschätzungen", schreibt das Amt in einer Mitteilung.
Die Erkenntnisse fliessen gemäss AWN in die laufende Überarbeitung der Gefahrenkarten ein. Bis Ende 2026 sollen die Gefahrenkarten von über 90 Seitenbächen sowie der Moesa überarbeitet werden.
Das AWN bilanziert: "Naturgefahren im Misox bleiben ein relevantes Risiko und können sich durch die klimawandelbedingten Veränderungen weiter verstärken." Die Empfehlungen, die aus der Analyse hervorgehen, betreffen unter anderem die bessere Berücksichtigung von Vorfeuchte und Schneeschmelze sowie die genauere Abschätzung von Geschiebefrachten. Auch die frühzeitige Planung von Ressourcen, Deponieraum und der Krisenkommunikation soll weiter gestärkt werden.
Viele Massnahmen befinden sich bereits in Umsetzung - darunter Sofortmassnahmen, die Aktualisierung der Gefahrenkarten sowie die Planung zusätzlicher Schutzprojekte in besonders gefährdeten Gebieten.

















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