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Keystone-SDA | Dienstag, 11. August 2026

Graubünden soll Gesetz gegen häusliche Gewalt erhalten

Die Bündner Regierung will häusliche Gewalt mit einem Gesetz angehen. Ziel der Exekutive ist ein koordiniertes Vorgehen zur Prävention und Bekämpfung häuslicher und geschlechtsspezifischer Gewalt. Die Regierung veröffentlichte am Dienstag die Botschaft, die im Herbst im Grossen Rat beraten wird.

Es werde eine kantonale Datensammlung geschaffen, um Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und bedarfsgerechte Massnahmen abzuleiten. Das heisst es in einer Mitteilung der Bündner Staatskanzlei. Die Daten würden anonym bleiben.

Es soll aber trotzdem möglich sein, zu analysieren, wer Opfer von Gewalt ist, wer der Täter ist und welche sozialen Schichten am stärksten betroffen sind. Das sind Aspekte, die laut Regierungsrat Marcus Caduff (Mitte) bisher nicht untersucht werden konnten.

"Wir haben nun eine Lösung gefunden, die auch vom Datenschutzbeauftragten akzeptiert wurde", fuhr der Direktor des Departements für Volkswirtschaft und Soziales fort. Andere Kantone wie Bern und Zürich beobachteten das Bündner Modell mit Interesse.

Zunahme der Fälle häuslicher Gewalt

2025 wurden im Kanton Graubünden 260 Straftaten im Zusammenhang mit häuslicher Gewalt registriert. Im Jahr zuvor hatte die Bündner Opferhilfe 393 Opfer betreut. Zahlen, die Caduff beunruhigen: "Wir stellen fest, dass die Fälle in den letzten Jahren zugenommen haben. Vor allem Frauen, Kinder und Jugendliche sind betroffen. In geringerem Masse auch Männer."

Das Gesetz orientiert sich an der Definition der Istanbul-Konvention und berücksichtigt Gewalt in bestehenden oder früheren Paarbeziehungen sowie innerhalb familiärer Beziehungen.

Im Gesetzestext wird auch die Zusammenarbeit aller beteiligten Stellen verankert. Der Gesetzentwurf zielt zudem darauf ab, Präventionsmassnahmen durch Sensibilisierungskampagnen, Präventionsprojekte für Kinder und Jugendliche oder Informationsbroschüren zu verstärken. Mit diesen Massnahmen will die Regierung "ein klares Signal" senden, "dass Gewalt in unserer Gesellschaft keinen Platz hat und gezielt verhütet und bekämpft wird."

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