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Keystone-SDA | Donnerstag, 30. April 2026

Keller im Regenbogentrikot, Püntener als Schurter-Nachfolger

Nach 21 Jahren im Mountainbike-Weltcup hat Nino Schurter hat das Feld geräumt. Die Schweizer Hoffnungen ruhen nun vor allem auf Alessandra Keller. Schurters designierter Nachfolger ist Fabio Püntener.

Die dominante Figur seiner besten Tage war Nino Schurter in den letzten Jahren seiner grossartigen Karriere nicht mehr. Und doch war er bis zuletzt der Fixpunkt im Schweizer Mountainbike-Team. Nun steht das Jahr 1 nach Schurter an, in dem bezeichnenderweise auch der Weltcup ein neues Kapitel lanciert.

Zum ersten Mal macht der Cross-Country-Weltcup an diesem Wochenende in Südkorea halt. In Yongpyong, dem Ort, an dem 2018 die alpinen Skirennfahrer ihre Olympiasieger in den technischen Disziplinen erkoren, erfolgt der Auftakt in die Saison 2026. Neun Weltcup-Stationen, darunter jene in Lenzerheide am zweitletzten Juni-Wochenende, stehen auf dem Programm. Den Saison-Höhepunkt bildet die WM Ende August im italienischen Val di Sole.

Keller als Weltmeisterin und Cape-Epic-Siegerin

Wie steht es im Jahr 1 nach Nino Schurter um die Schweizer Erfolgsaussichten? Bei den Frauen kann davon ausgegangen werden, dass Alessandra Keller wiederum vorne mitmischen kann. Die 30-jährige Nidwaldnerin, letzte Saison an der Heim-WM in Crans-Montana Weltmeisterin im Short Track, gewann 2022 und 2024 den Gesamtweltcup und steigt gerüstet in die Saison.

"Die Vorbereitung war reibungslos. Alles lief perfekt", sagte Keller vor gut einem Monat, bevor sie zusammen mit der Südafrikanerin Candice Lill überlegen am Cape Epic triumphierte, dem prestigeträchtigen Etappenrennen in Lills Heimat. Für Nicole Koller, im Vorjahr beim Auftakt in Brasilien als Zweite vier Sekunden am ersten Sieg dran und am Ende starke Fünfte im Gesamtweltcup, geht es darum, die letzte Saison zu bestätigen. Sina Frei (9.) und Jolanda Neff (10.), die ebenfalls zu den zehn Besten gehörten, haben oft genug bewiesen, zu was sie fähig sind.

In Schurters Fussstapfen

Bei den Männern war 2025 ziemlich unerwartet Fabio Püntener der beste Schweizer. Nach komplizierten, von Verletzungen, Missgeschicken und technischen Problemen geprägten ersten Jahren bei der Elite schaffte es der 26-jährige Urner im Jahr der Heim-WM in die Weltspitze. Zweimal fuhr er aufs Podest, Rang 5 im Gesamtweltcup, Platz 1 in der UCI-Weltrangliste und ein Vertrag in der Equipe Scott-SRAM, der Equipe von Nino Schurter und Teamchef Thomas Frischknecht, waren der Lohn. Deshalb ist der 1,93 m grosse Püntener zumindest auf dem Papier Schurters designierter Nachfolger.

Filippo Colombo, Pünteners Teamkollege bei Scott, erlebte eine durchwachsene letzte Saison, die in einer Klassierung ausserhalb der Top 20 des Gesamtweltcups mündete. Das Potenzial des 28-jährigen Tessiners bleibt aber unbestritten. Wie jenes von Lars Forster, der seine Qualitäten in einzelnen Rennen wiederholt hat aufblitzen lassen und neben Weltcupsiegen auch zwei Europameistertitel in seiner Sammlung hat.

Hinzu kommen der WM-Vierte Luca Schätti (25) sowie Vital Albin (27) und Dario Lillo (24), die als Mittzwanziger einen weiteren Schritt näher an die Weltspitze heranrücken könnten. Und da ist auch noch Mathias Flückiger, der mit 37 Jahren zu den erfahrensten Athleten gehört und immer noch vorne mitmischen kann, wie er letzte Saison im Vorfeld der WM und im WM-Rennen (5.) gezeigt hat.

Keine klare Hierarchie

Eine klare Hierarchie muss sich bei den Männern auch international betrachtet erst bilden. Als Gesamtweltcupsieger geht der Amerikaner Christopher Blevins ins Rennen, Weltmeister ist der Südafrikaner Alan Hatherly. Bei den Frauen waren die erst 24-jährige Neuseeländerin Samara Maxwell (Gesamtweltcupsiegerin) und die wieder erstarkte Schwedin Jenny Rissveds (Weltmeisterin und Zweite im Gesamtweltcup) tonangebend.

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