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Keystone-SDA | Mittwoch, 10. Juni 2026

Koloniale Verbindungen prägen Fussball-Erfolge bis heute

Historische Kolonialverbindungen beeinflussen einer neuen Studie zufolge bis heute die Erfolgschancen im internationalen Fussball. Ehemalige Kolonialmächte profitieren demnach von einem grösseren Talentpool.

Dies geschehe zulasten ehemaliger Kolonien, die häufig nicht dieselben Karriere- und Einkommensmöglichkeiten bieten könnten, teilte die Universität Zürich (UZH) am Mittwoch mit.

Für die Untersuchung simulierte das Forschungsteam der UZH und der Universität Konstanz die Fussball-Weltmeisterschaft 2026 knapp 1500 Mal mithilfe des Videospiels "Football Manager 2026".

Analysiert wurden dabei 49 Nationalspieler, die familiäre Wurzeln in ehemaligen Kolonien haben, heute aber für die Nationalteams von England, Frankreich, Portugal, Spanien, Belgien oder den Niederlanden auflaufen.

Die Wissenschaftler verglichen drei Szenarien: Die Spieler treten wie bisher für ihre aktuellen Nationalmannschaften an, sie werden aus den Kadern entfernt oder sie spielen für die Herkunftsländer ihrer Familien. Anschliessend untersuchten die Forschenden die Auswirkungen auf den Verlauf des Turniers.

Den Ergebnissen zufolge würden viele ehemals kolonisierte Staaten deutlich erfolgreicher abschneiden, wenn diese Spieler für die Herkunftsländer ihrer Familien antreten würden. So würde etwa Nigeria in rund vier Prozent der Simulationen den WM-Titel gewinnen. Auch Suriname würde seine Erfolgschancen erheblich steigern.

Besonders Frankreich profitiert

Gleichzeitig würden die Aussichten mehrerer europäischer Spitzenteams sinken. Besonders deutlich zeigt sich der Effekt laut Studie bei Frankreich. Unter den aktuellen Bedingungen gewann die französische Nationalmannschaft 34,5 Prozent der simulierten Weltmeisterschaften. Würden Spieler mit familiären Wurzeln in ehemaligen Kolonien stattdessen für deren Herkunftsländer auflaufen, würde sich diese Wahrscheinlichkeit nahezu halbieren.

Auch andere Nationen könnten von den Verschiebungen profitieren. Die Studie ist derzeit als Vorabveröffentlichung auf dem Open-Access-Server Open Science Framework verfügbar und wurde noch nicht in einem Fachjournal veröffentlicht.

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