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Wirtschaft
Keystone-SDA | Donnerstag, 11. Juni 2026

Migros erhält Freigabe für Verkauf von 36 Tegut-Filialen an Enso

Die Genossenschaft Migros Zürich ist beim Verkauf ihrer deutschen Supermarktkette Tegut einen Schritt vorwärts gekommen. Das deutsche Bundeskartellamt genehmigte die Übernahme von 36 Tegut-Filialen durch die Smart-Store-Kette Tante Enso.

Die Standorte befinden sich überwiegend in ländlichen Regionen in Hessen, Thüringen und Nordbayern. Sie erwirtschafteten 2025 einen Umsatz von rund 60 Millionen Euro und stehen damit für etwa fünf Prozent des Gesamtumsatzes von Tegut.

Die Migros hatte im März angekündigt, sich aus dem deutschen Markt zurückzuziehen und die Tegut-Gruppe vollständig zu veräussern. Das Bundeskartellamt sieht bei dem Verkaufspaket an Tante Enso keine wettbewerbsrechtlichen Bedenken. Die Behörde verwies auf die bislang geringe Marktstellung von Tante Enso und die nur geringen Überschneidungen zwischen den bestehenden Standorten der Käuferin und den übernommenen Filialen.

Laut Kartellamtspräsident Andreas Mundt stärkt die Transaktion einen kleineren Wettbewerber im deutschen Lebensmittelhandel und kann zugleich die Nahversorgung in den betroffenen Regionen sichern.

Entscheid zum grösseren Verkaufspaket steht noch aus

Tante Enso mit Sitz in Bremen betreibt derzeit knapp 90 überwiegend kleinflächige Lebensmittelmärkte im ländlichen Raum. Die Gruppe setzte 2025 rund 40 Millionen Euro um.

Mit den Verkäufen an Edeka und Rewe stehen die grössten Bestandteile der Tegut-Veräusserung noch unter Vorbehalt der Kartellbehörden. Geplant ist die Übernahme von rund 200 Filialen und weiteren Unternehmensteilen durch den Edeka-Verbund sowie von bis zu 40 Standorten durch die Rewe-Gruppe. Die entsprechenden Hauptprüfverfahren laufen derzeit noch, wie das Kartellamt mitteilte.

Tegut gehört seit 2013 zur Migros Zürich und ist schon länger ein Sorgenkind des Detailhändlers. Tegut betreibt rund 340 Filialen inklusive rund 40 Teo-Minimärkten. Knapp 7500 Mitarbeitende sind für die Kette tätig. Die Migros Zürich hatte Mitte März den Rückzug aus dem deutschen Markt nach 14 Jahren und einem Verlust von maximal 600 Millionen Euro angekündigt.

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