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Nestlé-Präsident sieht erste Fortschritte im Wandel
Der neue Nestlé-Verwaltungsratspräsident Pablo Isla hat bei seinem ersten Auftritt vor den Aktionären eine umfassende Neuausrichtung bekräftigt. Ziel sei es, ein Unternehmen aufzubauen, das "gradliniger, schneller, wettbewerbsfähiger und innovativer ist", sagte er.
Um dies zu erreichen, will Nestlé den Fokus bekanntlich stärker auf profitable Kernbereiche und Wachstumstreiber legen. Der Konzern werde sich auf "unsere stärksten Geschäftsbereiche, Marken, Innovationen und Wachstumssäulen" konzentrieren und gleichzeitig Marketing sowie Forschung gezielt ausbauen.
"Unsere Massnahmen zeigen erste Ergebnisse. Dort, wo wir unseren Fokus verstärkt haben, konnten wir Wachstum und Marktanteilsgewinne verzeichnen", sagte Isla gemäss Redetext am Donnerstag an der Generalversammlung in Lausanne.
Transformation beschleunigen
Zudem soll die Organisation deutlich vereinfacht werden. Entscheidungswege sollen verkürzt und Verantwortlichkeiten klarer definiert werden, um die Umsetzung zu beschleunigen. Auch die Führung will Isla bekanntlich straffen. Der Verwaltungsrat werde seine Aufsicht "intensivieren" und Strukturen anpassen, um mehr "Klarheit, Transparenz und Verantwortlichkeit" zu schaffen.
Parallel dazu setzt Isla auf einen Kulturwandel. Mitarbeitende sollen stärker eingebunden und befähigt werden - "durch Daten. Durch digitale Tools. Durch Fortbildung". Insgesamt zielt der neue Präsident darauf ab, die Transformation zu beschleunigen und Nestlé langfristig wieder auf einen stabilen Wachstumskurs zu führen.
Vom Mode- zum Nahrungsmittelkonzern
Der 62-jährige Spanier übernahm im Herbst 2025 das Präsidium von Nestlé. Er folgte auf Firmenurgestein Paul Bulcke, der im Zuge der Entlassung von Konzernchef Laurent Freixe ebenfalls vorzeitig zurücktrat.
Isla sitzt seit 2018 im Verwaltungsrat und ist bei Nestlé der erste Präsident seit Jahrzehnten ohne frühere CEO-Funktion im Konzern. Zuvor leitete er den spanischen Modekonzern Inditex mit Marken wie Zara oder Massimo Dutti von 2005 bis 2022 - zunächst als CEO, dann als Präsident.
In dieser Zeit baute er das Geschäft international aus und digitalisierte es. Unter seiner Ägide stieg der Umsatz von 6,7 auf 27,7 Milliarden Euro, der Aktienkurs verachtfachte sich. Öffentlich tritt Isla kaum auf und gab während seiner Zeit bei Inditex kein Interview.
















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