Die digitale Ausgabe des Sarganserländers.
Neuenburger mit einem Werk an der Kunstbiennale von Venedig
Der Neuenburger Filmemacher Fabrice Aragno präsentiert an der Biennale von Venedig 2026 eine Installation, die von Jean-Luc Godards Film "Le Livre d’image" inspiriert ist.
Das Werk mit dem Titel "Sentiments Signes Passions", das den Film in einen physischen und sinnlichen Raum verwandelt, ist die Fortsetzung einer zwanzigjährigen Zusammenarbeit mit dem verstorbenen Regisseur der Nouvelle Vague. "Wir haben gemeinsam neue Formen von Bild, Ton, Schnitt und digitalen Techniken erforscht", sagte Fabrice Aragno gegenüber Keystone-SDA. Das Projekt "Sentiments Signes Passions" nimmt mit "Le Livre d’image" (2018) Godards letzten, in Cannes ausgezeichneten Spielfilm, als Ausgangspunkt.
Die Installation "zerlegt" den Film und ordnet ihn im Raum neu an. Das habe etwas von einem "Wald aus Bildern und Klängen". So ist die Installation wie ein System, das auf einer komplexen Technik basiert: Im Raum steht ein Zentralcomputer, der über Algorithmen Projektionen verbindet und diese wie ein Dirigent steuert. Die Bilder werden auf Tüll projiziert, was es ermöglicht, physisch durch die Projektionen zu wandeln.
In Godards Blick treten
"Wir befinden uns während der Entstehung des Films in dessen Innerem", sagte Aragno. "Sentiments Signes Passions" zu durchqueren bedeute, physisch in Godards Blick einzutreten.
Godard selber, der 2022 verstarb, hat die Installation schon in einer anderen Form gesehen: Die ursprüngliche Installation, die 2020 im Rahmen des Dokumentarfilmfestivals Visions du Réel in Nyon erstmals gezeigt wurde, bestand aus Fernsehern und Lautsprechern und war vom Schnittraum des Regisseurs inspiriert. Als "lebendige Projektion" beschrieb Jean Luc Godard die Installation.
Nach dem Tod des französisch-schweizerischen Filmemachers hat Fabrice Aragno seine Installation grundlegend umgestaltet - "um den Tod zu bannen, um das Schaffen fortzusetzen, um zu teilen", sagte er.
Besuchende sehen nie genau dieselbe Installation. Jede Version passt sich dem Ort an, an dem sie gezeigt wird. Darüber hinaus setzen sich Bilder und Töne dank eines komplexen Computersystems ständig neu zusammen.

















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