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Keystone-SDA | Montag, 22. Juni 2026

Präsident Aoun: Niemand verhandelt für den Libanon

Libanons Präsident Joseph Aoun hat ausländische Hilfe zur Beendigung des Krieges zwischen Israel und der proiranischen Hisbollah begrüsst.

Zugleich wies er jedoch jede Einmischung in die inneren Angelegenheiten des Landes zurück. "Wir sind ein souveräner Staat, und niemand verhandelt in unserem Namen", zitierte das Präsidentschaftsbüro Aoun in einem Post auf X.

Schutz könne nur der Staat gewährleisten, nicht die Religionsgemeinschaften. Meinungsverschiedenheiten seien zulässig, Spaltung zwischen den Libanesen angesichts der aktuellen Lage jedoch nicht, so Aoun. Der Libanon ist ein multikonfessioneller Staat. Die Hisbollah gilt vor allem für die schiitische Bevölkerung als eine Art Schutzmacht.

Die libanesische Regierung ist keine Konfliktpartei im aktuellen Krieg zwischen Israel und der Hisbollah. Sie bemüht sich um Deeskalation und will zugleich den iranischen Einfluss im Land zurückdrängen. Im Rahmen der Gespräche zwischen den USA und dem Iran wurde sich zuletzt auf einen Deeskalationsmechanismus verständigt. Dieser soll die Kämpfe im Libanon beenden.

Direkte Gespräche zwischen Israel und Libanon gehen weiter

Die libanesische Regierung spricht seit einigen Wochen auch mit der israelischen Regierung direkt. Von diesem Dienstag an findet eine erneute Gesprächsrunde in der US-Hauptstadt Washington statt. Dabei will Libanons Regierung eine vom Iran unabhängige Waffenruhe für das Land festigen.

Die Hisbollah ist an den Gesprächen nicht beteiligt und lehnt diese ab. Sie wirft der Regierung vor, lediglich US-Vorgaben umzusetzen und nach Anweisungen der USA zu handeln. Dadurch würde die Souveränität des Libanons gefährdet. Das Ziel der Gespräche sei "Unterwerfung und Kapitulation".

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