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Keystone-SDA | Sonntag, 16. August 2026

Schlumpf und Kyburz vor anspruchsvoller EM-Prüfung

Fabienne Schlumpf und Matthias Kyburz sind die Schweizer Hoffnungen im EM-Marathon am Sonntag. Auf dem anspruchsvollen Rundkurs wird nicht nur die Form, sondern auch die Renneinteilung entscheiden.

Während des Marathons in Birmingham muss achtmal eine fünf Kilometer lange Runde absolviert werden. Und diese hat es in sich, da es rauf und runter geht. Es gibt auch 90-Grad-Ecken. Ein Profil also, das Matthias Kyburz als ehemaligem Weltklasse-Orientierungsläufer entgegenkommen könnte. Jedenfalls versucht der 36-jährige Aargauer, daraus mental einen Vorteil zu ziehen, sieht er das als Pluspunkt für ihn. Er geht davon aus, dass es am Anfang des Rennens etwas ruhiger zu- und hergeht und es dann einen Steigerungslauf gibt.

Seine Vorbereitung verlief nach Plan. "Ich wüsste aktuell nicht, was ich hätte anders machen können", erklärt Kyburz im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Insgesamt ist es für ihn das sechste Rennen über die Distanz von 42,195 km, das zweite in diesem Jahr, nachdem er im April in Paris an den Start gegangen war. Dort belegte er in 2:08:37 Stunden als fünftbester Europäer den 13. Platz. "Es war der erste Marathon, der nicht nach Wunsch verlaufen ist. Es war am Ende ein Geknorze", sagt Kyburz. "Ich hoffe, dass mich das weiterbringt, wenn es eine schwierige Phase gibt während des Rennens."

Schneller als der Mentor

Jedenfalls hofft er, die richtigen Stellschrauben gedreht zu haben. Vor dem Start würde er unterschreiben, nun besser in Form zu sein als im Frühjahr. Seine Bestzeit, erzielt im Februar 2025 in Sevilla bei seinem dritten Marathon, beträgt 2:06:48 Stunden. Damit belegt er in der ewigen Schweizer Bestenliste hinter Tadesse Abraham (2:04:40) den 2. Platz, noch vor seinem Trainer und Mentor Viktor Röthlin, der allerdings bei seiner Bestzeit im Jahr 2008 (2:07:23) noch nicht von der heutigen Generation von Karbon-Laufschuhen profitierte.

Kyburz kann enorm auf Röthlins Erfahrung zurückgreifen; dieser gewann als Einzelläufer eine WM- (Bronze 2007) und zwei EM-Medaillen (Gold 2010, Silber 2006) im Marathon. Was das Training betrifft, versucht Kyburz mittlerweile aber mehr eigene Ideen hineinzubringen, mit dem Ziel, "uns zusammen als Team optimieren zu können."

Durchschnittlich legte der achtfache OL-Weltmeister in den letzten eineinhalb Monaten etwa 180 km pro Woche zurück, wobei Kyburz auch in der Höhe von St. Moritz trainierte und dort von kühleren Bedingungen profitierte. Ansonsten führte die Hitze auch bei ihm dazu, dass es sich während des Laufens nicht sehr locker anfühlte. In Birmingham sollen nun am Sonntag angenehme Temperaturen herrschen. Das grosse Ziel von Kyburz ist der Sprung in die Top Ten, doch "logischerweise kann es an einem guten Tag weiter nach vorne gehen."

Erfahrung soll Schlumpf helfen

Fabienne Schlumpf dagegen gibt kein Rangziel heraus. Die Strecke mit den zusätzlichen Herausforderungen mache eine Einschätzung noch schwieriger. "Man muss clever sein, ich hoffe, dass meine Erfahrung mir helfen wird." Die 35-jährige Zürcher Oberländerin, die 2018 in Berlin EM-Silber über 3000 m Steeple gewann, läuft seit 2021 Marathon. Im Mai in Genf bestritt sie allerdings ihren ersten seit dem 5. Rang in New York im November 2024.

Eigentlich wollte Schlumpf auch im vergangenen Jahr in New York an den Start gehen, allerdings riss sie sich zuvor im Oktober beim Murtenlauf die Semimembranosus-Sehne am hinteren Oberschenkel und musste operiert werden, nachdem sie schon zuvor mit Verletzungen zu kämpfen gehabt hatte. Daraufhin gab es einen kurzen Moment, in dem sie sich überlegte, ob sie weitermachen soll. Jedoch war für sie rasch klar, sich zurückkämpfen zu wollen. Die Reha verlief dann überraschend gut, bereits am 1. März gab sie beim 10-km-Lauf in Payerne ihr Comeback.

Den Marathon in Genf legte sie in 2:31:15 Stunden zurück - ihre Bestmarke von Ende 2023 beträgt 2:24:30. Allerdings ging sie in Genf nicht All-In, deshalb konnte sie eine kürzere Erholungsphase einlegen als gewohnt. In der Folge hatte sie eine "wirklich gute Vorbereitung", weshalb ihre Vorfreude auf Birmingham sehr gross ist. Wie auch Kyburz reiste sie am Donnerstagabend an.

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