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Keystone-SDA | Mittwoch, 02. September 2026

Schweizer Hilfswerke leisten Nothilfe in Nepal

Rund eine Woche nach einer verheerenden Sturzflut in Nepal sind zahlreiche Schweizer Hilfswerke vor Ort im Einsatz. Sie leisten Nothilfe für Zehntausende Betroffene. Die Zahl der Todesopfer ist auf über 1000 gestiegen, Tausende weitere Menschen werden noch vermisst.

Die Katastrophe forderte bislang mehr als 1000 Menschenleben, über 4400 Personen galten noch als vermisst. Schätzungsweise 90'000 Menschen seien von den Folgen der Flut betroffen. Dies ging amttwoch aus Mitteilungen mehrerer in Nepal tätiger Schweizer Hilfsorganisationen hervor.

Die Lage in den betroffenen Gebieten im Norden Nepals, insbesondere in den Distrikten Rasuwa, Nuwakot und Dhading, blieb dramatisch. Zerstörte Brücken und blockierte Strassen erschwerten die Rettungsarbeiten.

Die Telekommunikation war stellenweise unterbrochen. Zehntausende Vertriebene befanden sich in einer prekären Lage und benötigten dringend Notunterkünfte, Trinkwasser, Nahrungsmittel und Hygieneartikel. Behörden beobachteten zudem die Gefahr von Krankheitsausbrüchen durch verunreinigtes Wasser.

Grosse Spendenbereitschaft in der Schweiz

Die Glückskette sammelte bis zum Mittwoch über vier Millionen Franken, wie das Hilfswerk mitteilte. Sie arbeitet in Nepal mit etablierten Schweizer Partnerorganisationen wie ADRA, Caritas, Helvetas oder dem Schweizerischen Roten Kreuz zusammen.

Die Fastenaktion erhielt Spenden in der Höhe von rund 30'000 Franken. Auch die Stadt Bern sprach einen Nothilfekredit von 25'000 Franken für das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (Unicef).

Auch die Hilfsorganisation Save the Children sammelte gemäss aktuellem Stand am Mittwoch rund 30'000 Franken, wie das Hilfswerk auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mitteilte. Die Sammlung sei allerdings erst angelaufen, hiess es weiter. Ausserdem mobilisiere das weltweite Save-the-Children-Netzwerk weitere Spenden für Nepal.

Besonderes Augenmerk auf Schutzbedürftige

Die Hilfsorganisationen verteilen vor Ort Lebensmittel, sauberes Wasser und lebenswichtige Güter. Die lokale Partnerorganisation von Fastenaktion, CSRC, baute Gemeinschaftsküchen auf und verteilte Solarlampen, an denen auch Mobiltelefone geladen werden konnten. Unicef wie auch Save the Children versorgten Tausende Haushalte mit Hygiene-Sets und brachten medizinische Zelte sowie Neugeborenen-Sets per Lufttransport in abgeschnittene Gemeinden.

Ein besonderes Augenmerk galt schutzbedürftigen Menschen. Handicap International (HI) wurde vom nepalesischen Gesundheitsministerium um Unterstützung gebeten. Die Organisation, die seit 1996 im Land tätig ist, konzentriert sich auf Menschen mit Behinderungen, ältere Menschen und Kinder. HI verteilte bereits rund hundert Mobilitätshilfen wie Rollstühle und Krücken.

Zudem leistet die Organisation psychosoziale Hilfe. So bietet Save the Children etwa bei der Zusammenführung getrennter Familien Unterstützung und bietet kinderfreundliche Räume sowie temporäre Bildungsangebote an.

Die Glückskette betonte die längerfristigen Ziele. Man setze alles daran, "dass die Kinder möglichst rasch wieder zur Schule gehen, die betroffenen Familien ihre Lebensgrundlagen wieder aufbauen und bis zum Winter alle wieder in einer sicheren und warmen Unterkunft leben können", liess sich Programmdirektor Ernst Lüber zitieren.

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