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Keystone-SDA | Sonntag, 14. Juni 2026

SVP ist Wahlsiegerin in Graubünden

Die SVP ist erstmals seit 18 Jahren wieder ein Teil der Regierung des Kantons Graubünden. Bei den Parlamentswahlen gewinnt die Partei zudem zehn Sitze hinzu.

Valérie Favre Accola (SVP) ist die neue Vertreterin in der kantonalen Exekutive. Die amtierende Standespräsidentin und Vize-Gemeindepräsidentin von Davos GR erzielte das fünftbeste Ergebnis.

Es zeichnete sich früh ab, dass es für die 53-Jährige reichen dürfte. Am Ende betrug der Vorsprung auf die Sechstplatzierte, Nora Saratz Cazin (GLP), rund 7200 Stimmen.

Ohne Wahlchance blieb Aita Zanetti (Mitte). Sie erreichte knapp hinter Saratz Cazin Platz Sieben. Die Mitte büsst somit einen Sitz in der fünfköpfigen Regierung ein, die SVP kehrt nach 18 Jahren in die Regierung zurück.

SVP erhält Stimme in der Regierung

Favre Accola erklärte gegenüber Keystone-SDA: "Als mir das Endergebnis gezeigt wurde, konnte ich das noch nicht so richtig einordnen. Aber es ist eine grosse Freude, dass die SVP nach 18 Jahren den Sprung zurück in die Regierung geschafft hat." Das Ergebnis habe sie so nicht erwartet. Sie könne nun die 31 Prozent der Wählerinnen und Wähler, die bisher keine Stimme in der Regierung hatten, vertreten.

Die SVP sass letztmals 2008 im Regierungsrat. Sie hatte ihre Sitze nach der Abspaltung der damaligen Bündner SVP zur neu gegründeten BDP eingebüsst und trotz mehrmaligen Versuchen nie mehr zurückgewonnen.

Zanetti zeigte sich enttäuscht über die verpasste Wahl: "Alles andere wäre nicht ehrlich." Sie sehe sich nicht als Opfer davon, dass die Bündner Bevölkerung keine Mitte-Mehrheit mehr in der Exekutive wollte. "Es wäre falsch gewesen, nicht anzutreten." Als Bäuerin, Nicht-Akademikerin und Südbündnerin hätte sie gerne ihren Beitrag in der Exekutive geleistet.

Bisherige belegen die ersten Plätze

Die vier bisherigen Regierungsmitglieder - Martin Bühler (FDP), Marcus Caduff, Carmelia Maissen (Mitte) und Peter Peyer (SP) wurden ohne grössere Probleme wiedergewählt.

Bühler vereint 42'299 Stimmen auf sich, Caduff 40'153 Stimmen. Maissen folgt mit 34'519 Stimmen, Peyer erzielt das viertbeste Ergebnis mit 32'141 Stimmen.

Das Bündner Wahlergebnis ist historisch. Erstmals schaffen zwei Frauen den Sprung in die Bündner Regierung. Favre Accola ist nach Maissen sowie Eveline Widmer-Schlumpf und Barbara Janom Steiner (beide SVP, später BDP) erst die vierte Frau in der Kantonsregierung.

Das anerkennen auch Zanetti und Saratz Cazin an. "Das nun zwei Frauen in der Regierung sitzen, kann man nicht hoch genug einstufen", so Zanetti. Saratz Cazin bezeichnete diesen Umstand als "wertvoll" und sagt, dass man bezüglich Frauenvertretung im Kanton Nachholbedarf habe.

Die GLP-Politikerin bedauert hingegen, dass keine Vertretung aus Südbünden den Sprung in die Exekutive geschafft hat. Zuvor nahm diese Rolle Jon Domenic Parolini (Mitte) ein, der aufgrund der Amtszeitbeschränkung nicht mehr kandidieren konnte.

SVP legt bei Parlamentswahlen deutlich zu

Die SVP ist auch bei den Parlamentswahlen die Wahlsiegerin. Sie hält neu 35 Sitze und legt somit im Vergleich zu den Wahlen 2022 um zehn Sitze zu. Die bisher stärkste Partei, die Mitte, muss hingegen sechs Sitzverluste hinnehmen und stellt neu noch 28 Sitze im Grossen Rat. Verluste muss auch die FDP verkraften, die neu noch 23 Sitze hält - zuvor waren es 27.

Die Ratslinke kommt auf gleiche viele Sitze wie vor vier Jahren. Allerdings muss die SP Federn lassen. Die Fraktion besteht neu noch aus 20 Mitgliedern - bisher waren es zusammen mit den Grünen 27.

Die Grünen, die anders als 2022 alleine antraten, schaffen den Sprung ins Parlament ohne Probleme und können mit sieben Sitzen künftig eine eigene Fraktion stellen. Bei den Grünliberalen bleibt alles beim Alten. Sie halten weiterhin sieben Sitze.

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