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Theater St. Gallen stellt neue Spielzeit unter Motto "Grenzgänge"
Am Freitag haben Konzert und Theater St. Gallen den Spielplan 2026/2027 präsentiert - obwohl man noch mitten in der laufenden Saison stecke, wie Intendant Jan Henric Bogen in seiner Begrüssung sagte. Das Programm reicht von Giuseppe Verdi über Milo Rau bis Beethoven.
Konzert und Theater St. Gallen stellen die Spielzeit 2026/27 unter das übergreifende Motto "Grenzgänge". "In einer Zeit, in der offen darüber nachgedacht wird, wie Menschen möglichst effizient über Grenzen zurückgewiesen werden können, beschäftigte uns das Thema stark", sagte Jan Henric Bogen, Intendant und künstlerischer Leiter der Sparte Musiktheater.
Das Haus startet am 22. August mit dem Eröffnungsfest in die neue Saison und endet mit Giuseppe Verdis Festspieloper "Othello" auf dem Klosterhof. In die Spielzeit fällt die Ankunft von Pietro Rizzo, dem neuen Chefdirigenten und Künstlerischen Leiter der Konzertsparte.
Nachdem er auf das neue "schicke Programmheft" hingewiesen hatte, überliess Jan Henric Bogen das Wort den Künstlerischen Leiterinnen und Leitern: Barbara-David Brüesch in der Sparte Schauspiel, Frank Fannar Pedersen im Tanz und Pietro Rizzo als Chefdirigent und in der Sparte Konzert. Auskunft zum Jugendprogramm gab Anja Horst als Leiterin von "Jung und Mit".
Produktionen lassen Spielzeitmotto konkret werden
In der Sparte Musiktheater eröffnen Jacques Offenbachs "Hoffmans Erzählungen" das Programm. Laut Medienmitteilung zum Anlass lässt die Titelfigur das Spielzeitmotto konkret werden, denn es "zeige deren Schöpfer E. T. A. Hoffmann als Schöpfer und Gefangenen seiner eigenen Bilder".
Weiter auf dem Programm stehen etwa das auf einer Schauernovelle von Robert Louis Stevensons basierende Musical "Jekyll & Hyde" oder im Schauspiel Georg Büchners "Woyzeck", "Der Prozess Pelicot" von Milo Rau und Servane Dècle oder die Erstaufführung von Dorothee Elmigers "Die Holländerinnen". Als Familienstück bringt Barbara-David Brüesch Mark Twains "Tom Sawyer und Huckleberry Finn" auf die Bühne.
"Die Tanzsparte behandelt 'Grenzgänge' als Balanceakte", heisst es in der Medienmitteilung. Hier ist unter anderem der interdisziplinäre Abend "Pulso", in welchem ein Flamenco-Duo mitwirkt, oder "From England With Love" von Hofesh Shechter zu erwarten.
Pietro Rizzo will in der Konzertsparte laut Mitteilung Grenzen ausloten und neue Winkel des Repertoires erkunden. Er setzte dazu Werke von Mussorgski, Sibelius oder Korngold aufs Programm. Ausserdem dürfe in Beethovens Todesjahr auch "Beethovens 9. Sinfonie" nicht fehlen: "Die musikalische Grenzüberschreitung schlechthin."
Haus macht vorerst keine Abstriche bei Programm
Bereits zu Beginn der Medienorientierung hatte Jan Henric Bogen das Wort Susanne Steinbock, der kaufmännischen Leiterin, überlassen. Sie wies auf die kantonalen und städtischen Sparmassnahmen hin, die 2027 in Kraft treten und die bedeutenden Kürzungen der Subventionen nach sich ziehen.
Auf die Frage am Ende der Veranstaltung, ob es nicht ein stärkeres Zeichen gewesen wäre, das Programm als Reaktion auf die von der Politik beschlossenen Einsparungen auszudünnen, sagte Bogen: Man konzentriere sich als Erstes darauf, die Einnahmen zu erhöhen, unter anderem, indem die Ticketpreise angepasst würden.
Ein weiteres Augenmerk wollen Konzert und Theater St. Gallen auf die Optimierung der Prozesse legen. "Die Einsparungen sind einschneidend", führte Bogen aus. "Aber wir wollen in einem ersten Schritt schauen, was wir von uns aus in der derzeitigen Situation zum Sparen beitragen können." Mit Abstrichen beim Programm bestrafe man das Publikum und letztendlich das Haus selbst.

















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